Feuerhand Sturmkappen

  • Hallo mal wieder, kann mir jemand weiterhelfen?

    Die Zusatzmarkierungen bei Feuerhand Sturmkappenlampen, DBP a , DBP , ohne Marke , .Für welche Baujahre stehen die jeweiligen

    Bezeichnungen und gilt das für alle Modelle ( 176, 275, 276 ) gleichermaßen. Habe auch zwei Sturmfestlampen mit Aufschrift

    DBP ang. ( 176 u. 276 ) , auch da finde ich widersprüchliges im Netz.

    Danke schonmal . Gruß Heiko

  • hmm - da gibts hier spezialisten die können dir bestimmt ausführlichst Auskunft geben


    das einzigste was ich so weiss ist das bei den ganz späten ( letzten ) gelben Baustellenlampen 276


    mit dem großen Tank und Sturmkappe an dem Blechfalz der Sturmkappe der Fertigungsmonat und


    die Jahreszahl ab 1970 ....1 ..2.. 3 ... für 1971 ..1972.... 1973.... eingeschlagen wurde


    zB bei meiner untereinander 7 7 - entspricht 7 Monat 1977

  • Moin Heiko!


    Ich wage mich mal an eine Zeitleiste, wobei ich ausgehe, daß die Sturmkappen-Modelle 175, 176, 275 und 276 alle zur gleichen Zeit dieselben auffälligsten und zur Datierung wichtigen Veränderungen erfahren haben. Wenn jemand bessere Informationen liefern kann, möge man mich freundlichst korrigieren, dann aber bitte unter Angabe der jeweiligen Quelle. (Es sind hier in der Vergangenheit bei Datierungsversuchen einige unschöne Posts hin- und hergegangen, deshalb mein Disclaimer.)


    Die Sturmkappenproduktion wurde 1952/53 aufgenommen.

    Die ersten Modelle (275 und 276) hatten keine Luftlöcher im Kamin (1952), danach wurden die 18 kleinen eingeführt (1953) und ab 1955 (die 8 großen).

    Im selben Jahr (1955) fiel die Prägung "PATENT" auf dem Deckel weg, die Glasheberastung fand sich seit dem an beiden Luftrohren.

    "DBP ang."-Prägung ab Anfang 1952, "DBP" nur 1954. Fiel mit den Modellveränderungen ab 1955 weg.

    Ab 1955 (bis 1980) Modell 276/STK 70 und (bis 1970) 276/STK 120, erstere auch kurz (s.u.) als "Sturmfest"-Modell.


    Bezeichnung "Sturmfest" 1959 -1964: "BP ang." vermutlich nur im ersten Jahr.

    In den 1950er Jahren wurden "Auer"-Gläser verwendet, ab 1960 "Jenaer Glas" von Schott/Mainz.


    Quellen:

    https://sturmlaternen.jimdofree.com/feuerhand/276/
    http://www.feuerhand.info/#xl_xr_page_geschichte

    "Bestimmung FH175 Stand 04/2020" (PDF) auf https://sirkosdrive.jimdofree.…uerhand-nier/100er-reihe/


    Vorn mir einige Zusatzfragen:

    Wann erfolgte die Umstellung der Glasorte "Jenaer Glas " auf "Suprax"?

    Wann wurde die Produktion der einzelnden Modelle eingestellt? Auch hier liest man unterschiedliche Daten.

    (175, 175 STK, 176, 176 STK, 275, 275 STK, 276 STK20 //70 //120)


    Gruß,

    Micha.

    >> Man weiß es nicht...<< (Dieter Nuhr)

  • oh, oh - hoffentlich gibt das keinen ärger mit dem " lampenpapst " ;-)


    ich kann zu den FH 276 Sturmkappen gelbe baustellenlampen 276 / 70 / 120 nur hinzufügen


    habe in meinem regal heute zufällig eine 9 9 gestempelte sturmkappe gefunden


    dementsprechend 09 1979 - ob dann wirklich 1980 schluss war mit den feuerhand gelben baustellen petroleumlampen ?


