Posts by daenou

    Ich löte in letzter Zeit gerne, seit ich mit Verzinnungspaste, bleihaltigem Lot und Bunsenbrenner anstatt Lötkolben ganz anständige (für einen Nicht-Handwerker) Resultate hinbringe.

    Was mich nun gestört hat ist der silbrige Spiegelglanz der Lötstellen im Kontrast zur Patina der restlichen Laterne. Ich spreche hier übrigens von alten bis sehr alten Sturmlaternen.


    Dieser Spiegelglanz ist grössenteils Zinn, teilweise auch blankes Eisenblech, da ja metallisch blankes Eisen die wichtigste Voraussetzung für das Gelingen der Lötung ist. Wie nun farblich anpassen? Mit wasserfestem Filzstift - nicht wirklich befriedigend. Farbe aus dem Topf oder der Spraydose - das kriege ich nicht hin, ausser ich färbe die ganze Laterne.


    Nun kam mir letzthin die Idee, Google mit dem Suchbegriff "Zinn patinieren" auf die Suche zu schicken. Bingo: sowas gibt es in flüssiger Form käuflich zu erwerben, sogar zum Erzielen von unterschiedlichen Farbtönen. Gesehen, gekauft und ausprobiert. Färbt die Zinnstellen ganz zufriedenstellend, nicht aber das blanke Eisen. OK, dafür gibt es Streichbrünierung. Diese wiederum greift das Zinn nicht an.


    Also frisch drauflos kombiniert. Nach dem Entfetten zuerst Zinnfiguren-Patina 'silber-grau-antik', dann mit Wasser abgespült und dann Brünierung darauf.


    Das war übrigens ein Deckel mit Loch, das ich zugelötet habe. Die Oberfläche war nach dem Schleifen glänzend silbrig.

    Noch war ich nicht ganz zufrieden. Ein zweites Mal Zinn-Patina. Hups, das greift die Brünierung an. Also nochmals brünieren.

    Das greift leider die Zinn-Patina an. Man beachte die Umkehr von heller und dunkler der beiden Bilder.

    Das Zinn braucht länger zum verfärben als das Stahlblech. Also nochmals, Zinn-Patina eine Minute einwirken lassen, abspülen, trocknen, Brünierung 15 Sekunden ...

    Nein es wird nicht mehr besser. Aber immer noch hundert mal besser als ohne Färbung.


    Nun werde ich mal mit anderen Lötstellen weiter experimentieren.

    Es gibt da einen 2-k Kleber von Uhu, nennt sich 'Flüssigmetall'. Hat eine gute Konsistenz für solche Zwecke und ist relativ unauffällig mittelgrau gefärbt. Hält sehr fest. Ich nutze diesen, wenn die Spalten zu gross sind zum Löten. Grosszügig auftragen, 24 Stunden aushärten lassen und dann mit Feilen, Dremel und Schleifpapier schön formen. Soll aucv hitzefest bis ca. 175° sein.

    Britische Laternen musst Du in englischer Sprache suchen, z.B. '4MB Lantern Army'

    Dann findest Du Angaben wie 'Metal Box Company #4' als Produktionsfirma und 1945 als Beispiel für ein Produktionsjahr:

    https://www.warrelics.eu/forum…ne-lantern-please-753161/

    Mit dem Suchbegriff "metal box company" (inklusive Gänsefüsschen) kriegst Du dann viel Lesestoff, allerdings alles in englisch.

    Viel über Laternen ist nicht zu finden. Immerhin erwähnt z.B.

    https://heatonhistorygroup.org/2017/03/17/metal-box/

    eine bedeutende Produktion von Blechwaren für die englische Armee während des WWII.

    Metal Box hatte Produktionsstätten in England, aber auch in den meisten englischen Kolonien. Deine Laterne könnte also z.B. in Indien produziert worden sein.

    Versuch's doch mal mit der Geschirrspülmaschine bzw. dem Pulver, das für diese Geräte genutzt wird. Meistens geht 90% der 'Patina' von selber weg, da ist die abschliessende Arbeit schon viel leichter, egal ob von Hand oder maschinell!

