Lötlampe Ricofor I

  • Hallo zusammen,


    dieses Ding wurde mir beim gestrigen Flohmarktbesuch als altes Feuerzeug angeboten. Mir war klar, dass es sich wegen der fehlenden Zündvorrichtung um kein Feuerzeug handeln konnte, aber der tatsächliche Verwendungszweck war mir nicht bekannt und so kaufte ich das alte Stück Messing.


    Mittlerweile konnte ich das Gerät als eine mit Spiritus betriebene Lötlampe zuordnen – Gesamthöhe ca. 250 mm.

    Durch eine seitlich angeordnete Düsenbohrung tritt Brennstoff aus, dieser wird über die Zündflamme im Standrohr geleitet und erzeugt so die Heizflamme (Bild rf_4.jpg)

    Wie die Lampe vorgeheizt wird ist mir nicht bekannt, möglicherweise genügt "Schräghalten".




    Leider habe ich hier Forum mit den Suchbegriffen "Ricofor bzw. Joss-Elve" nichts darüber gefunden, eventuell existiert das Ding bereits unter einer anderen Bezeichnung.


    Mich würden Angaben zu Hersteller, Alter, bzw. zur Inbetriebnahme interessieren, vorab vielen Dank für Infos…

    Sammlergrüße Chris


    :) natürlich kann jeder, so wie er es mag, die Funken sprühen lassen…

  • :)


    danke Rolf, für diesen prompten Hilfeversuch, aus diesem Angebot hatte ich meine Infos gezogen …


    … hier noch 2 weitere Netzfunde, leider ohne Angaben zur Funktion bzw. Inbetriebnahme:


    xxxxxxxx Link gelöscht, bitte keine links zu anderen kommerziellen Seiten !


    gruß Dirk



    https://lampterophiles.webnode…ques-o-s/ricofor-p30-jpg/

    Sammlergrüße Chris


    :) natürlich kann jeder, so wie er es mag, die Funken sprühen lassen…

    Edited once, last by dmag ().

  • Ja, sorry, nicht daran gedacht.

    Hauptsache der Chris kennt den Link und weiß wie das Teil funktioniert.:)


    Edit: Ich habe da gerade selber zugeschlagen.;)

  • Ich habe mal geschaut was es für die Lampe für Patente gibt.

    Der Erfinder war der Österreicher Leopold Levit aus Prag.

    Da wurde 1937 auch das erste Patent angemeldet.

    Es gab das Teil offensichtlich in unterschiedlichen Ausführungen.





  • Hallo Rolf,


    vielen Dank für die Patentinfo, damit sollten alle Unklarheiten beseitigt sein.


    Es gab das Teil offensichtlich in unterschiedlichen Ausführungen.


    so ist es, meine Lampe ist vom inneren Aufbau weit einfacher ausgeführt, besitzt dafür ein im Patent nicht vorgesehenes Überdruckventil in der Vergaserkammer.

    Sammlergrüße Chris


    :) natürlich kann jeder, so wie er es mag, die Funken sprühen lassen…

  • Die Lötlampe ist noch vor Weihnachten eingetroffen.
    Es wäre unsinnig einen neuen Thread aufzumachen, und nach Rücksprache mit Chris mache ich hier weiter.


    Das Teil kam im Originalkarton. Beiliegend zwei Düsenreinigungsnadeln.

    Ein erster Brennversuch klappte promt ohne weitere Justierung, die aber doch wohl nötig ist, denn die Flamme war nur kurz und nach oben gebogen.


    Zwei Unterschiede zur Lampe des Chris fielen sofort auf. Einmal das anders gestaltete, einfachere Überdruckventil und eine Hülse auf der Vorwärmlampe, die bei Chris scheinbar fehlt, aber überaus wichtig ist. Denn sie ermöglicht das Vorwärmen des Brenners durch eine seitlich angebrachte Bohrung die eine Düse darstellen soll.

    Ebenso wie beim Brenner wird in dieser Vorwärm - und Zündlampe der Spiritus vergast. Das Gas tritt durch die Düse aus, wird durch den brennenden Docht entzündet und erhitzt den daneben angebrachten Brenner kontinuierlich. Bei diesem entsteht ebenfalls Gas welches durch die Düse strömt und durch den brennenden Docht entzündet wird.

    Der gesamte Vorgang dauert einige Minuten.

    Um eine gerade und längere Lötflamme zu bekommen muß das gesamte Teil wohl erst einmal richtig justiert werden.

