Posts by jp10686

    danke für Deine wie immer kompetente Antwort!


    Was man von einer Lampe erwarten kann, erschliesst sich wohl oft erst im Vergleich mit einem wirklich gut leuchtenden Exemplar, denn irgendwie heller wird es ja immer, wenn das obere Dochtende brennt. Also muss man sich erst bewusst werden, dass da irgendwas nicht optimal ist und dass es an der Kombination nicht aufeinander abgestimmter Teile liegen könnte.


    Mir kommt da der Vergleich mit Holzbearbeitungswerkzeugen in den Sinn. Erst wenn du mal mit einer wirklich scharfen Säge gesägt hast, weisst du was eine scharfe Säge ist und was man sich antut, wenn man sich mit einem schlechten Exemplar abplagt.

    Die Fragen sind doch, falls man noch nicht Experte ist:

    Wie und woran sehe ich, ob der Brenner eine Flammscheibe braucht und die fehlt? Der Zylinder gäbe Hinweise, aber oft wird ja irgendwas zusammengesteckt was vom Hersteller nie und nimmer so beabsichtigt war. Wenn dann auch auf dem Dochtrad nichts steht ...

    Dann erst, woher bekomme ich passenden Ersdatz oder kann man etwas basteln/herstellen?


    Bei Angeboten in der Biucht oder auf dem Trödel ist es oft so, dass die Anbieter selbst oft nicht viel von der Ware verstehen. Schnäppchen machen UND sich vom Verkäufer beraten lassen geht aber nicht.


    Was mir beispielsweise immer noch nicht klar ist: ob ein Matadorbrenner mit fehlender Brandscheibe und passendem Kosmos-Zugglas ein befriedigendes Flammbild liefern kann oder ob das auch technisch ein Murks ist.

    Noch ein Nachtrag zur oben verlinkten Verpackungsanleitung für Petrollampen. Es ist angegeben, den Tankinhalt abzufackeln, was je nach Tankinhalt entsetzlich stinken könne.

    Damit wird man sich, wenn man nicht sehr abgelgen wohnt, keine Freunde machen. Man kann aber eine leere Milchpackung mit feinen Sägespänen füllen, das Altpetrol da reingiessen und das Ding dann in den Abfall geben, der dann in der KVA verbrannt wird.

    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass freundliche Hinweise zur Verpackung beim Verkäufer kein Missfallen veranlassen, zumal wenn sie von der Ware nichts verstehen. Sieht man am Sortiment und an der Beschreibung.


    Früher gab es noch die gute alte Holzwolle als Polstermaterial.


    Im Zweifelsfall lieber hinfahren und abholen, wenn es sich irgendwie ausgeht. eine Hängelampe mit Lyra und 28er Schirm bruchsicher zu verpacken ist schon einiger Aufwand.

    Mir gelingt freihändiges Weichlöten von Schirmreifhalterungen am Reif und an der Galerie nicht. Ich muss etwas basteln um die Dinger so zu fixieren wie es dann sein soll (Galerie zentrisch, alles waagrecht usw.) Alles vorher auf einer Holzplatte fixieren und mit Abfallstücken unterlegen hilft, Holz kann die Temperaturen beim Weichlöten kurzzeitig ab. Den Aufwand nicht scheuen.

    Hast du fürs Abholen einen Transporter gemietet?


    Du kannst ja die jeweils zwei Besten eines Typs behalten und den Rest als Tausch - oder Schenkmasse verwenden.


    Ich staune immer wieder über diese mit Zierguss überladenen Hängelampen, die offenbar einmal Mode waren. Prachtstücke zum Abstauben.


    War das ein Nachlass? Die Stücke sehen ja vorwiegend ungepflegt aus.

    Abgesehen vom Restaurationsbericht schreibst du ein korrektes aber drolliges Deutsch. Das ist nicht als Tadel gemeint, es macht aber Spass beim Lesen.

    "das Gefühl der völligen Zufriedenheit hat mich nicht verlassen." lässt beispielsweise rein von der Wortwahl her eine sprituelle Erfahrung der höheren Art vermuten. Du möchtest aber damit zum Ausdruck bringen, dass du den Spass an der Sache noch nicht verloren hast.

