Handlaterne mit Zündmechanismus

  • Hallo, da Rolf dieser Tage eine Handlaterne mit Facetten Gläser vorgestellt hat, viel mir ein dass ich auch noch eine Handlaterne mit eben solchen Gläsern habe, die nur darauf wartet wieder in Betrieb genommen zu werden.

    Ich habe nirgendwo etwas finden können was mir hilft den Hersteller zu identifizieren, aber ich hoffe dass mir jemand aus dem Forum hier was dazu sagen kann.

    Das tolle an der Lampe ist dass sie einen Zündmechanismus besitzt, leider ist die Feder die den mechanismus auslöst kaputt. Ich hoffe ich bekomme ein paar Hinweise wo ich eine Ersatzfeder finden kann.

    Der Tank hat eine Stopfung daraus schließe ich dass die Laterne wohl mit Spiritus betrieben wird, aber korrigiert mich bitte wenn ich damit falsch liege.


    Und wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.

  • Hallo,

    eine Spiritusflamme alleine gibt nur sehr wenig Licht, dann eher schon Benzin, wie es ja auch bei Bergbaulampen durchaus verwendet wurde.

    Der Zündmechanismus dürfte mit einem Feuerstein arbeiten, daher würde ich Petroleum als Brennstoff eher ausschließen da dieses mit einem Feuerstein nicht ohne weiteres gezündet werden kann.


    Bzgl. der Feder wäre evtl. ein Uhrmacher der Großuhren macht eine Bezugsmöglichkeit.

    Selber wickeln ist für ein einzelnes Exemplar zu aufwendig sofern man nicht den passenden Federstahl und eine provisorische Vorrichtung zu Hause hat.

    Man kann einen alten Wecker oder ein altes Türschloß federseitig ausschlachten sofern die Breite des Federstahls der Wickelfeder zufällig passt.

    Das Glühen und erneute Härten nach der Formgebung erfordert aber schon Kenntnisse und Geschick.

    Grüße


    Andy


    Fiat Lux !

  • Danke Andy, ich habe gerade im Netz genau die gleiche Lampe gefunden, da steht dass sie mit Benzin Betrieben wird und zwischen 1900 und 1930 hergestellt wurde.

    Leider fehlt der Hinweis zum Hersteller.

    Und wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.

  • Danke Andy, ich habe gerade im Netz genau die gleiche Lampe gefunden, da steht dass sie mit Benzin Betrieben wird und zwischen 1900 und 1930 hergestellt wurde.

    Leider fehlt der Hinweis zum Hersteller.

    Kannst du mir über PN einen Link zu der gefundenen Lampe geben?


    Edit:

    Danke, habe sie gefunden.

    Der Lackierung nach müßte es sich um eine Feuerwehrlaterne handeln.


    https://nat.museum-digital.de/…ekt&oges=31769&navlang=de

    Gruß Rolf


    Den Kopf nicht nur zum Haareschneiden nutzen...

    Edited once, last by Rolf G. ().

  • Danke Rolf und Wilhelm für die Infos.

    Gebrauchte Federn hätte ich zur Genüge. Ich muss mich aber erst informieren wie die zu biegen sind, hat da jemand erfahrung damit.


    Grüße Ulrich

    Und wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.

  • Ich muss mich aber erst informieren wie die zu biegen sind, hat da jemand erfahrung damit.

    ...

    Als Uhrenbastler hat man dergleichen häufig gemacht.

    Da wo geformt werden soll erhitzen über die Rotglut hinaus.

    Abkühlen lassen und biegen.

    Polieren, und danach insgesamt zur Rotglut bringen und in Öl abschrecken.

    Die Kunst ist dabei die richtige Härte zu erreichen damit die Feder unter Beanspruchung nicht bricht.

    Gruß Rolf


    Den Kopf nicht nur zum Haareschneiden nutzen...

  • Wie gesagt ich habe genug Federn zu probieren, als Mechaniker von Motorsägen, Rasenmäer usw. bekomme ich jede Menge Federn. :applaudit::applaudit:

    Und wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.

  • ... zur Rotglut bringen und in Öl abschrecken.

    Die Kunst ist dabei die richtige Härte zu erreichen damit die Feder unter Beanspruchung nicht bricht.

    Rotglut ist nicht ganz der präzise Begriff, Hellrot bis Orange trifft es schon besser. Ob in Öl oder Wasser abgeschreckt ist relativ egal, so dünne Streifen brechen selten. Dann ist das Teil viel zu hart und deshalb spröde, geeignet zum Glasritzen, aber nicht zum Federn.

    Nun muss das Material auf ca. 400° erwärmt werden, man nennt diesen Arbeitsschritt 'Anlassen'. Der heimische Backofen heizt nicht so weit hinauf, also muss die Lötlampe oder der Camping-Kocher her. Nun langsam abkühen lassen, am Besten in feine Holzasche betten. Ideal wäre natürlich ein Ofen, worin der Stahl eine ganze Stunde bei konstanter Temperatur liegen könnte.


    Das Material für Federn ist übrigens seit jeher ganz einfacher Kohlenstoff-Stahl, alo reines Eisen mit einem C-Gehalt von ca. 0.5% bis 1% und allenfalls noch etwas Silizium als Legierungsbestandteil. Natürlich gibt es heutzutage auch high-tech Federn mit speziellen Eigenschaften wie Hitzebeständigkeit oder Rostfreiheit,diese lassen sich nicht mehr in der Bastelwerkstatt bearbeiten. Und sind nicht stilecht in einer alten Lampe!