    Die Geometrie sagt dazu, dass der Umfang eines Kreises und damit Dein Docht Durchmesser mal Pi ist


    In Deinem Fall 30 mm mal 3.141592, also gut 94 mm. Warum 30 und nicht 29? Weil der Docht ja eine gewisse Dicke hat und damit auf der Innenseite etwas schmaler sein sollte als aussen.

    Das Geflecht des Dochtes ist aber ohnehin elastisch, und zwar in allen Richtungen. Somit kommt es nicht sooo genau auf den mm an!

    There are two similar lantern, one is called Lux, the other Neolux. Both names were registered trademarks since 1901 / 1937, but not by any producer of stormlanterns (Lux did start with kerosene lanterns, but became Electrolux soon an mainly produced vacuum cleaners)


    There is NO reliable evidence in the world wide net on the producer nor on the production time. The design is a mix of German and of Swiss characteristics:


    The globe is German type, not the pear shape Swiss type. The globe guards are also German, the Swiss ones are all soldered.


    The globe lifters confirm to Wilhelm Egloff's patent of 1907, but since the patent protection ends after 10 years, everyone could use the principle on his own lanterns.


    The Lux burner is of a very common type whis was produced in both countries. The Neolux one is of the rather uncommon 'Helvetia' type, but not of the same size and of a poor quality. I own a NOS Neolux lantern of which the burner is already cracked!

    Wilhelm Egloff died 1937, the production of kerosene lantern in Turgi ended in 1951.


    An yes the original globe is the one on Mel's 'before' picture.

    Na ja, Bild 2 zeigt doch schon ein ansprechendes Flammenbild. Den Docht höherdrehen bringt nix, ausser Russ im Glas und - wie bei Dir - Verkokeln des Dochtes.


    Das ist eine Sturmlaterne, kein LED Scheinwerfer. Im Dunkeln leuchtet sie wie sie halt leuchtet. Bei der heutigen Lichtverschmutzung wirkt sie dann halt eher mickrig. Geh mal damit in den Wald oder in den dunklen Keller! Nach einer halben Stunde wirkt das Licht dann ganz passabel. Die normale Wohnungs-Lampe wird Dich dann aber ganz ungewohnt blenden!

    Wenn Du ddn Tankdeckel öffnest, dann kommt von unten Luft in die Flamme. Die Luft sollte bei Sturmlaternen aber vorwiegend durch die zwei seitlichen Röhren kommen, die senkrecht dem Glas entlang nach unten führen. Sind diese verstopft?

    Einen schmaleren Docht solltest Du nicht verwenden, dieser muss genau dem Schlitz des Brenners entsprechen.

    Und ja, der Docht muss unterhalb der Kappe enden. Hast Du diesen zu weit hochgedreht?

    Der eine Tankdeckel ist eine Kopie von Siegbert. Sieht man nur von innen. Und spürt man, ist leichter und wärmer in der Hand. Phantastische Arbeit und sehr solide, habe das Teil aus Gewohnheit kräftig eingeschraubt, das hat ihm nichts ausgemacht.

    Zum Drehen von zylindrischen Gegenständen gibt es ein geeignetes Werkzeug: den Ölfilterschlüssel. Das ist im Wesentlichen ein Kunststoff- oder Stahlband an einem Hebel. Das Band wird um den Gegenstand gelegt und mit dem Hebel angezogen, was dann eine drehende Bewegung mit viel Kraft erzeugt. Diese Dinger werden in der Autowerkstatt gebraucht, um eben Ölfilter abzuschrauben. In Deinem Fall halt zwei davon nehmen! Diese Teile kosten nicht viel und sind äusserst nützlich.

    Nachtrag: das 'Schulter-und-Hüftglas' ist dünner als 'Doppelwulst' und 'breiter Wulst'. Ersteres wohl geblasen, letzere sicher Pressglas.