    - mann weiss es nicht ;-)

  • warum - vorher - nachher ????


    diverse sturmkappenbilder zur baujahrbestimmung würde reichen


    habe mir heute in meinem regal auch eine sturmfest angeschaut


    ausser durch die beschriftung auf dem schornstein erkennt man die auch


    an einem extra konus, der etwa bis zur hälfte bis unter die 4 öffnungen unter dem schornstein


    reicht was diese wohl extra sturmfest macht , fast wie eine sturmkappe

  • Moin Heiko!


    > Hi, ich meinte damit vor und nach der optischen Aufarbeitung.


    Öm, hier geht's um die Altersbestimmung. Einen Vorher-Nachher-Thread findest du weiter unten im Board "Sammler-Forum". Immer schön beim Thema bleiben.


    tom:

    Es gab die 276 STK und STK-70 natürlich auch in "natur", d.h. verzinnt.


     



    Gruß,

    Micha.

    >> Man weiß es nicht...<< (Dieter Nuhr)

  • Hallo an Alle,


    wie mir scheint sind mal wieder ein paar Korrekturen notwendig.


    Die Prägungen auf den Sturmkappen erfolgten in den 1970er Jahren,

    das ist in soweit richtig. Vergeben wurden sie jedoch nur alle zwei Monate,

    also Januar, März, Mai, Juli, September und November.

    Es gilt grundsätzlich Monat steht über Jahr. Genau deswegen gibt nur die

    Nummer: 1, 3, 5, 7 und 9 die oben stehen.

    Laut D. Bunk wurden diese Ziffern aus Qualitätsgründen geführt. Bei meinen

    Recherchen in Hohenlockstedt konnte sich zwar der ein oder andere Mitarbeiter

    noch an diese Ziffern erinnern, einen genauen Grund hierfür wussten sie jedoch

    nicht mehr. Es hies immer nur 'Es könnte so gewesen sein'.


    Eingeführt wurde die Sturmkappe im Januar 1952 (Verkehrsrundschau vom

    Februar 1952 mit zwei Abbildungen der FH 276 StK inkl. K-Nummer.)

    Wenn man jetzt zu Grunde legt, dass die Verkehrsrundschau 2-4 Wochen Vorlauf

    hatte um alle Beiträge zu sammeln und man dazu noch die Fertigungszeit einer

    Prägeform für eine Sturmkappe mit einkalkuliert, dann wurde die Sturmkappe

    schon im Spätherbst 1951 gefertigt. In den Verkauf kam sie jedoch erst im Jahre

    1952.

    Eingestellt wurde die Fertigung der Sturmkappe zu Beginn der 1990er Jahre. Diese

    Info habe ich von Herrn Stüven erhalten einem ehemaligen Nier Mitarbeiter der

    von 1954 - 1997 bei Nier tätig war. Danach wurde die Präge Form an einen Schiffsausrüster

    verkauft der sie in Eigenregie fertigen lassen wollte.

    Da der Schiffsausrüster fest stellen musste, dass eine andere Firma ebenfalls Sturmkappen

    fertigte konnte er mit der Form nichts mehr anfangen und verkaufte sie aller Wahrscheinlichkeit

    nach an die Firma Meva in Prag. Hierfür gibt es bislang keine schriftlichen Belege!


    Die fertigte dann Sturmkappen mit original Nier Prägung was recht schnell zu rechtlichen

    Streitigkeiten zwischen der Nier GmbH und der Meva führte. Daraufhin entfernten die Tschechen

    den Schriftzug 'Feuerhand' aus der Prägeform.

    Beide Varianten sind mir befinden sich in meiner Sammlung.


    Bein einem meiner zahlreichen Besuche in Hohenlockstedt verteilte ich einen Fragebogen

    mit den Nummern der ganzen Nachkriegslaternen der Firma Nier KG an mehrere ehemalige

    Mitarbeite. Ein Jahr später sammelte ich die Fragebögen wieder ein und war erstaunt über das

    Ergebnis. Die Erinnerungen der ehemaligen Mitarbeiter was die Fertigungszeit der diversen

    Sturmlaternen anging war völlig unterschiedlich! Manche Modelle waren ihnen sogar überhaupt

    nicht bekannt.

    Ich habe nur Mitarbeiter befragt die entweder mit der Fertigung der Sturmlaterne zu tun hatten

    oder im Vertrieb arbeiteten und selbige verkauften.

