Posts by Rolf G.

    Na ja, im Prinzip ist alles was mit offener Flamme verbrennt nicht wirklich geruchsfrei, aber von diesen Schwimmdochten riecht man so gut wie nichts.

    In den gesammelten Laternen mit Ölbrennern nutze ich meißt eine Mischung aus Petroleum und Rapsöhl. Da riecht man je nach Lampe mehr.


    Mit zwei Wohnungskatzen kann ich natürlich keine Lampe unbeaufsichtigt brennen lassen. Deshalb lösche ich z.B. vor dem Schlafengehen die Schwimmdochtlampe und stoppe die Uhr. Am nächsten Morgen geht es dann weiter.


    ...

    Ich habe meiner Liebsten eben die Bilder von den Schwimmlichtern gezeigt - muß ich mehr dazu sagen, als dass man vom Hügel hinter ihrem Elternhaus Nürnberg sehen kann?


    ... ich glaube, ich weiß, was demnächst auf der Einkaufsliste landet! 😉

    Als Spezialist für die Geschichte der astronomischen Instrumente hat für mich Nürnberg genau so eine große Bedeutung wie Augsburg.

    In Augsburg wurden mehr Messinginstrumente hergestellt, während Nürnberg weltweit z.B. durch seine Elfenbeinsonnenuhren bekannt geworden ist.

    Da würde mir ein täglicher Ausblick auf die Stadt auch sehr gefallen.:)

    Übrigens habe ich noch eine komplette alte Pappschachtel von Glafey erwischt, und nachdem die eingetroffen ist werde ich hier noch Bilder nachliefern.

    Christian kein Problem, Themen der Fotografie interessieren mich immer.

    Ich selber hatte damals nur kurz die Polaroid benutzt. Eben wegen der Qualität, die in meinen Augen auch damals nicht so berauschend war. Qualität sah bei mir damals schon anders aus. Habe das Teil später jemandem überlassen der es nutzte um auf Partys und ähnlichen Veranstaltungen damit zu glänzen sofort Abzüge verschenken zu können.


    Edit:

    Till, wie Andy schon geantwortet hat sind diese Schwimmdochte auch für romantische Beleuchtungen immer beliebt gewesen.

    Und das seit gut 200 Jahren.

    Ich habe nicht gemessen wieviel Öl in die Schale paßt die mein letztes Bild zeigt. Der Docht leuchtet jetzt seit gut anderthalb Tagen, und die Schale ist noch nicht halb leer.

    Die Firma Glafey hat sie immer noch im Programm, verdient heute aber hauptsächlich ihr Geld mit Ewigen Lichtern für Friedhöfe usw.

    Alles klar Till, ich hatte gefragt weil ich mir nicht vorstellen konnte das es noch Filmmaterial für die Polaroid gibt.

    Vor vierzig Jahren hatte ich mal damit gearbeitet.

    Sie gehören wohl zu den einfachsten Dochtlichtern die man sich vorstellen kann.

    Die Schwimmdochte in den dreiflügeligen Schwimmern aus Schwarzblech und Kork der Firma G.A. Glafey in Nürnberg.

    Gegründet 1808, wurden ab 1816 die ersten Nachtlichter hergestellt.

    Die Form des noch heute erhältlichen Schwimmers geht auf das Jahr 1867 zurück. Nach dem einhundertjährigen Firmenjubiläum sieht man als Prägung auf den Schwimmern neben den Firmenlogos auch die beiden Prägungen 1808 und 1908. Der vorliegende Schwimmer stammt aus dieser Zeit.

    Geliefert wurde damals eine ovale Pappschachtel mit 92 Dochten aus gewachster Baumwolle die in runden Pappscheiben steckten mit der Länge von 1,5 Zentimetern. Ausreichend für ein Vierteljahr.

    Bei den heutigen, etwas dickeren Dochten fehlt die Pappscheibe. Dafür haben die Schwimmer heute drei nach unten gebogene Zacken die den Docht klemmen.

    Im 19. Jahrhundert gab es für Schwimmdochte gläserne, kelchförmige Ölbehälter, mit einem Durchmesser um die 8 Zentimeter.

    Nach meinen Versuchen mit Gläsern des gleichen Durchmessers ergab sich mit sinkendem Ölspiegel ein zunehmendes Flackern der Flamme, bis hin zu einem Pumpen der Flamme in der Höhe, wenn die Flammenspitze eine halbe Flammenlänge unterhalb des Glasrandes stand, was wohl darauf zurück zu führen ist das der Sauerstoff im Glas schneller verbraucht wird als aus der Umgebung nachgeführt werden kann.

    Ideal fand ich flache Glasschalen mit einem Durchmesser von etwa 14 Zentimetern, in denen der Schwimmer mit Docht maximal eine Flammenhöhe absinken kann.

    Dazu ein Beispiel im letzten Bild mit einer geschliffenen Bleikristallschale, die auf dem Untergrund ein tolles Lichtmuster erzeugt.







    Um einen geschichtlichen Querschnitt bei den Öllampen zu bekommen habe ich bei einer offenen Dochthalterlampe zugeschlagen.

    Dieser Lampentyp geht auf das 14. Jahrhundert zurück.

    Der über ein Scharnier bewegliche Dochthalter aus Blech ist am Boden der Ölschale befestigt und erwärmt das Öl beim Gebrauch.

    Die 16 Zentimeter große Lampe leuchtet mit einer Ölfüllung gut 5 Stunden.

    Das schöne an dieser offenen Bauweise ist das einfache Ölnachfüllen während des Betriebs.




    Andy, ich reinige nur alles was mit dem Karbid in Berührung kam unter fließendem Wasser, trockne ab und laß alles offen noch ein paar Stunden an der Luft durchtrocknen. Danach setzte ich die Lampen wieder zusammen und stelle sie weg.

    Um bei den Karbidlampen etwas aufzustocken gab es jetzt eine französische Fahrradlampe mit der Bezeichnung Vita.

    Im Messner Katalog 1924/25 abgebildet, wird diese Lampe wohl auch in dieser Zeit genutzt worden sein.

    Ein sehr schönes Exemplar ohne Macken mit einer weitestgehend erhaltenen Vernickelung.

    Mit einer dreiviertel Karbidfüllung im Entwickler leuchtet die Lampe gut fünf Stunden.








    Die Tankfüllung hat als Explosionsschutz mit dem Kerosene zu tun das verwendet wurde.

    Ist ja der Sprit der bei Flugzeugen / Hubschraubern usw. genutzt wird.

    Vergleichbar auch mit der Haarfüllung in den Pigeon - Benzinlampen.