Posts by polaris1977

    Beim längeren einlagern würde ich zusätzlich die Pumpe ziehen, um das Leder zu entspannen.

    Ich auch und für längere Lagerzeit zudem das PuBoV rausschrauben und zerlegen, damit die Dichtung nicht verklebt, die kann man ja nicht entspannen wie beim VerFuV. Bei Wiederinbetriebnahme kann man da ja binnen Minuten wieder reinsetzen, was sehr viel schneller und einfacher ist, als ein ggf. verklebtes erst wieder klar zu machen.

    eine 500er Geniol mit Kiste, die stand wohl mal unter Wasser.

    Vielleicht Grundwasser im Keller. Ich frage mich ja ashcon lange, bei wie viel Staub, Laub u.ä. und Spinnenweben der Übergang vom Keller zum Bodenfund erfolgt ...


    Ich habe bisher angerostete Zentrierböden genau wie die Mäntel nach dem säubern mit Colabad behandelt mit recht konvervierendem Erfolg. Lohnt sich darüber hinaus wohl ggf. eine Schnellbrünierung?

    ich finde es ja seltsam, daß bei gebrannten Sifflampen oder welchen aus semiarchäologischen Auffindesituationen immer die Zentrierböden so gammelig/rostig oder sogar wie hier zerstört sind. Die Innenmäntel sind meist kaum oder nur oberflächlich angegammelt oder verrostet, obwohl die doch thermisch und abrasiv eigentlich viel mehr vorbelastet wurden und die Zentrierböden beim Verbau ja auch mal vernickelchromt waren ...

    Danke. Würde es sich nicht lohnen bei so einer verstümmelten 250er einen aktuellen Hochleistungsakkupack in den Tank reinzuimplementieren um dann eine starke LED-Retrofitbirne mobil zu befeuern? Käme der fossil befeuerten ja optisch und funktionell noch am nächsten ...

    Und das nächste Projekt ist da:


    In der kleinen Bucht gefunden, in noch erträglicher Entfernung mit zunehmender Freude besichtigt und dann zu einem für mich noch erträglichen Preis mitgenommen: Petromax 827 BGS mit emailliertem Schirm:

    Ohne irgendwelches ja völlig entbehrliches Zubehör, ich weiß auch nicht ob es da mal was BGS-spezifisches gegeben hat. Aber nicht nur die schwer ersetzbaren 250-spezifischen Teile der ehemaligen Grenzschützerin sind alle und anscheinend auch heil vorhanden sondern insgesamt ist alles vollständig da und dem bisherigen Anschein nach ist auch alles so es wie mal zusammen montiert ausgeliefert und dann wohl irgendwann mal (NIB?) ausgesondert wurde.

    Nach einer ersten schnellen Reinigung des Tankbodens habe ich dann auch eine Ritzung gefunden die ich als eine 11/9 entziffere wobei ich mir mit der 9 wirklich sicher bin, die 11 hat etwas Interpretationssspielraum, allerdings würde 44 bzw. 77 wenig Sinn ergeben, auch wenn das aktuell besonders gut zu mir passen täte. Das spräche AFAIK für den November 1959 was hinsichtlich der Bauteile und deren Ausführung und Verarbeitung wohl auch soweit hinkommt. Das Glas ist mit Schott Jenaer Suprax Glas und Petromax gemarkt, was sich zeitlich AFAIK auch dazu einreiht.


