Heizen mit Paraffinöl

  • Hallo Forum...


    Ich hab da so eine fixe Idee und bin beim recherchieren auf euch gestoßen. Und zwar geht es darum beim Trekking nicht zu frieren. Wie ihr vielleicht schon gehört habt frieren Frauen angeblich schneller als Männer. Kann ich nicht beurteilen, auf meine jedenfalls trifft das zu 110% zu. :D


    Paraffinöl hat, wenn ich das richtig recherchiert hab, einen unglaublich guten Heizwert. Was läge also näher als davon ein wenig zu verbrennen wenn man kein Lagerfeuer machen kann? Wenn man diese Begriffe googelt landet man zwangsläufig bei Petromax, allerdings scheinen mir die Verdampfer zu aufwändig und kompliziert. Eine Dochtlampe scheint robuster und einfacher aufgebaut zu sein und landete bei mir direkt in der engeren Wahl.


    Bissel Mathe: Eine Feuerhand 276 hat mit einem Tankinhalt von 0,34l und 20 Stunden Brenndauer (laut Prospekt) einen Verbrauch von 17ml die Stunde. Paraffinöl hat laut Wikipedia eine Dichte von ca 850g pro Liter. 17ml wiegen also rund 14,5g. Bei einem Heizwert von 12,5 kWh/kg komme ich auf eine Heizleistung von rund 180 Watt. Ganz ordentlich find ich. Aber stimmen die theoretischen Gedanken von jemandem, der noch nie eine Sturmlampe in Betrieb gesehen hat?


    Zu meinen Fragen, die ich nicht ergoogeln konnte:

    • So eine Sturmlampe ist ja für maximale Lichtausbeute optimiert. Klar werden die warm aber kann man sich daran wärmen? Wir sind nicht verwöhnt und es ist schon klar, dass wir unter unserem Tarp (wie ein Zelt ohne Wände) keine 24° erreichen.
    • Sparsamkeit und lange Brenndauer ist eher nicht so gefragt. Rein physikalisch gesehen muss viel verbrannt werden damit viel Energie frei gesetzt, also Wärme produziert, wird. Könnt ihr eine Lampe empfehlen, die eher viel verbraucht, also "schlecht" ist? ;)
    • Klar darf man Feuer nie unbeaufsichtigt lassen. Aber wie "gefährlich" sind Sturmlampen denn? Was passiert zum Beispiel wenn sie umfällt? Was ist mit Dämpfen und Explosionsgefahr im Tank?
    • Wie sieht es mit dem Betrieb in geschlossenen Räumen aus (Geruch, Ruß, Gase)? Ich hab da überhaupt keine Vorstellung von. Kenne nur meinen winzigen Ethanol-Tischkamin von zuhause.

    Ich hoffe meine Gedanken sind nicht zu abgedreht ?(


    Gruß,


    Toni

  • Hallo Toni und :welcome: hier im Forum,

    Klar werden die warm aber kann man sich daran wärmen?

    Nicht wirklich


    Was passiert zum Beispiel wenn sie umfällt?

    Sie läuft aus, Petro ist schwer entzündlich.


    Was ist mit Dämpfen und Explosionsgefahr im Tank?

    Nein


    Wie sieht es mit dem Betrieb in geschlossenen Räumen aus (Geruch, Ruß, Gase)?

    >Kommt auf deine Nase an, manche stört es und manchen machts gar nichts aus.
    >Wenn die Lampe richtig eingestellt ist, so gut wie gar nicht.
    >Wenn etwas verbrannt wird entstehen immer Abgase, ein wenig lüften und gut ist.


    Ich hoffe meine Gedanken sind nicht zu abgedreht ?(


    Nein

  • Hallo Toni,


    auch von mir ein herzliches :welcome: .


    Wie Mark schon schrieb, wird euch eine Dochtlampe (zumindest die, die sich zum Zelten eignen) nicht wirklich wärmen.
    Zu diesem Zweck ist eine PEtromax schon besser, oder halt ein kleiner Petro-Ofen. Allerdings weiß ich jetzt nicht, wie ihr
    beim Zelten unterwegs seit, also ob es auch auf min. Packmaße ankommt!?


