Acetylenlampe SAM für Motorrad Oldtimer

  • Hallo Gemeinde

    Ich bin neu im Forum und um ehrlich zu sein, mehr aus der Not geboren.

    Ich bastel seit 45 Jahren an Motorrad Oldtimern. Seit ca 10 Jahren beschäftige ich mich auch mit Karbid- und Kerzenlampen für Fahrzeuge. Jetzt habe ich für meine FN M70 Baujahr 1927 eine SAM Acetylenlampe aufgetrieben und restauriert.


    Ich stoße hier an meine Grenzen, denn im Behälter ist nur noch ein Rest Acetylen.

    Wer kann mir sagen, was ich unternehmen muss, um den Behälter nachfüllen zu lassen.

    Ich hatte bis jetzt eine Powell&Hanmar an meiner FN

    und da ist es kein Problem. Mit Karbid und Wasser im Entwickler funktioniert es super:)

    Also ich hoffe auf die Profis und diesem Forum. Gerne mache ich auch Detailfotos und/oder schicke den Behälter an jemanden der helfen kann.

    Gruß

    Achim

    0171 2733863

  • Hi Achim,

    hab mal auf die schnelle gegoogelt, das Nachfüllen ist offenbar eine sehr heikle Angelegenheit.

    Heutzutage haben Flaschen offenbar eine Füllung aus verschiedenen Stoffenund Acetonanteil zur Bindung und um die Handhabung sicherer zu machen.


    Hier in der Diskussion steht einiges geschrieben https://www.mikrocontroller.net/topic/121964

    Hier ist ein offizieller Leitfaden: https://www.google.com/url?sa=…Vaw3X5PG9bwQBLwosSsp-IpoQ

    Ich habe bisher auch nur Lampen mit eigenem Entwickler betrieben und habe keinerlei Erfahrungen bzgl. Azetylengas aus Flaschen.

    Grüße


    Andy


    Fiat Lux !

  • Acetylen in Gasflaschen wird zum Autogenschweißen verwendet. Bekommt man beim Gasfachhandel. Hat der "Dorfschmied" auch häufig noch rumstehen.


    Hat der Tank denn irgendeinen Befüllstutzen? Eventuell wird der Brenner abgeschraubt und der Tank dann "rückwärts" befüllt?


    Beim Umfüllen von Acetylen bitte dessen Selbstentzündungsgefahr beachten

  • Hallo und danke für die super schnelle Antwort. Ja, am Tank ist ein Stutzen auf den ein Schlauch gesteckt werden kann.

    Ich lese mal die Beiträge und hoffe ich finde was:merci:

    Gruß Achim

  • Hallo nochmal

    Ich habe mich durch die Beiträge zum Thema Acetylen und nachfüllen gewühlt uns denke, das fällt aus. Es sei denn, jemand der das professionell macht würde mir helfen.

    Von daher neue Frage: Ob man so einen Behälter mit Propangas oder evtl. Feuerzeuggas befüllen kann:/

    Die Brennerdüse müsste das eigentlich bewältigen.

    Vielleicht hat jemand Erfahrung mit dem Ein- Umfüllen von Propangas. Ist nur so ne Idee, denn Acetylen ist mir zu heiß.

    Gruß Achim

  • Hallo Achim,


    Mit ner Acetylenflasche deinen Tank zu befüllen wäre mir auch etwas zu heiß. Man bräuchte ja druckminderer etc. Also alles wieder gefährliche Störquellen.


    Bei den 1.Link von Netzwerk habe ich trotzdem aufgehört zu lesen, weil ich sonst wahrscheinlich auch nie wieder einen Brenner in der Hand nehmen würde. Man kann es auch übertreiben... MEINE Meinung.



    Meine Frage wäre nur....wieviel druck muss denn eigentlich in den Tank damit die Lampe gescheit leuchtet?


    Mir kommt da eine Idee wie ICH es vlt machen würde...


