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Trecker

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1

Donnerstag, 4. Januar 2018, 22:22

Karbid Sturmlaterne?

Hallo,
ich interessiere mich ja mehr für Lötlampen, aber neulich haben wir beim Aufräumen auf Opas Dachboden eine Karbid-Sturmlaterne (?) gefunden. Mein Opa war wie sein Vater Straßenwärter. Ich erinnere mich an eine große Menge an Sturmlaternen die bei ihm im Schuppen standen; aber vor vielen Jahren in den Schrott gewandert sind ;(

Nun zu der gefundenen Lampe: Außer einer verblassten Bezeichnung auf dem Glas ("Jenaer Glas") findet sich keinerlei Markung. Während der Oberteil recht rostig ist, ist der "Karbid-Teil" quasi wie neu. Selbst die Dichtungen sind noch weich. Eine kurze Recherche hat ergeben, dass wohl im 2. Weltkrieg diverse Sturmlampen auf Karbid umgebaut wurden. Handelt es sich dabei eventuell um sowas? Dann wurden die Dichtungen wohl zwischenzeitlich mal ersetzt?

Wie wird die Lampe betrieben? Unten Karbid rein und oben Wasser und dann Spindel aufdrehen und anzünden?
Oder gibts da noch mehr zu beachten? Muss mir auch erstmal Karbid besorgen.


ABurger

::..Total Verblendeter..::

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2

Donnerstag, 4. Januar 2018, 23:20

Man kann es förmlich "riechen", wie es Dir in den Fingern kribbelt.
Aber Obacht, Karbid ist nicht "ohne".
Sieh zu, daß die Lampe technisch in Ordnung ist!

Den Rost entfernen, die Düse auf Durchgängigkeit prüfen, das Glas putzen, ist der Tank dicht, kann man mit der Spindel sauber regulieren?

Evtl. meldet sich ja noch einer der "echten Experten" für Karbid
und kann Dir es richtig erklären?
Lesestoff gibt es darüber ja auch eine ganze Menge,
draußen im Netz und auch hier im Forum.

So wie es aussieht, hast Du da eine Karbidlampe mit einem Frowo-Aufsatz.
Ob es jetzt eine "Erfindung" wegen des Krieges war, glaube ich eher nicht.
Denke eher, es war reiner Zufall, daß das in diese Zeit fiel.
Aber möglich könnte es wegen der Brennstoffknappheit schon sein,
Petroleum war eher Mangelware, aber Karbid wurde jede Menge fabriziert,
man benötigt es zur Stahlherstellung - damals wie heute auch noch.
Gruss aus dem "Bayerischen Nizza"
Rüdiger II.
___________________________________________________________________________________________
So ist das halt mit dem Licht: Mal brennt es und mal brennt es nicht ...
ALLE haben immer gesagt: DAS GEHT NICHT.
Dann kam EINER, der wußte nix davon und HAT'S einfach GEMACHT.

:thumbup:

KaBra

Bekannter von Ehrich & Graetz

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3

Samstag, 6. Januar 2018, 16:18

Hallo,
http://www.pelam-forum.de/board18-fachbereich-deutsch/board31-kerzen-und-karbid/17580-getauschte-erleuchtung/#post183790
Schau fürs erste mal da rein.
Grüße Karsten