    Grüße
    Karsten

  • :welcome: Toni


    Es kommt halt auch darauf an was man aufheizen möchte?


    Sind es nur die Hände, ein Zelt, einen Wohnwagen, eine Hütte oder vielleicht einen Hangar?


    Es gibt da schon verschiedene Varianten sich aufzuheizen, aber ich denke mal eine Sturmlaterne ist dazu eher nicht gebaut, da gibt es weitaus effektivere Geräte kommt halt drauf an.....



    Gruß Rene

    Gruß Rene


    Hamid"Was ist das?"Rambo: "Blaues Licht!"Hamid: "Was macht es?"Rambo: "Es leuchtet blau!"

  • Als alter Pfadfinder kann ich dir sagen: für ein kleines Zelt (2 bis 3 Personen) wär es besser wenn du eine Blechdose und eine Kerze nimmst... Teelicht zb IN die Dose, ein paar Löcher rein und fertig.
    Ein Zelt kann man fast nie richtig heizen da es einfach kaum Isolierung bietet, ein paar Grad extra gehen aber.
    Du kannst auch aus Steinen ein Stövchen bauen und da oben ein Stück Metall oder eine Dose mit Sand (trocken) oder Steinchen drauf stellen... Sinn ist der das sich die Hitze der Kerzenflamme staut, die besagten Sachen aufheizt und diese dann Strahlungswärme abgeben (IR).
    Spart Brennstoff, ist leicht und verbraucht auch kaum Sauerstoff. Das beste beim Zelten sind aber eher Wärmebeutel (diese Dinger mit dem Knickteil drinnen) oder Wärmflaschen.

  • Also es geht in erster Linie mal um die Hände, Füße, Seele, etc. Wenn man die Möglichkeit hat wird man auch erfinderisch. Hab mal nen Feldstein als kleine "Heizung" auf den Gaskocher gelegt. War okay... Ein Tarp ist nicht viel mehr als eine Plane gegen Regen. Ein richtiges Zelt, und somit einen "Raum" zum aufheizen, haben wir meisstens nicht dabei. Zum richtigen aufwärmen und trocknen der Ausrüstung kommt man um ein kleines Feuer nicht herum. Zum Kochen reicht ein Loch in der Erde viel kleiner als ein Fußball. Da hat auch noch nie jemand etwas gegen gehabt. Aber manchmal, besonders wenns stark geregnet hat, will nicht mal das klappen.


    Ich hab in der Zwischenzeit ein wenig im Forum quer gelesen und muss sagen, ich fand es ziemlich interessant. Ich könnte mir so eine HK500 zum beispiel für die Werkstatt oder die Veranda vorstellen. Was darf man denn ausgeben für ein funktionierendes Modell z.B. aus BW-Beständen? Für unterwegs ist die allerdings absolut nichts.


    Toni

  • Hey,


    jetzt werd ich aber neugierig!! Was für Turen macht ihr denn so?? "Einfach" mal quer durch angrenzende Wälder (so eins bis zwei Tage), oder auch weiter (länger) weg?? Wie macht ihr das mit der Kocherei (Gerätschaften) und vor allem, was gibt es?



    Grüße
    KArsten

  • da ich auch sehr viel outdoor unterwegs bin, bin ich mit dem kälteproblem draussen auch oft konfrontiert.


    so sehr ich lampen mag, vom packmass und der bedienung usw. sind laternen (egal ob petromax oder feuerhand) beim trecking denkbar ungeeignet !


    der wanderer (nein, nicht du jan :D) muss andere möglichkeiten nutzen, warm zu bleiben, nämlich:
    - erstmal überhaupt warm bleiben (geeignete kleidung, wie kopfbedeckung (man verliert extrem viel körperwärme über den kopf!), bewegung, schlafsack)
    - trocken bleiben (geeignete kleidung, wetterschutz, unterschlupf)
    - wärme zuführen durch nahrung (warme suppe) und getränke (warmer tee)
    - genügend schlaf
    - im optimalen fall ein kleines campfeuer, auch zum wärmen und sachen trocknen

  • jetzt werd ich aber neugierig!! Was für Turen macht ihr denn so?? "Einfach" mal quer durch angrenzende Wälder (so eins bis zwei Tage), oder auch weiter (länger) weg?? Wie macht ihr das mit der Kocherei (Gerätschaften) und vor allem, was gibt es?