    Die Pumpe saß so auf 1/4 Weg ausgezogen fest, zum Glück wie sich anschließend herausstellte war nur das Leder im Pumpenrohr dort festgeklebt, wo es das offensichtlich inkontinente PuBoV mal hingedrückt hatte. War ich sehr froh nach der nervigen Sauerei dem abgefallenen und quer unten im Schacht verklebten Lederrest mit Platte in der 250er Aida die ich im Frühjahr in der Mache hatte. Im Tank war eine kleiner Rest irgendeiner klaren gelblichen Plörre, die für mich eher nach Terpentin oder Nitroverdünner oder was ähnlichem roch. Zum Glück war der Tank aber weitgehend sauber eventuell sogar durch das Zeug. Überall an den Verschraubungen und am Vergaseroberteil war dann auch so eine bitumige Matsche, vielleicht is da was durchgekrochen und dann eingetrocknet. Sollte sich aber hinkriegen lassen, die Dichtungen müssen eh neu und für die Reinigung is komplett Zerlegen eh einfacher, die Dichtungen müssen entweder definitiv eh neu oder vermutlich neu. Das Vergasergestänge ist gangbar und sogar die Nadel schient noch richtig eingestellt zu sein.

    Das Ding ist wohl die verrußteste Starklichtlampe ich ich bisher in den Fingern hatte, neben der Innenmantelgruppe hat es besonders das kopfüber(!) eingesetzte Glas und den Schirm erwischt. Es war ein Erbstück, zu dem sich vom netten, aber unkundigen Verkäufer nicht viel in Erfahrung bringen ließ. Möglicherweise war sie mal mit diesem Zeug testweise gestartet worden und wurde nach dem vermutlich infernalen Ergebnis dann stehengelassen. Die dicke Rußschicht ist auch zumindest in den unteren Schichten ungewöhnlich klebrig/ölig, ich vermute auch daher einen Betriebsversuch mit der seltsamen Plörre was immer das war. Es war sogar noch ein intakter Socken dran, aber mit komischer Ausformung und irgendwie eher in der Größe eines 150ers.

    Der Zentrierboden hat unter dem leichten Dreck etwas dort ja häufig zu findenden Flugrost. Sonst scheint unter der moderaten Dreckschicht eine ziemlich blanke oder zumindest nur leicht patinierte Chromschicht zu liegen. Kein vergleich zu der siffigen Gammelschicht und den Feder+Ködelansammlungen an/in der schon genannten Aida, unter der die Verchromung teilweise übel zugerichtet war. Abgewetzte Stellen oder sonstige Betriebsspuren scheinen eher nicht da zu sein, sie ist wohl wenig genutzt bis auf das eine mal das ich mir lieber nicht vorstelle. Hoffentlich gab es da keine Verletzen oder abgefackelte Gebäude.

    Glas und Schirm sind soweit auch schon wieder sauber, hauptsächlich um das Handling zu erleichtern. Der Schirm hatte darunter bis auf 2 nagelkopfgroße Dellen mit Abplatzung am Rand eine weitgehend heile Emaillieschicht anzubieten.

    Mehr dazu irgendwann demnächst mal im Vorher/Nacher-Thread. Ich denke ich werde sie erstmal für Normalbetrieb fertig machen und dann später nochmal erwägen sie zur Alkoholikerin umzuschulen. Wollte ich eigentlich definitiv mit der nächsten 250er machen, die den Weg zu mir findet aber irgendwie neige ich bei einer aufgearbeiteten dann doch wieder zur konstruktionsnahen Fütterung, auch wenn die 250CP für Alkohol so prädestiniert sein soll ...

    Diese Seriennummern ohne Jahrescodierung Nummern belegen eine Produktion mindestens nach ~1972. Also in Portugal oder in China gefertigt bzw. wenn sie sehr neu sind hierzulande aus China-Teilen oder Baugruppen endmontiert. Eine Bestimmung wäre da nur noch anhand von Fertigungsdokumentationen zu den Seriennummern möglich, die es für Portugal nicht mehr gibt und für China kaum zugänglich ist, sofern es denn welche gegeben haben sollte.

    Aufgrund der sehr kantigen Manometerflügel an der Lampe rechts im Bild erscheint mir der Tipp von Matthias sehr treffend. Die linke ist vielleicht etwas älter, auch weil der Farbstich der Verchromung dort etwas "wärmer" erscheint. Hinweise geben hier ggf. auch die Details am Innenmantel sowie die Rändelungen und Gewinde. Je grober und ungleichmäßiger die jeweils ausgeführt sind und je mehr scharfe Kanten, Grate oder Riefen da zu finden sind, desto wahrscheinlicher ist eine Produktion Mitte/Ende der 90er oder in 200X. Danach wurde es dann nach meinem Eindruck wieder etwas besser, v.a. bei den Innenmänteln. Auch scheint mir seitdem die Vernickelung wieder etwas üppiger geworden zu sein, was sich neben Gewicht, Haptik und Klang auch am Farbstich äußert.