    Ich suche mir auch eine solche Lampe :-))

    Diese grossen Schirme findet man, wenns kein Original sein muss, oft auch noch bei neuen pseudo-altertümelnden Elektrolampen verbaut, die mit viel Schmiedeeisen und anderem Behang auf alte Petroleumhängelampe machen. Ich würde den Durchmesser an der kritischen Stelle messen (Aussendurchmesser des unteren Randes, der in den Reif der Lyra passen muss), dann mich beim Trödel oder auf Flohmärkten umschauen und wenn du eine Lampe mit passendem Schirm findest, die kaufen.

    Bei uns hängen in jeder Brockenstube meist Dutzende dieser Dinger. Es kommt billiger als bei elektronischen Kleinanzeigen und du hast das Problem des heiklen Versands der brüchigen Ware nicht.

    Danke für die kompetente Antwort.

    Das "Pat. angem." in der gleichen Schrift wie die Firmenbezeichnung hat mich auch irritiert, deswegen nahm ich mal an das sei der Hersteller gewesen. Was bedeutet dann HAFFA, wenn die Firma Jules Egli hiess?

    Bei Luftschutzlampen aus dem Krieg wurden beispielsweise die verwendeten Helvetia-Lampen mit einem zusätzlich seitlich am Tank aufgelöteten Blechschild mit dem Namen des Eigentümers, z.B. Baudepartement Basel, bezeichnet.

    Kriegsware deshalb, weil kriegsbedingt ja alle Buntmetalle durch anderes ersetzt wurden. In der Schweiz waren ab 1942 bis 1946 auch die 1 und 2 Rp. Münzen aus Zink. Auch die Lebensmittelrationierung in der Schweiz wurde erst 1947 oder 48 aufgehoben, Also kann man wohl auch in den ersten zwei oder drei Friedensjahren nach dem Krieg noch von qualitativer Kriegsware oder präziser Nachkriegsware sprechen, weil damals im Umfeld der Sachweiz alles kaputt war und viele Rohstoffe noch nicht frei erhältlich waren.


    Die Lampe entspricht in der Bauart nicht dem verlinkten Patent von 1955. Es gibt keine Kanäle, welche wie im Patent beschrieben den Brennstoffbehälter nach unten durchbrechen. Der Bügel ist federnd in zwei sich gegenüber stehenden auf der Tankoberseite aufgelöteten Metalllaschen eingehängt.

    Die Luft zum Brenner kommt offenbar wirklich nur durch die Undichtheit des unteren Sitzes der gelben Blende.

    Ob das nun ein Vor- oder ein Nachfolgemodell zur Lampe in der Patentschrift ist? Weil der Verzicht auf die Luftkanäle eine Vereinfachung ist, vermute ich deshalb dass sie jünger ist.

    Der verwendete Kunststoff ist sehr alterungsbeständig, keine Versprödung, keine Absplitterungen, keine Farbänderung.

    Aus Beständen der Schweizer Armee, in Liquidation

    Hersteller gemäss Prägung auf dem Deckel Haffa AG Pfäffikon ZH

    Zum Zerlegen muss man bloss den Haltebügel zusammendrücken. Sie hat einen in den Tank gesteckten Brenner der Firma Barton. Der gelbe Windschutz ist aus Kunststoff. Es gibt unten keine Löcher oder Rillen um die Luft zum Brenner zu lassen.

    Ich habe aus den reichlich zwei Dutzend vorhandenen Lampen noch eine gefunden mit Porzellankopf und Brennerkörper aus Messing, die meisten Brenner sind aber wohl Kriegsware und aus Zinkblech oder verzinktem Stahlblech gefertigt.

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    Wenn man es löten will, kann man das Ventilrohr in das Bohrfutter einer Bohrmaschine spannen, auf den Bohrständer damit, drehen lassen und den anvulkanisierten Gummi mit einem altem Messer oder dergleichen abfieseln. Passenden Holzklotz als Auflage verwenden. Wer eine Dreh- oder Drechselbank hat, tut sich natürlich einfacher.

    Meine Oma hat noch von "Verdunkelungsbirnen" erzählt, das waren Glühlampen mit blauem Glas. Die waren wohl für Eingangsbereiche gedacht, wo man nicht mit Fensterläden oder Vorhängen verdunklen konnte.

    Als Kind dachte ich, die machste an und dann wirds im Raum dunkel.

    Ich habe früher manchmal Sperrgutfunde auf dem Flohmarkt verkauft. Abgesehen davon dass ich gemerkt habe dass ich keine Händlernatur bin - ein Kollege kam mal mit und hat für mich Verkäufer gespielt, mit extremer Umsatzsteigerung - hat es genervt dass manche Professionelle bloss ein paar Kisten an den Platz gestellt haben und dann zuerst den Gelegenheitsverkäufern die guten Sachen abgekauft haben. Das war spätestens dann nervig, wenn die angefangen haben, deine Kisten auszuräumen, was du eigentlich selber tun wolltest.