    Wie finde ich nun heraus, welches die richtige Temperatur zum Härten bzw. zum Anlassen ist? Härtetemperatur ist ca. 850°; hellrot ist, wenn es in der abgedunkelten Werkstatt bereits etwas blendet, aber deutlich noch nicht gelb oder sogar weiss ist. Genau bei dieser Temperatur zieht ein Magnet den Stahl nicht mehr an. Das lässt sich also leicht prüfen bei so einem kleinen Werkstück.

    Anlasstemperatur ist, wie erwähnt, für Federhärte ca. 400°. Das ist genau dann, wenn der Stahl beginnt, blau zu werden (vorher wird er zuerst gelb, dann rot, dann violett), das ist dann aber kein Glühen, sondern eine Farbveränderung der Oberfläche. Diese sieht man nur bei gutem Licht und wenn die Oberfläche des Werkstücks (mindestens teilweise) vor dem Anlassen silbern blank geschliffen wurde.

  • Rotglut ist nicht ganz der präzise Begriff, Hellrot bis Orange trifft es schon besser. Ob in Öl oder Wasser abgeschreckt ist relativ egal, so dünne Streifen brechen selten. Dann ist das Teil viel zu hart und deshalb spröde, geeignet zum Glasritzen, aber nicht zum Federn.

    ...

    Deshalb schrieb ich erhitzen über die Rotglut hinaus, um zum Biegen die Härte aus der Feder zu nehmen.

    Im Netz findet man genauere Anleitungen, auch mit Farbtafeln über die Anlaßtemperaturen.

    Theoretisch kommt man bei dieser Arbeit aber kaum weiter, die schon einige Übung verlangt.

    Selten klappt das richtige Anlassen schon beim ersten mal bei demjenigen der es noch nie gemacht hat.

    In den Bereich fällt auch das Bläuen von Zeigern und Werkschrauben, was dann aufwändig wird wenn der richtige Farbton verfehlt wird, weil dann wieder neu poliert werden muß vor dem nächsten Versuch.

    Gruß Rolf


    Den Kopf nicht nur zum Haareschneiden nutzen...

  • Danke für den Link Stefan und allen anderen für die Tipps.

    Ich versuche die Feder und ein paar andere Ersatzteile zu bestellen.


    Grüße Ulrich

    Und wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.

  • Einiges haben wir ja schon geklärt, aber kann mir jemand was zum Hersteller sagen, oder ist das sehr schwierig herauszufinden wer die produziert hat?

    Ist es bei den Laternen wie mit den Einheitslaternen dass es mehrere Hersteller gab?

    Oder wurden die Lampen von Namhaften Firmen für Feuerwehr Austatter hergestellt?

    Ich habe schon das WWW durchsucht aber nichts gefunden.


    Grüße Ulrich

    Und wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.

  • Hallo Ulrich.


    Vermutlich hast du im Netz Nichts gefunden weil du bei "Feuerwehr" gesucht hast und nicht bei "Bergbau":traurig:


    Deine Laterne wurde vermutlich von der Firma Friemann & Wolf in Zwickau hergestellt.

    Neben Grubenlampen / Geleucht stellte diese Firma auch Speziallampen für Feuerwehr, Eisenbahn, Lagerräume, Apotheken, Nachtwächter, Luftschutz usw. her.

    In der "Sammlung historischen Geleuchts der Firma Friemann & Wolf in Zwickau" ist deine Lampe zumindest zu sehen.

    https://www.macht-kohle.de/Geleucht (Foto 11 / Inventar-Nummer 987)


    Der Zünder deiner Laterne entspricht übrigens dem Typ 1505 (ab 1910) von Friemann & Wolf.



    Grüße aus Franken

    Wilhelm

  • Danke Wilhelm, ja es ist immer schwierig etwas zu finden wenn man am falschen Ort sucht. :):)

    Aber zum Glück wird einem hier im Forum geholfen.


    Grüße Ulrich

    Und wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.

  • Hallo bin gerade dabei die Lampe herzurichten, weiß jemand ob das Dochtstellgestänge unten an den Tank angelötet wird?

    Beim abmontieren war es nicht angelötet, aber wie soll es sonst abdichten, weil das Gestänge geht ja durch den Tank durch.


    Grüße Ulrich

    Und wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.

  • So, ich habe die Dochtverstellung angelötet.

    Nachdem ich alles gereinigt, einen neuen Docht, eine neue Feder und das neue Reibrad eingebaut habe darf sie wieder leuchten.

    Betankt habe ich sie natürlich auch, ich habe Feuerzeugbenzin von einem Bekannten Sturmfeuerzeug Hersteller benutzt.

    Was tankt ihr den in eure Benzin Dochtlampen?

    Ich habe euch auch ein paar Fotos gemacht.


    Und wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.

  • ...

    Betankt habe ich sie natürlich auch, ich habe Feuerzeugbenzin von einem Bekannten Sturmfeuerzeug Hersteller benutzt.

    Was tankt ihr den in eure Benzin Dochtlampen?

    ...

    Grins, Benzin für´s Zippo ist ziemlich teuer.

    Ich nutze Waschbenzin, was einiges günstiger ist. Früher hatte ich Kanisterweise Benzin für ein paar Euro aus dem Bereich des Graphischen Gewerbes zur Verfügung. Die Zeiten sind leider vorbei.

    Gruß Rolf


    Den Kopf nicht nur zum Haareschneiden nutzen...

  • Hallo Ulrich,

    Für die Lampen gab es früher extra sogenanntes „Leucht-Benzin“.

    Ich benutze für Grubenlampen(Benzin-Sicherheits-Lampen) ASPEN 4 Alkylatbenzin.

    Ist zwar auch nicht so billig riecht aber nicht und ist auch gut für die Umwelt 👍

    Der Liter kostet so um die 4,- €.



    Grüße aus Franken

    Wilhelm