Dunkelkammerlampe

  • Nachdem mir jahrelang die Preise für die alten Petroleum - Dunkelkammerlampen überzogen vorkamen, habe ich nun trotzdem mal zugeschlagen, weil so eine Lampe unbedingt in die fotografische Sammlung gehört.


    Ausgestattet mit einem 10''' Rundbrenner von Hugo Schneider, Leipzig, der gegen den Lichtaustritt mit zwei brünierten Halbschalen aus Stahlblech versehen ist, und einem 10''' Massiv - Rubinglaszylinder mit einer Lichtaustrittskappe aus Messing/Stahl, erreicht die Lampe eine Höhe von 42 Zentimeter.

    Nach einer Überprüfung mit meinem alten Handspektrometer filtert das Rubinglas bläuliche und grünliche Wellenlängen sicher aus, wie es auch oben am Zylinderrand vermerkt wurde.

    Die früheste Abbildung dieses Lampentyps habe ich in einem Stukenbrok - Katalog von 1912 gefunden. Gebaut wurden diese Lampen aber bis in die dreißiger Jahre.

    Der Ursprung scheint in dem bekannten Hersteller für Dunkelkammerlampen C.F. Kindermann & Co., Berlin zu liegen, was aber ohne Markungen des Firmenlogos auf der Lampe spekulativ bleibt.

    Der Ralph ließ mir einen Auszug eines alten Kindermann - Katalogs zukommen, der aber nicht datiert ist. Mein Dank an ihn.







  • Hallo Rolf,


    hat die Firma in dem Katalogauszug:

    Kindermann & Co., S 42, Ritterstr. 11


    etwas mit der Firma

    C.F. Kindermann & Co., SW 47, Möckernstr. 68


    zu tun? Ich verfüge ja über ein paar Informationen zu C. F. Kindermann & Co. Von Dunkelkammerlampen

    steht da jedoch nie etwas.


    Grüße

    Jörg

  • Jörg, ich weiß es nicht.

    Die Bezeichnung C.F. Kindermann & Co. hatte ich einem Post von hier über Dunkelkammerlampen entnommen.

    Von Kindermann & Co. Ritterstraße 11 findet man aber das Logo auf Abschlußkappen von Rubinzylindern, und man hat wohl auch Brenner mit dem gleichen DSR - Logo versehen lassen und zugekauft.

    In fotografischen Fachliteraturen ist demnach wohl Kindermann & Co. als Hersteller dieser Lampen gemeint.

    Ein belegbarer Sachverhalt würde mich schon natürlich auch interessieren.

    Man hat ja schon öfter mal erfahren das hinter der Bezeichnung "Lampenhersteller" auch stehen kann das man die Einzelkomponenten zusammengekauft hat um sie dann vor Ort nur zu fertigen Lampen zusammen zu setzen.



  • Hallo Rolf,


    für mich sind das zwei völlig unterschiedliche Firmen.

    Möglich, dass da mal in der Vergangenheit familiäre Kontakte existiert

    haben.

    Die Fabrikmarke von C. F. Kindermann sieht so aus:


    Sie unterscheidet sich doch deutlich von der Fabrikmarke der Firma Kindermann & Co.


    Deine Firma scheint sich tatsächlich auf Photographien und deren Entwicklung spezialisiert

    zu haben:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kindermann_GmbH


    bzw. hier:

    https://www.booklooker.de/B%C3…autor=Kindermann+%2526+Co


    Grüße

    Jörg

  • Danke Jörg.

    Da wäre es ja mal nett einen frühen Katalog von Kindermann & Co. zu finden.

    Diese Lampen müssen ja auf jeden Fall vor 1912 (Stukenbrok) angeboten worden sein.

    In den Fotofachbüchern findet man keine Details. Da wird nur einfach von Zubehör z.B. für Dunkelkammern von Kindermann, ohne die genaue Firmenbezeichnung geschrieben.

  • Hallo Rolf,

    in der Digitalbibliothek meines Links gibt es auch noch frühere und spätere Adressbücher Berlins, die habe ich aber mangels tiefergehenden Interesses meinerseits nicht weiter angeschaut ob da auch was drinsteht. Manchmal findet man sogar Werbeanzeigen einzelner Firmen in diesen Büchern, die in diesem Falle vllt. noch mehr Aufschluß bringen.


  • Die Fa. Kindermann gibt es heute noch.

    Haben ihren Sitz in der Nähe von Würzburg.

    Besaß mal einen Dia-Projektor von denen ...

    Gruss aus dem "Bayerischen Nizza"
    Rüdiger II.
    ___________________________________________________________________________________________
    So ist das halt mit dem Licht: Mal brennt es und mal brennt es nicht ...
    ALLE haben immer gesagt: DAS GEHT NICHT.
    Dann kam EINER, der wußte nix davon und HAT'S einfach GEMACHT.

    | In der Theorie gibt es keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis, in der Praxis schon. |

  • Hallo Rolf,


    ich habe mir mal die geographische Situation der beiden Firmen angeschaut.

    Sie liegen 3 Km voneinander entfernt.

    Von der Firma C.F. Kindermann liegen mir Informationen aus den den Jahren

    1886 - 1908 vor. In diesem Zeitraum hat sich die Firmenadresse nicht verändert.

    Die Firma C.F. Kindermann taucht sowohl im Stoll Katalog auf wie auch in den

    Goldberg Katalogen von 1906 und 1911. In keinem dieser Kataloge wird mit

    einer Dunkelkammer Lampe oder Brenner geworben.