    Nachfragen meinerseits ergaben dann das Resultat, dass es erhebliche Unterschiede in der Verkaufszeit

    bzw. in der Fertigungszeit gegeben hat.


    Die Typen FH 275 StK und 276 Stk wurde auf jeden Fall bis Ende der 1980er Jahre gefertigt. Hierfür

    habe ich Scanns von mehren Werbeblättern der Firma Nier in meinem Archiv.

    Die Typen FH 175 StK und 176 StK tauchen in meinem Archiv noch in den 1960er Jahren mit Sturmkappe

    auf, danach nicht mehr. Dies kann bedeuten, dass sie da bereits nicht mehr gefertigt wurden oder ich

    einfach noch nicht genug Werbeunterlagen der Firma Nier besitze.

    In den 1970er Jahren werden noch die Typen 275 StK, 276 StK, 276 Stk 70 und 276 StK 120 angeboten.


    Grüße

    Jörg

  • ... Die Prägungen auf den Sturmkappen erfolgten in den 1970er Jahren ...

    Hallo Jörg,


    ich habe hierzu an einer meiner Lampen folgende Beobachtung gemacht:

    Es handelt sich um eine 276 StK in der BW-Blechkiste.

    Das original eingeklebte Inhaltsverzeichnis (Lieferant Jacob Hansen Gmbh, Kiel) in der Kiste ist mit "4/82" datiert.

    Die Lampe hat am Falz die Prägung "111".

    Prägung am Tank lautet "BUND 3885"

    Das durchsichtige Glas der Lampe ist "neuzeitlich" zylindrisch, das mit in der Kiste liegenden rote und gelbe Glas haben allerdings noch die "ältere" geschwungene Form.

    Anhand Datierung im Kasten und Glasform nehme ich an, das es sich bei der Prägung "111" um November 1981 handeln müsste.

    1971 wäre ja eher unwahrscheinlich (10 Jahre im Voraus wird wohl keine Lampe beim Hersteller vorproduziert).

    Ich muß dazu noch sagen, daß ich die Lampe seinerzeit NOS und ungebrannt gekauft habe, es waren noch das original Nier-Etikett dran.

    Ausschließen, das Lampen, Glas und Kasten mal mit anderen untereinander getauscht wurden, kann ich natürlich dennoch nicht.

    Es scheint mir anhand dieser Beobachtungen wenigstens nicht unwahrscheinlich, daß die Prägung im Falz zu Beginn der frühen 80er auch noch verwendet wurde.

    Das Glas wäre ein eher schwaches Indiz, aber das Datum in der Kiste halte ich für stärker aussagekräftig.

    Was denkst Du?


    Grüße - Steven


    P.S. Und Danke auch für die reichhaltigen aktuellen Infos.

  • Hallo Steven,


    bei Organisationen wie der Bundeswehr, dem THW ist es immer etwas problematisch. Die Lampen

    kamen aus einem Einsatz zurück und wurden überprüft ggf. repariert. Ob jede Lampe dann wieder

    in ihren Original Kasten zurück gekommen ist oder einfach in einen der gerade herum stand?????


    Gläser und Brenner nehme ich nur äußerst ungern zur Datierung heran. Man kann sie einfach zu leicht

    austauschen.


    Es gab früher schon 'Gerüchte' dass die Nummerierung länger gedauert haben könnte. Leider gibt es hierfür

    keinerlei gesicherten Beweise.


    Grüße

    Jörg

  • ... und was, wenn das "111" eine Sonderprägung für den Bund war?

    So ganz ohne zeitlich datierten, belegbaren, Bezug?

    Gruss aus dem "Bayerischen Nizza"
    Rüdiger II.
    ___________________________________________________________________________________________
    So ist das halt mit dem Licht: Mal brennt es und mal brennt es nicht ...
    ALLE haben immer gesagt: DAS GEHT NICHT.
    Dann kam EINER, der wußte nix davon und HAT'S einfach GEMACHT.

    | In der Theorie gibt es keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis, in der Praxis schon. |

  • Moin Jörg!


    Zum Produktionsbeginn der 276 STK hatten wir ja vor wenigen Monaten schon einmal diesen Hinweis mit der "Verkehrsschau". Ich denke auch, daß Ende 1951 erstal die Vorproduktion anfing und eine Nullserie angefertigt wurde, um zu sehen ob alles paßt. Ab 1952 ging dann die reguläre Produktion los.