    Also ich denke die Bilder in #15 zeigen sehr eindeutig, wo es gewaltig undicht ist. Ich glaube es wäre daher zielführend wenn er erstmal versucht, daß irgendiwe hinzukriegen, bevor er mit Eimertest oder sonstwie noch mögliche weitere kleinere Undichtigkeiten suchen geht ...

    Ein Dichtring unter der Düse, wie auch bei einer Ölablasschraube?

    Könnte helfen, erzeugt aber halt auch wieder Einstellungsbedarfe und ist eine potentielle Undichtigkeitsquelle mehr.

    Versuchen, das Vergaseroberteil winklig abzufeilen/ schleifen und polieren um eine ebene Dichtfläche zu erreichen?

    Das wäre wohl die sicherste und sauberste Lösung wenn du das hinkriegst. Vielleicht erstmal mit einem anderen Vergaseroberteil zur Eingrenzung testen, bevor Du dir so viel Arbeit machst ...


    Da ich zum Glück alleine lebe kann ich die beiden 150er nach Lust & Laune mit Paraffinöl geruchsarm leuchten lassen und bei bedarf noch die 500er oder auch die 250er aus dem Flur dazuschalten. Falls der Geruch mal zu intensiv wird, übertöne ich ihn ggf. mit Latakia-Blends.

    Wie lange sollte ein Glühstrumpf halten?

    Empirische Erfarungsregeln besagen, daß die Haltbarkeit vor allem davon abhängt, wie gut sich der Strumpf ausgebildet hat. Perfekte, gleichmäßige, hübsche, zentrierte und perfekt leuchtende halten i.d.r. nur kurz, amorphe, ungleichmäßige häßliche, schiefe und schlecht ausgefüllte i.d.r. sehr lange.

    Das letzte Bild war das was ich wollte! :weizen:


    Das sieht mir nach einem Teil aus Graetz-Fertigung (Petromax) aus, vermutlich verbaute Restteile. Die Kappen aus neuerer Zeit haben eine etwas geringere Materialstärke und eine schwächere Riffelung als die alten von vor 1970. Vgl. das Anleitungsbild von Werner. Das deutet für mich auf eine Fertigung in den 70ern hin, also relativ frühe Fertigung. Es gab bei Geniol für einige Zeit da eine abweichende Pumpenkappe mit eckigerem Profil und Fischhauträndelung, das kenne ich aber nur bei Lampen aus den 80ern. Diese scheinen dann mit der China-Verlagerung verschwunden zu sein bzw. mit der Umorientierung auf das Petromax-Label. Das ist zeitlich auch stimmig mit dem Manometer mit den noch verrundeten Flügeln.

    Die Altersbestimmung ist aus diesem Zeitraum besonders schwierig, weil da eben erhebliche Produktionswechsel gab. Allerdings sagt auch eine Tankprägung aus den 60ern nur aus, wann der Tank gefertigt wurde. Wann die Lampe insgesamt montiert wurde und von wann die übrigen Baugrupppen stammen bleibt auch da offen. AFAIK hat Graetz bis zum Ende der Fertigung immer eine hohe Baugruppenbevorratung betreiben, um bei Bestellungen recht schnell liefern zu können. Bei der Lieferkettenlage aktuell würden sich wahrscheinlich viele Produzenten solche Lagerbestände wünschen ...

    Das Glas sagt über das Gesamtalter wenig, das ist wohl eines der oder sogaR das am häufigsten ersetzte Lampenteil, sogar bei ungebrauchten oder kaum gebrauchten Dekostücken.