    Also das mit den angrenzenden Wäldern ist in Deutschland so eine Sache. Durch laufen darf man da schon, aber beim Feuer hört der Spaß auf. Wobei man ganz klar sagen muss, dass das was man sich unter einem Lagerfeuer vorstellt viele male größer ist als was man wirklich braucht. Ein Feuerchen groß wie ein Fußball reicht vollkommen aus. Kleines Loch in die Erde und weit, weit weg vom Wald wegen potentiellem Funkenflug. Hinterher schön die vorher entfernte Grasnabe wieder drauf operieren und niemand kann sich beschweren.


    Kleine Touren bleiben in Deutschland. Aber Touren von 2-3 Wochen dürfen gern nach Skandinavien führen. Da ist Feuer im Wald erlaubt und völlig in Ordnung. Man muss sich nur an deren Regeln halten. In vielen Gebieten darf das nur an ausgewiesenen Stellen passieren, die aber sehr zahlreich sind. Spanien war auch cool, aber da darf man im Sommer nicht mal rauchen. Ist echt gefährlich. Einheimische machen trotzdem Feuer ;)


    Bei den Gerätschaften hat jeder eine andere Vorstellung was gut ist. Ich mag das holländische Armee-Kochgeschirr. Es ist dem Deutschen sehr ähnlich, auch recht schwer aber viel praktischer und end-solide. Nicht wie der Schicki-Micki-Schrott aus dem "Fachhandel" - will jetzt keine Namen nennen. Als Hitzequelle dient alles was zur Hand ist. Holzfeuer, Esbitbrenner, Gaskocher oder heiße Quellen (Island) - da darf man ruhig erfinderisch sein. Outdoor-Rezepte gibts zu Hauf. Getrocknetes wie Reis und Couscous lässt sich leicht verstauen. Nudeln geht auch, aber nur Spaghetti wegen dem geringen Packmaß ;) . Wenn man viel Lust hat kann man sich ein Stockbrot machen. Das ist aber aufwändiger in der Herstellung. Es gibt spezielle Trekkingnahrung in Tüten. Davon halte ich aber nichts. Man wird nie richtig satt davon, auch wenn man viel isst. Und es hält nicht lange vor.


    Quote

    - erstmal überhaupt warm bleiben (geeignete kleidung, wie kopfbedeckung (man verliert extrem viel körperwärme über den kopf!), bewegung, schlafsack)
    - trocken bleiben (geeignete kleidung, wetterschutz, unterschlupf)
    - wärme zuführen durch nahrung (warme suppe) und getränke (warmer tee)
    - genügend schlaf
    - im optimalen fall ein kleines campfeuer, auch zum wärmen und sachen trocknen


    Ja, sowiso. Das ist so das kleine 1x1. Ich experimentier aber auch nebenher viel herum :D



    Toni

  • Dann wäre die Faltlaterne vielleicht noch eine Option

    eine ? wohl kaum. zum wärmen sollte er sich diese wärmebeutel von der bundeswehr zulegen
    bischen wasser rein und der chemische prozess bringt fast geruchlose wärme.
    diesen beute kann man 10-20x benutzen
    je wärmer desto schneller ist er verbraucht

  • Ich kenn die amerikanische Version davon. Die sind doof. Dann doch lieber diese Latentwärmespeicher-Kissen. Man kocht je eh jeden Morgen und jeden Abend Wasser ab. Aber darum gehts nicht. Feuer ist schön. Feuer hebt die Stimmung. Feuer macht dein Essen warm. Feuer macht, dass du nicht mehr nach Schweiß riechst (sondern nach Rauch :D). Chemie-Tüten tun nichts davon.


    Gut, die Idee ist nicht praktikabel. Ich bleibe vorerst bei meinem Paraffin-Feststoffofen (Kerze in Blechdose).


    Nochmal zurück zur anderen Frage. Was müsste ich für eine funktionstüchtige HK500 zum Beispiel aus BW-Beständen investieren um meinen Spieltrieb zu befriedigen? Wo werden die real gehandelt?