    Gruß Ben ausn Erzgebirge

  • Lieber Achim,


    Gut, dass Du selber festgestellt hast, das ein Umfüllen von Azetylengas nichts für Bastler ist

    @ Ben: mit den richtigen Gerätschaften kannst Du die Autogenbrenner nach wie vor in die Hand nehmen; bei der Schweißerausbildung für Autogenschweißen wird der Umgang mit Azetylen m.W. ausführlich gelehrt.


    Achim, laß besser die Finger auch von Versuchen mit Butangas oder Propangas:


    1. Propangas/Butangas haben ohne Hilfsmittel wie z.B. einem Glühstrumpf viel zu wenig Leuchtkraft im Vergleich zu Azetylen. Die Brennerdüse passt auch nicht zu diesen Gasen.

    2. Kennst Du die Druckfestigkeit des Behälters?

    3. Kennst Du die Dampfdruckkurven der beiden Gase Propan und Butan (Druckanstieg/°C)?

    Die sind sehr unterschiedlich, wobei Propan wesentlich höheren Druckaufbau mit steigender Temperatur hat.

    Erinnert mich an die Sparfüchse aus dem Camping/Wohnmobilbereich, die die teuren blauen Campingaz-Flaschen (Festigkeit der Flaschen ausgelegt für Butangas!) mit dem preiswerteren Propangas befüllen........das sollte man nur in Behälter (z.B. Stichworte"Handwerkerflasche" /"Kleinstflasche") machen, die sind dafür gemacht und halten den Druck von Propangas auch bei höheren Temperaturen als 10°C aus.

    Umfüllen mittels Umfülladapter aus einer 5Kg oder 11kg Propangasflasche problemlos machbar


    An deiner Stelle schlage ich vor, entweder die schöne Lampe ins Regal stellen oder mit entsprechender Vorsicht mittels Schlauch den Tank einmal

    an eine Gasflasche anschließen, mit davorgeschaltetem Druckregler. Selbst da ist einiges zu beachten will man nicht zündeln oder schlimmeres.

    Das geht evtl. mit diesen Ventilkartuschen usw. mit geringer Füllmenge, da ist das Risiko wegen der absoluten Gasmenge noch begrenzt wenn alles im Freien passiert.

    Den Tank eben einfach so mit Butangas oder noch schlimmer Propangas zu befüllen ist grob fahrlässigst bis vorsätzlich!

    Grüße


    Andy


    Fiat Lux !

    Edited once, last by Netzwerk ().

  • 2. Kennst Du die Druckfestigkeit des Behälters?

    Auf den Fotos 3 + 4 erkenne ich auf der Skala des Manometers,

    daß das bis 15 bar geht.

    Nun habe ich ja mal so gar keine Ahnung von Karbidlampen an solchen Fahrzeugen.

    Wo ich aber darüber nachdenke, komme ich drauf, ob es denn nicht so war,

    daß dieser abgebildete Tank nicht aufgetankt wurde, aus einem stationären Reaktor,

    sondern daß auf dem Moped ein Reaktor ständig mitfuhr, der unterwegs das Acetylen entwickelte

    und über ein Schlauchleitung mit dem unter der Lampe liegenden Tank verbunden war?


    Soll heißen, an der Anlage fehlt dieser Reaktor.

    Die einzige, für mich, mögliche Erklärung.


    Beim besten Willen kann ich mir nämlich nicht vorstellen,

    daß man diesen Tank von Zeit zu Zeit "irgendwo" hätte nachtanken können.

    Werktags vielleicht, solange der Schmied seine Werkstatt offen hatte und zugegen war.

    Aber sonntags oder nachts ...? - Dunnemals gab es sicher noch keine Tanken mt 24 Stunden-Service.


    Wer kann mir sagen, was ich unternehmen muss, um den Behälter nachfüllen zu lassen.

    Also fällt mir als Antwort auf Deine Frage nur ein: Einen (geeigneten) Reaktor für die Lampe finden,

    den installieren und das Acetylen, wie gehabt, selbst erzeugen - wie bei der Laterne auf Foto Nr. 5.


    Oder war die Lampe auf Foto Nr. 5 nie in Betrieb?