    Der grosse Vorteil vom Flohmarkt gegenüber Internet ist, dass du oft Sachen findest, die neben denen liegen die du auf dem Sucher hast, das passiert im Netz nicht so leicht. Also ein paar gute Schraubzwingen zu kleinem Preis gefunden, weil die neben einem Fernglas lagen, das ich eigentlich wollte. Oder Grabbelkistenware, weil viele sich nicht die Mühe machen in den Kisten zu graben.

    Und - man kann die Ware begutachten. Gerade bei etwas empfindlichen mechanischen Geräten, wozu auch Petrollampen gehören, ist das ein grosser Vorteil.

    So mehr als zwei, drei Stunden nach Eröffnung kann man Glück haben - manche kommen extra spät in der Hoffnung die Standgebühr zu umgehen, wenn der Kassier schon vorbei ist - oder eventuell besser feilschen, wenn die Verkäufer ihren Kram nicht wieder nach Hause nehmen wollen. Aber beizeiten da sein lohnt sich auf jeden Fall.

    Ich kenne die von sehr alten Spiritusbrennern, wurden oft für Fondue-Rechauds verwendet bevor man die flachen Typen mit dem Schwamm und der Lochscheibe hatte, die inzwischen von den Pastenbrennern abgelöst sind.

    Zum Regulieren der Flamme wird nicht der Docht verstellt, sondern es hat über dem Brennerrohr ein zweites mit einem Kragen, das man hochschieben und feststellen kann.

    Ich verstelle meine Dochte selten, wenn sie die richtige Höhe für die Flamme im warmen Zustand der Lampe haben, bleiben die so.

    Dass man ihn nur wenige mm rausdrehen kann ist normal: das Dochtrohr läuft konisch zu - wenn die Dochtbreite stimmt, treffen die beiden Seiten genau am Ende des Dochtrohrs aufeinander. Wenn man weiter rausdrehen will, drücken sie gegeneinander.

    Wenn der Docht sich gut verstellen lässt, dann kommt er oben als geschlossenes Rohr so weit raus, wie man ihn rausdreht. Insofern kann ich das nicht nachvollziehen. Ich habe das Gefühl, dass es bei Schwergängigkeit an einem zu dicken Docht bzw. zu geringem Restspalt beim Triebrad im Brenner liegt. Der Docht passt dann nicht mehr zwischen Triebrad und äusserer Brennerrohrwand durch und das Triebrad muss sich dann erst im neuen Docht eine Rinne graben, was sehr schwer geht. Deshalb den Brenner festhalten und den nassen Docht mit einer Flachzange packen und ein paar Mal hin- und herziehen, nicht am Dochtrad murksen. Meist geht es dann. Wenn man den Docht nach dieser Behandlung betrachtet, sieht man dass er dort wo im inneren des Brenners die Triebrädchen greifen je eine Rille hat.


    Das mit den zu dicken und schlecht fördernden Dochten ist aber auf jeden Fall eine Plage.

    ... mehr als nur die serienmässigen Rolladengurte gegen anständige gewaschene Dochte zu tauschen. Irgendwas ist bei diesen Brennern falsch konstruiert. extrem mieses Flammbild, ständiges nachregeln der Flamme.

    schlechtes Flammenbuild und dauerndes nachregeln müssen deutet aber schon daraufhin, dass der Docht das Problem ist, oder der Betriebsstoff.

    Manche neuen Gaudards, wie auch andere neuen Lampen aus Souvenir- und Nostalgiegeschäften haben ab Neukauf schon falsche Zylinder drauf - viele Leute die das aus dem Bauch heraus kaufen finden wohl, dass Birnenzylinder auf eine Petrollampe gehören, weil Petrollampen in jedem Western-Film eben so aussehen. Da man diese Wiener Zylinder leider auch auf einen Kosmos-Brenner stecken kann, wird diese Kombination oft so sogar ab Werk verkauft.

    Siehe z.B. diese hier. Man kann den Hersteller deshalb verurteilen, aber die müssen schliesslich auch von dem leben, was sie verkaufen.

    Wenn die Lampe dann bloss ohne gebrannt zu werden irgendwo im Regal in der guten Stube steht, ist es ja auch egal - der Laden hat was verkauft und der Käufer hat was Schönes bei sich stehen.