    In der Vorwärmlampe befindet sich ein Schlauchdocht in dem ein Kordeldocht steckt auf dem die Düsenhülse sitzt.

    Die Düsenhöhe zum daneben liegenden Brenner spielt eine Rolle, wie auch die Höhe dieser Hülse zum Schlauchdocht.

    Es gibt sicher Lötlampen die einfacher zu händeln sind, aber interessant ist diese Konstruktion allemal.

    In den nächsten Tagen werde ich mal versuchen die Lötflamme zu optimieren.


    Vorab einige Bilder:










  • Servus Rolf,


    danke für die Info bezüglich der fehlenden Vergaserhülse an meiner Lampe…

    …zusätzlich wäre nach der Patentschrift auch noch ein Distanzstab (Position 8 in der Patentzeichnung) vorgesehen, der diese Vergaserhülse in der Höhe positioniert.


    Ich war zwischenzeitlich auf der Suche nach dem Hersteller dieser Lampe, bei Josef Suschny & Söhne aus Fischamend bei Wien bin ich gemäß einer 1937er Zeitungsanzeige fündig geworden




    danach sollte die Lampe in 15 Sekunden betriebsbereit sein ;)

    Sammlergrüße Chris


    :) natürlich kann jeder, so wie er es mag, die Funken sprühen lassen…

  • Grins, lustige Anzeige. Kann natürlich sein das die Vorwärmzeit bei richtiger Justierung des Klapperatismus niedriger wird, aber 15 sec. bezweifle ich.

    Der Abstandsstab ist bei mir auch nicht dabei. Ich wüßte garnicht wie der durch den langen Kordeldocht zu schieben wäre. Und zwischen Schlauchdocht und Kordeldocht? Zudem sind bei mir die Dochte geklammert. Vermutlich das sie nicht gegeneinander verrutschen. Im Prinzip Blödsinn, weil der Schlauchdocht ja mit der Zeit kürzer wird.

  • guten Morgen Rolf,


    beeindruckende Bilder, da kommen "will ich auch haben Gefühle" auf…:applaudit:


    …daher, würdest du mir bitte die Hauptmaße (Rohrdurchmesser, Länge und Düsendurchmesser) der bei meinem Exemplar fehlenden Vergaserhülse bekanntgeben?


    hier noch ein altes Werbeinserat



    Sammlergrüße Chris


    :) natürlich kann jeder, so wie er es mag, die Funken sprühen lassen…

  • Hallo Chris,


    Danke für die alten Werbeanzeigen, die doch irgendwie krampfhaft wirken in dem Bemühen das Gerät an den Mann zu bringen.

    Ich vermute das nicht viele verkauft wurden, denn die ganze Handhabung der Justierung der Düsen in Höhe und Richtung zueinander ist doch umständlich, wie auch das Befüllen der beiden Tanks. Diese kleinen Taschen - Lötlampen mit den abklappbaren Griffen sind wesentlich einfacher zu handhaben bei wenigstens gleicher Leistung.

    Ich habe mir vorhin mal zum Vergleich so eine Vulcano Alemania bestellt.


    Hier die Maße der Hülse:

    Länge 40,15 mm

    Durchmesser 8,42 mm

    Wandstärke 0,36 mm

    Düsendurchmesser 0,4 mm

    Gruß Rolf


    Edited once, last by Rolf G.: Satzfehler ().

  • Rolf


    :)danke für die prompte Hilfe mit den Nachbau-Maßen…


    ich gebe dir Recht, von diesen Dingern dürfte es nicht viele gegeben haben, ich fahre seit mehr als 25 Jahren regelmäßig auf Antik- bzw. Flohmärkte, dieses war das 1. gefundene Exemplar.


    Richard

    Wo findet man eigentlich solche alten Inserate?


    Bibliotheken, deren digitalisierte Zeitungen bzw. Branchenverzeichnisse, sowie die im WWW verfügbaren Patentinformationen sind Fundgruben um an "verlässliche" Informationen zu einem unbekannten Fundstück zu kommen.

    Da die Lampe ja mit "Made in Austria" gekennzeichnet ist, so war in diesem Fall die österreichische Nationalbibliothek am ehesten Erfolg versprechend – das zuletzt gezeigte Inserat stammt aus "Neue Freie Presse 5. September 1937"

    Sammlergrüße Chris


    :) natürlich kann jeder, so wie er es mag, die Funken sprühen lassen…