    Weil der Benzinschlauch "nur so dran hängt"?

    Gruss aus dem "Bayerischen Nizza"
    Rüdiger II.
    ___________________________________________________________________________________________
    So ist das halt mit dem Licht: Mal brennt es und mal brennt es nicht ...
    ALLE haben immer gesagt: DAS GEHT NICHT.
    Dann kam EINER, der wußte nix davon und HAT'S einfach GEMACHT.

    | In der Theorie gibt es keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis, in der Praxis schon. |

  • Rüdiger,

    da muss ich noch einen Kalauer loswerden wegen deiner Bemerkung über den Messbereich des verbauten Manometers.

    Wenn' s danach ginge hätte ich beim Messen der Netzspannung je nach meinen vielen Meßgeräten z. B. eine Netzspannung von 1000V...denn der Messbereich geht so weit.

    Und manchen Maxen bliebe das Tankbodenauswölben beim Pumpen erspart...

    Dei Idee mit einem externen Karbidentwickler finde ich passend, sowas gabs doch auch bei frühen Automobilscheinwerfern die mit einer Leitung um Entwickler verbunden waren, jedenfalls habe ich das irgendwo schon mal gesehen....

    Grüße


    Andy


    Fiat Lux !

  • Hätte ich vielleicht extra betonen sollen,

    daß der aufgedruckte Skalenbereich auf dem Manomeer noch lange kein Indiz dafür ist,

    was der Behälter wirklich aushalten kann.

    Gruss aus dem "Bayerischen Nizza"
    Rüdiger II.
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    So ist das halt mit dem Licht: Mal brennt es und mal brennt es nicht ...
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  • Schaun wir mal was Achim weiter mit dem schönen Stück machen wird.

    Bei meinem nächsten Besuch in einem Fahrzeugmuseum schaue ich mir solche Azetylensachen an den Fahrzeugen jedenfalls mal genauer an.

    Mal sehen, wann ichs mal wieder nach Neckarsulm oder Marxzell schaffe, die haben sowas rumstehen.

    Grüße


    Andy


    Fiat Lux !

  • Es gibt ja auch diese sehr großen Azetylen-Entwickler fürs Autogenschweißen. Die sind immer auf einen Sicherheitsdruck von 1,2 bar (oder waren es 0,8 bar?) eingestellt, weil es darüber bei reinem Gas zur Selbstzersetzung kommen kann. In Azetylenflaschen ist dank poröser Füllung und Lösung in Aceton 19 bar möglich.

    Hat der Tank eventuell so eine Füllung?


    Der Wikipediaartikel (https://de.wikipedia.org/wiki/Ethin) bringt noch folgende Informationen: Es gab früher Azetylenbeleuchtungen in Städten, die zentral versorgt wurden. Ein Nachfüllen des Tanks wäre dort z.B. problemlos möglich.

    Interessant ist auch folgende Aussage: "Ethin darf nicht mit kupferhaltigen Materialien in Berührung kommen, da sich ansonsten das hochexplosive Kupferacetylid bilden kann. Ähnliches gilt für Silber."

  • Hallo Leute

    ich bin angenehm überrascht, dass mein Problem auf soviel Interesse trifft. Und nicht nur Interesse weckt, sondern auch hilfreiche Hinweise als Ergebnis hat.

    Tja also zu den Fragen:

    so sieht der Behälter ohne Lampe aus


    Vorn ist der Absperrhahn für den Behälter (an der Lampe ist noch ein weiterer) und man sieht den Schlauchanschluß.

    Wenn ich den Hahn (1 Foto) in Pfeilrichtung (2 Foto) drehe, entweicht aus dem Achschlußstück (3 Foto) Acetylen.


    Es muß sich hierbei also um einen Schlauchanschluß handeln, denn die Form hat nichts mit der Lampe zu tun, da diese komplett über diesen "Kugelkopf" in die Öffnung (1 nächstes Foto)gestülpt wird. Dann wird die Überwurfmutter mit dem Gewinde (2 nächstes Foto) verbunden und angezogen.