4

Samstag, 6. Januar 2018, 20:26

Hallo Trecker,
solche Lampenoberteile wurden möglicherweise ab Werk/Händler wie auch von Privatpersonen umgebaut.
Die Sache ist eigentlich ganz einfach - den Tank entfernen. Dafür wird die Haltevorrichtung für die Karbidlampe eingesetzt. Die Luftzugrohre und ihre Funktion sind für Karbidbetrieb unbedeutend.
Hier musst Du lediglich auf Durchrostungen achten, das Petroleumlampenoberteil dient lediglich als Wind- und Wetterschutz.
Ich habe hier schon die verschiedensten Ausführungen gesehen. Sofern keine Stempelung oder ähnliches vorhanden ist, kann man sich ansatzweise an der Bodenplatte des Glashalters orientieren. Sauber ausgeführte Exemplare sind hier soweit überarbeitet, dass gerade die Brennerdüse durch die Öffnung passt. Werksseitige Abänderungen glänzen hier durch ein Blechprägeteil. Durch Firmen abgeänderte Lampen sind hier oft mehr oder weniger sauber verlötet.
Private Umbauten habe ich in der Form gesehen, dass hier eingelegt, genietet, gekittet aber auch teils sauber gelötet wurde.
Aufpassen musst Du allerdings auf den Karbidentwickler. Dieses Modell hat noch ein paar Schwachstellen mehr als die normalen Grubenbomben.
Der Entwicklertopf sollte sauber sein, keine Durchrostungen. Andernfalls ist er zu löten. Eisenausführungen schweisse ich zwischenzeitlich grundsätzlich. Dann ist Ruhe!
Ein besonderes Augenmerk musst Du hier dem Wassertank widmen. Einfache Lampen sind auch hier aus Eisen gefertigt. Da hilft nur eines Wassertank ausleuchten und soweit wie möglich auf Durchrostungen prüfen. Ruhig auch die Bodenplatte mir einen kleinen Hammer vorsichtig abklopfen und mit der Drahtbürste entrosten. Ist der Boden durchgerostet, dann muss er raus! Du merkst es sehr schnell wenn es beim Klopfen rieselt. In diesem Fall löte ich immer ein 2 mm starkes Messingblech ein, ist zwar nicht notwendig, aber ich persönlich löte an dieser Stelle sehr gerne hart.
Die eigentliche grosse Schwachstelle ist die Durchführung des Gasrohres durch den Wassertank. Durch Korrosion kommt es hier gerne zu Durchrostungen und Undichtigkeiten. Daher ein besonderes Augenmerk auf dieses Bauteil.
Gerne fressen auch die Dorne der Wasserspindeln. Hier ist der Ersatz sehr dürftig. Da hilft dann eines - Nachbauen!
Die Dichtigkeitsprüfung ist ganz einfach: Wasser in den Tank, diesen abtrocken und das Ganze auf eine alte Tageszeitung. Wenn hier jetzt Wasser ausgeschwitzt wird, dann siehst Du es sehr schnell.
Noch was ganz Wichtiges:
Die Wasserspindel ist auch das Überdruckventil für das Gas im Entwickler. Wenn das Ding nicht funktioniert, dann kann es sehr schnell eng werden. Dann steigert sich der Gasdruck und richtig gefährlich wirds dann ab ca. 1,6 Bar. Da zerfällt Atecylengas nämlich in seine chemischen Bestandteile und das explosionsartig. Sprich Lampe mutiert zur Minigranate. Da gab es schon böse Überraschungen.
Als Brennerdüse kann man sehr gut eine Düse mit einem Verbrauch zwischen 16 und 24 Litern verwenden. Aber nicht darüber, sonst beginnt die Flamme zu rußen. Da musst Du einfach mal ausprobieren! Die Düsen bekommst Du bei Firmen welche sich auf Carving und Karbidlampen spezialisiert haben.
Den Karbidentwickler nie mehr als 50% füllen. Das Zeugs dehnt sich aus und sprengt im dümmsten Fall den Entwickler.
Gummidichtungen kann man sich selbst schneiden, aus Platten! Runddichtungen kann man aus Dichtungsschnüren kleben. Gibts in der grossen EBucht.
Karbid ist leicht zu erwerben und wird Dir direkt vor die Haustüre geliefert. Google mal einfach unter Karbidversand.
Karbid ist ein industriell genützter Stoff, welcher z.B. in der Stahl- und Gummiindustrie tonnenweise benötigt wird. Von selten kann keine Rede sein, auch wenn Dir Schlaule Schlauberger in der EBucht was anderes klar machen will.
Es gibt in Europa, ca. 6 Grosswerke welche das Zeugs herstellen.
Da Karbid jedoch unter Gefahrengut fällt, schlagen im Handel die Transportkosten sehr heftig zu Buche!
Nach meinen bescheidenen Erkenntnissen dürfte möglicherweise die Acetylengasverordnung möglicherweise noch in einigen Bundesländern in Kraft sein. Nach dieser müssten Lager über 125 kg der unteren Verwaltungsbehörde mitgeteilt werden. Kommst Du mal in diese Lagerklasse, dann einfach mal bei der Verwaltungsbehörde zurückfragen.
Grüsse
Erich

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