    Toni

  • Hi, heizen unterwegs ist mein Thema.Als Wanderer fällt ein kleiner Zeltofen schonmal aus dem Rahmen. Ich hab eine Zeitlang so Teile gebaut und bin bis zur völligen Zerlegbarkeit bei etwa 1000g Gewicht gekommen. Ist aber leider immer noch nicht wirklich Rucksacktauglich. Die beste Möglichkeit bei ziemlich guter Wärme Effizienz ist ein kleiner Hobofen/Kocher. Die gibt es in ultraleicht aus Titan und selbst die klappbaren aus Edelstahl sind mit einem Packmass von ca. 0.8 cm x 12 cm x 19 cm noch Rucksacktauglich. Brauchen keinen mitzuführenden Brennstoff, der liegt reichlich draussen rum. Man kann darauf gut kochen und die machen ordentlich Wärme.Der hier gezeigte ist recht neu auf dem Markt, ein Produkt made in Germany und mit 100-20 Steinen im Preislichen Rahmen der Konkurrenz.
    Such mal nach Bushbox XL. Das Teil brennt wie die Hölle durch den Kamineffekt und hat sogar einen eingebauten Bodenschutz. Aber man sollte immer darauf achten entweder einen Stein unterzulegen oder sandigen Untergrund zu nutzen. Hobos entfachen im Bodenbereich Hitze bis zu 800 Grad!! Ich koche bei meinen Touren schon seit Jahren nur noch mit Hobos. Da ich meist mit dem Boot unterwegs bin stellt sich nicht so die Gewichtsfrage. Aber obwohl ich grössere leistungsstärkere Hobos habe nutze ich immer gerne die kleinen wie die FireBox aus USA, gibt es leider nicht mehr hier zu kaufen oder die neue Bushbox aus Deutschland. Die ersetzen ein kleines Lagerfeuer bei viel besserer Ausnutzung des Brennmaterials. Und bei richtigem Umgang auch Boden schonender als jedes andere offene Feuer.
    Solltest du da mehr drüber wissen wollen gebe ich dir gerne ein paar URLs, habe da einiges zu veröffentlicht.
    Bilder zeigen die Firebox im Einsatz dieses Jahr in Nordschweden und die neue Bushbox die ich hier für einen Freund liegen habe.
    CU Bernd

  • Hi, eine skandinavische Lavvu(Tipi) aus Norwegen." Bisontelt Tinde 3" Wird leider nicht mehr verkauft. Es gibt aber
    einige ähnliche z.B. das Lavvu Light --mal googeln. Massig Platz bei Stehhhöhe 2.80 x 2.80 x 3.60 m, Wiegt unter 10 Kg und ist von einer Person in weniger als 10 Minuten aufgebaut. Gibt es auch in grösser und aus Baumwollmischgewebe. Fa. per PN. Sind alle feuertauglich. Sowohl für kleines kontrolliertes Feuer in Hobo/Feuerschale oder Zeltofen. Das Zelt für die die keinen Bock mehr haben auf rum kriechen :D
    CU Bernd

  • Mal wieder ein Kurzbericht vonaus das Land unter den Meeresspiegel... :D


    Seit das Hollandtreffen in Stadskanaal vor 2 Monate voll vom Petro Virus erfasst.
    Hoffnungslos... schon leuchten bereits einige Feuerhande im Wohnzimmer !
    Ich weiss... ist ne out door Laterne, doch die Sturmkappe in oliv BW gruen muffelt nur die erste 2 Minuten . Flamme nicht zu niedrig bitte und...man riecht.... nix


    Verfeuert wird ein Fluessigkeit mit namen Turboheat, zu kaufen bei ein Grossheandler in Slagharen- Nl
    Aromat wird angegeben mit 0,003 % . Fuer ein 20 Liter Kanister mit Zapfkran zeahle Ich langsam bis 40 , 21 MwSt inklusieve. Vergleichbar mit Zibro Kristall, muss aber fuer diese Marke etwas leanger weiter zeahlen... ;(


    Ich habe im Forum gelezen das man bei euch nur noch in 1 Liter Flaschen verschicken darf ueber Post, DHL usw.
    Wird also nix mit diesen Kanister...


    Gruss,


    Tjerk