    Zum Pumpen is ja schon fast alles gesagt, eventuell ist noch zu wenig Vaseline am Pumpenleder, das spart ggf. auch so einige Hübe. Den Tank zu überdrücken schafft man mit der integrierten Pumpe kaum, bei stärkeren externen Pumpen auf ein angebautes Ventil schon eher.

    Wenn das Manometer Funktion zeigt is das ja schon mal praktisch. Wenn du einen drucklosen Kaltstart macht und einfach Druck aufpumpst, bis sie nicht mehr heller wird und dann das Verhalten beobachtest ist selbst ein sehr ungenau kalibriertes Manometer im Betrieb hilfreich.

    Ach ja, von innen sieht der Tank noch echt super aus.

    Da war die komische Plörre drin vielleicht sogar ein konservierender Glücksfall. Hat vielleicht auch die Dichtungen vorm Aushärten bewahrt.

    zu 1:

    Kann sein, daß man da was zufüllen kann ohne das es Probleme oder zumindest suboptimale Funktion gibt aber ich würde das nicht ausprobieren. Wenn das was da noch drin ist nach Benzin riecht hast Du aber wohl eher bessere Chancen, daß da wenig Ablagerungen oder zähe Reste im Tank drin sind. Wenn das raus is und Du keine Hinweise auf Ablagerungen findest, solltest Du eigentlich für einen Test ohne weitere Großreinigung auffüllen können.


    zu 2:

    Mach ich unter normalen hiesigen Umgebungsverhältnissen und Temperaturen auch so. Falls Du genauere Angaben findest würde ich eher welchen mit C-Längen <13 als >13 nehmen, anders herum als ich es bei Dochten mache.


    zu 3:

    Erschient mir besonders richtig, wenn es eine ältere Dichtung im Vergaserfußventil ist und perfekt, um ggf. noch Reste des undefinierbaren Brennstoffrestes aus dem Vergaser rauszukriegen.

    Wenn du aus dieser Position sanftstartest, sollte es auch bei defekter Vergaserfußdichtung gehen. Das Pumpenbodenventil muß aber arbeiten und das ist oft als erstes defekt, allerdings läßt sich die Dichtung wechseln, ohne alles zu zerlegen. Egal wie der Test ausfällt würde ich die Dichtungen aber grundsätzlich alle mal erneuern, alleine schon wegen des undefinierbaren Brennstoffes der drin war.


    Zu den Strümpfen hat Werner schon das richtige geschrieben. Die Luxors in Papier sind nach meiner Erfahrung sehr gut, wenn sie korrekt gelagert wurden.


    zu 4:

    Mit den schwarzen Teilen zusammen mit dem Feuermännchen-Typenschild und den noch verrundeten Flügeln am Manometer vermute ich mal 70er oder frühe 80er, also frühe Fertigung in Portugal. Kannst du noch mal ein Photo von der Pumpenkappe (Bauteil #42) machen?


    Schönes Teil!

    Lass das Glas erstmal raus, nicht das es durch Flammenaura zu heiß wird und platzt.

    Gute Idee, ggf. auch noch temporär eine Sanitärrosette über den Brenner oder über die Mischkammer einbauen, um das Mischrohr zu schützen, sofern das ohne Sockenzerstörung klappt. Und dann mal etwas länger laufen lassen, ggf. hier(!) auch mal mit dem aromatenreichen Stinkepetroleum aus der Farbabteilung im Baumarkt probieren, natürlich draußen.

    Leider mit einer starken Aura.

    Wie lange hast Du sie denn laufen lassen? Nach 6 Jahren Dämmerschlaf kann da ja durchaus mal ne halbe Stunde oder Stunde dauern, bis die weg geht.


    Für den Fall daß Deine Lampe individuell keinen "langen" Socken mag, kannst Du beim nächsten notwendigen Wechsel ja mal einen ausprobieren, der sich kugeliger ausformt, wie z.B. die aktuellen Pelam- oder Petromax (nicht Helox).