    Hier noch ein Foto vom Messgerät. Ich habe mal den Kompressor rangehalten und es funktioniert.

    Wieviel Gas noch im Behälter ist kann ich nicht sagen, aber die Flamme am Brenner ist super.

    Ich vermute daher, dass dieses System ohne zusätzlichen Entwickler völlig autark funktioniert.

    Nun werde ich mal im Netz recherchiern ob ich über den Hersteller oder Museen bzw. Sammler mehr Input bekomme.

    Hier ist das Firmenschild


    Falls jemand etwas herausbekommt, wäre eine kurze Info sehr hilfreich.


    Zur Frage ob die andere Karbidlampe funktioniert: Ja und der Schlauch ist nicht ab, sondern da kommt ein T-Verteilerstück ran um Lampe und Rücklicht zu betreiben. Ich bin gerade dabei den Reflektor zu restaurieren und dann kommt sie unter den Hammer. Ich muß ja die 800€ wieder reinholen die mich die SAM inzwischen gekostet hat:explode:


    Also bis demnächst

    Gruß

    Achim

  • "acetylene dissous" auf dem Typenschild bedeutet laut Übersetzung "gelöstes Acetylen"


    Deutet also auf in Aceton gelöstes Acetylen hin, genau wie in den Gasflaschen

  • Danke Richard für den Hinweis/Übersetzung.

    Das würde dann Sinn machen und die Speicherung einer größeren Menge erlauben, dass eine längere Nachtfahrt ohne Nachtanken bzw. externen Karbid-Entwickler wie auch schon vermutet, möglich ist.


    Dennoch wird das heutzutage mit dem Nachtanken wohl zumindest "schwierig", in jeder Beziehung.

    Dennoch ein optisch sehr ansprechendes Teil was leider nur noch leuchten wird bis der Tank vollends leer ist :(

    Grüße


    Andy


    Fiat Lux !

  • HalloLeute

    Ja, nach heutigen Stand wird die Lampe wohl nur ein Schmuckelement an meiner FN sein wenn der Tank leer ist.:wallbash:

    Im Prinzip kein Thema, denn lt Zulassung darf ich meinen Oldtimer nur " bis Einbruch der Dunkelheit" in Betrieb nehmen. So stehts im Brief, denn das Teil hat weder Lima noch Batterie ;)

    Aber wenn ich bei einer Oldiausstellung bin sollte sie schon funktionieren.

    Aber ich gebe nicht auf und suche weiter eine Möglichkeit.

    Ich lasse euch natürlich an evtl Ergebnissen teilhaben.

    Gruß Achim

  • Hallo Achim.

    Erst mal:sehr schöne Lampen.

    Ich hab auch mal drüber nachgedacht,über den Tank.

    Ich denke auch das da ein Entwickler noch irgentwo am Moped sein müßte.

    Ich denke mal das es eine Art " pufferspeicher" ist,um schnell Licht zu haben.

    Wie fühlt sich denn der Tank an?

    Leicht? Oder eher "gefüllt" an?

    Dann könnte er mit kieselgur ( so heißt die Masse die das acetylen bindet) befüllt sein.

    Man sieht auch kein Sicherheitsventil am Tank.

    Ich würde mal zu einer Firma fahren,die Gasflaschen füllt,die könnten dir eventuell mehr zur befüllung sagen.

    Man müßte mal mit so einem Stetoskop, oder wie die Dinger heißen in den Tank sehen.

    Gruß Thomas

  • Stetoskop

    Stethoskope sind die Dinger womit man was abhört - die Teile wo in die Ohren gesteckt weden, heißen Oliven.


    Was Du meinst, Thomas, nennt man Endoskop.


    Denke, das geht aber im Moment schlecht, weil der Achim ja schrieb, da wäre noch Gas im Tank drinnen (?).


    Gruss aus dem "Bayerischen Nizza"
    Rüdiger II.
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    ALLE haben immer gesagt: DAS GEHT NICHT.
    Dann kam EINER, der wußte nix davon und HAT'S einfach GEMACHT.

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