    Schade, daß das Produktionsende der einzelnden Modelle nicht mehr genau faßbar ist.

    feuerhand.info schreibt (irgendwo muß diese Info ja auch ursprünglich herstammen):


    - Die Produktion der Baustellenlaternen mit einer Brenndauer von 120 Stunden BABY SPECIAL Nr. 276StK120 wird 1970 eingestellt.

    - Im gleichen Jahr (1970) wird auch die Serienproduktion der der SUPERBABY SPECIAL Nr.176 eingestellt.

    - Fünf Jahre später 1975 wird dann das Modell SUPERBABY Nr.175 vom Markt genommen.

    - Der Rückgang der Baustellenbeleuchtung mittels Petroleumlaternen führt 1979/80 auch zur Einstellung der Produktion des Laternenmodells BABY SPECIAL Nr. 276StK70 und der Kerzen-Laterne.

    - 1989 wird dann die „Hermann Nier KG“ verkauft und die „NIER GmbH“ gegründet. Die Familie Nier scheidet aus der Firmenführung aus. Die Fertigung der BABY Nr. 275 wird nach Aufbrauchen der sich im Vorratscontainer befindenden Behälter (Tankrohlingen) endgültig eingestellt.


    > Es gilt grundsätzlich Monat steht über Jahr. Genau deswegen gibt nur die Nummer: 1, 3, 5, 7 und 9 die oben stehen.


    ...und die 11 für November...(dan drei Ziffern übereinander!)


    > In den 1970er Jahren werden noch die Typen 275 StK, 276 StK, 276 Stk 70 und 276 StK 120 angeboten.


    Frage an die Gemeinde:

    - Hat jemand eine STK-120 mit der Datumsprägung der 1970er Jahre?
    - Sind die Großtankmodelle nach 1980 noch gefertigt worden? (M.E. nach, nicht.)


    Gruß,

    Micha.

    >> Man weiß es nicht...<< (Dieter Nuhr)

  • Hallo Micha,


    was die Einführung der FH 276 StK angeht, so schließe ich mich da Deiner Formulierung voll an.


    Jens Ingo Kreissig dem die Homepage Feuerhand.info gehört arbeitete eine Zeitlang in Hohenlockstedt

    bei der Vollmann Gruppe. Er hatte nichts direkt mit der Sturmlaterne zu tun, interessierte sich aber dafür.

    Zu seinen engen Kontakten zu Beginn der 2000er Jahre gehörten Oliver Hamm (damals mit Geschäftsführer

    der Feuerhand GmbH und Marc Michael Müller der immer noch Geschäftsführer in HoLo ist.

    Herr Kreissig hatte dadurch Zugang zu Informationen die andere nicht haben.

    Herr Kreissig hat fleißig bei D. Bunk und Henning Kahl abgeschrieben, er hatte aber auch Kontakt zu Herrn

    Brandenburg dem Ortschronisten von Beierfeld.


    Als D. Bunk im Jahre 1999 anfing sich für die Geschichte der Firma Nier zu interessieren war er der erste der

    dies getan hat! Davor hat sich niemand für diese Geschichte interessiert. In den vergangenen 20 Jahren entwickelte

    sich dann eine regelrechte Hype um diesen Markennamen.


    Mir liegt die Kopie eines kleinen faltbaren Werbeblattes vor das aus dem Jahre 1972 stammt. Hier tauchen folgende

    Modelle auf:


    Die Umstellung von Jenaer Glas auf das Suprax Glas erfolgte lt. D. Bunk in den 1990er Jahren.


    Grüße

    Jörg

  • ... und was, wenn das "111" eine Sonderprägung für den Bund war?

    So ganz ohne zeitlich datierten, belegbaren, Bezug?

    … nichts ist unmöglich ;-)

    Wobei ich das eher für unwahrscheinlich halte, da ja die für die BW wichtigen Informationen (Wi.- bzw. Vers.-Nr.) im Tank eingeprägt sind.

    Eine andere BW-Lampe die ich habe, mit Vers.-Nr. auf dem Tank, hat z.B. die Falzprägung "95"