    Da kaum ein Hersteller alle Produkte selbst fertigen konnte, wäre es durchaus

    möglich, dass C.F. Kindermann bei der Firma Kindermann & Co. eingekauft

    hat.

    Eine weitere Spur führt nach Paris zu M. Ara:

    http://www.lumieredeloeil.com/lumiara/de/manude.htm

    Man könnte bei ihm mal anfragen ob beide Firmen miteinander etwas zu tun gehabt haben.


    Rüdiger : Schau Dir doch mal den ersten von den beiden Links an die ich weiter oben

    eingefügt habe.


    Grüße

    Jörg

  • ...

    Besaß mal einen Dia-Projektor von denen ...

    Mein Vater besaß auch einen, der dann später mal entsorgt wurde.


    ...

    Eine weitere Spur führt nach Paris zu M. Ara:

    http://www.lumieredeloeil.com/lumiara/de/manude.htm

    Man könnte bei ihm mal anfragen ob beide Firmen miteinander etwas zu tun gehabt haben.

    ...

    Hier im Forum wurde 2012 mal eine Dunkelkammerlampe gezeigt mit dem Logo von Kindermann & Co. auf dem DSR: Dunkelkammer-Lampe

    Das mit dem Firmenlogo ist dann schon irgendwie verwirrend.

    M. Ara hat das Logo C.F. Kindermann zugeordnet, und auch Bruder hat es für C.F. Kindermann & Co. benannt.



  • Chris, wobei das natürlich alleine gesehen auch kein Beleg für die Lampenherstellung von Dunkelkammerlampen bei C.F. Kindermann ist, wenn man davon ausgeht das Lampenzylinder bei den meißten Herstellern zugekauft wurden.

    Wie aber vorher schon festgestellt hat C.F. Kindermann zumindest solche Lampen verkauft, während sie von Kindermann & Co. wahrscheinlich teilweise selber hergestellt wurden, wobei ich auch da den Glastank ausschließe, der sicher von einer Glashütte produziert wurde.

  • Hallo Rolf,


    ich schließe mich Deiner Meinung voll und ganz an!

    Anbei zwei von 14 DRWZ der Firma C. F. Kindermann & Co. die mir vorliegen


    Nichtsdestotrotz wäre es interessant zu Wissen was es mit der Firma Kindermann & Co. in der Ritterstr.11

    auf sich hat.

    Mir kam schon der Gedanke, dass sich die Firma aufgeteilt hat und ein Teil nur für Petroleumlampen, Kocher, etc.

    zuständig war und der andere Teil sich mit der Photographie befasste. Dies ist jedoch nur eine reine

    Arbeitshypothese!


    Grüße

    Jörg

  • Hallo Jörg,


    nach meiner Recherche taucht diese Logo des Puttos mit den zwei Lampen zumindest bei DSR´s nicht auf.

    Und mit der Eintragung von 1880 im Berliner Adressbuch taucht für Kindermann noch eine Adresse auf, nämlich die Wilhelmstr. 84.

    Ohne die Information welche mögliche Verknüpfung zwischen den offensichtlich unabhängigen Firmen bestand oder nicht bestand, kommt man bei dem Thema kaum weiter. Eine telefonische Anfrage bei der heutigen Kindermannfirma brachte nichts. Man hätte aus diesem Zeitraum keine Unterlagen. Verwundert mich aber nicht. Firmenhistorie ist scheinbar für heutige Geschäftsführer/Manager nur unnützer Balast...


    Edit:

    Zur Geschichte von Kindermann & Co. in der Möckernstr. ein Kreuzberger Artikel:

    https://www.kreuzberger-chroni…11/september/strasse.html

  • Hallo Rolf, hallo Jörg,


    vielleicht kann ich ein bisschen zur Aufhellung der Firmengeschichte beitragen.

    Carl Friedrich Kindermann hat die Firma gegründet, muss aber wohl um 1878 verstorben sein, da am 5.2.1878 sein Sohn Paul Felix Kindermann die Firma C.F. Kindermann & Co. übernimmt. Paul Felix wurde am 30.5.1853 geboren.

    Paul Felix heiratete am 03.11.1885 Luise Emilie Mewis nachdem er schon 1882 mit Anne Julie Elisabeth Sturm verheiratet war.

    Das bleibt wohl so, bis um 1911/12 etwas entscheidendes passiert. Ab Mitte 1912 taucht Luise E. Kindermann als Inhaberin von Warenzeichen auf.

    (56095 und 57314)


    Am 21.6.1912 erfolgte die Umschreibung einiger Warenzeichen von C.F. Kindermann & Co auf die Kindermann & Co. Photo GmbH.


    Am 26.3.1913 wird Paul Helmuth Kindermann Geschäftsführer und Luise Emilie Kindermann gibt den Posten ab.

    Paul Helmuth Kindermann wurde 1891 geboren als Sohn von Luise Emilie Kindermann und Paul Felix Kindermann.


    Somit sieht für mich die Beweislage sehr klar danach aus, das beide Firmen zur gleichen Familie gehörten.

    Ob Paul Felix Kindermann um 1911/12 verstorben ist kann ich nicht belegen, aber es lässt sich vermuten.

    Erst 1913 war sein Sohn über 21 Jahre alt und damit voll geschäftsfähig.


    Das Warenzeichen mit dem 'K' und den Strahlen könnte ev. auch schon vor 1894 existiert haben und beim hiesigen Amtsgericht eingetragen worden sein.

    Gruß Lutz