Spiritusertüchtigung einer Coleman (295)

  • Hallo Forum!



    Ich habe es bereits mehrfach erwähnt, meine erste Starklichtlampe war eine Coleman 226, die ich mit defektem Vergaser bekam. Weil der Ersatz sehr lange auf sich warten ließ, habe ich das Lämpchen seinerzeit auf Spiritus umgebaut.

    Für einen solideren Umbau ist die kleine Blechlaterne eigentlich weniger geeignet.

    Die Drosselung der Luftzufuhr habe ich bei dieser Lampe mit etwas Alufolie im Luftschacht bewerkstelligt, was aber eher dilettantisch ist. Dafür funktioniert diese Lampe aber doch erstaunlich gut, auch nach Monaten.


    Als ich meine erste größere Coleman in Form einer 282 bekam, da fand ich die Luftzuführung gleich "anregend" solide für einen Spiritusumbau. Ich hatte mir vorgenommen, solch eine Lampe mal umzubauen, sollte ich einen Überhang an solchen Modellen haben.


    Nun konnte ich mich endlich aufraffen, meine Pläne, die ich bereits im Kopf hatte, in die Praxis umzusetzen.


    Ich muss vorwegschicken, daß ich möglichst wenig verändert habe.

    "Leider" funktioniert der Generator noch, so daß ich ihn nicht irreversibel verändern wollte.


    Der Effekt des Herrn Leidenfrost macht sich leider bemerkbar, so daß man den Generator eigentlich umbauen müsste.

    Da Benzin in dieser Hinsicht Spiritus stark ähnelt, fällt der Effekt nicht sonderlich stark aus. Coleman hat ihn bei der Konstruktion sicher auch berücksichtigt.


    Eine vergrößerte Düsenbohrung würde der Lichtleistung sicher auch guttun.

    Ich hoffe immer noch, daß ich irgendwie, irgendwann einmal zu einem Generator komme, den man entweder wegwerfen oder umbauen kann.


    Eine Coleman 295 leuchtet bekanntlich mit zwei Glühkörpern, ich habe erst einmal einen davon deaktiviert.


    Die folgenden Bilder zeigen eine Konfiguration zum Einstellen der Lampe.

    Dazu habe ich die Manschette ersetzt.



    Ich finde es erstaunlich, wie schmal der optimale Bereich ist!

    Dreht man der Lampe zu sehr die Luft ab, so bildet sich eine satte Korona um den Glühkörper.

    Dreht man die Luft weiter auf, verringert sich diese, bis sie ganz verschwindet. Dann wird die Lampe bei weiterer Verstärkung der Luftzufuhr sehr plötzlich erheblich dunkler und die Lichtfarbe geht auch sehr schnell in Richtung Orange.


    Bei zu fettem Betrieb ist die Helligkeit auf jeden Fall größer als bei entsprechendem Magerbetrieb. Das finde ich bemerkenswert.


    Animiert kann man die Konstellation hier sehen:


    Die beiden Male, wo die Lampe fast ganz ausgeht, ist kein Leidenfrosteffekt!

    Da habe ich die Lampe abgedreht, um die Düse zu reinigen.

    Diese Lampe hat einiges durch und wurde mit Tankstellenbenzin betrieben. Im Vergaser befindet sich offenbar jede Menge Schmutz.



    Alles Gute!


    Ramses226.

  • Tja, was soll ich sagen?

    Auf jeden Fall ein interessantes Experiment.

    :applaudit::done:


    Jetzt noch zweistrümpfig und ohne Leuchtturm-Effekt.

    Dann höre ich auf zu Meckern (ist ein Spaß!).

    Gruss aus dem "Bayerischen Nizza"
    Rüdiger II.
    ___________________________________________________________________________________________
    So ist das halt mit dem Licht: Mal brennt es und mal brennt es nicht ...
    ALLE haben immer gesagt: DAS GEHT NICHT.
    Dann kam EINER, der wußte nix davon und HAT'S einfach GEMACHT.

    | In der Theorie gibt es keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis, in der Praxis schon. |

  • Jetzt noch zweistrümpfig und ohne Leuchtturm-Effekt.

    Dein Wunsch ist mir Befehl! ;)


    Das schaut allerdings besser aus, als es in Wirklichkeit ist.


    Was ich erwartet habe, die Leistung der verbauten Düse reicht natürlich nicht.

    Leidenfrost hat sich allerdings ohne mein Zutun verabschiedet.

    (Glühkörper vielleicht zu klein??? - Das beobachte ich öfter: Bei zu kleinem Strumpf flackern diese Lampen).


    Da ich ganz große Probleme mit der Brennstofförderung hatte, habe ich die Nadelstange aus dem Vergaser genommen und das Ganze leidlich gereinigt.

    Sonst wäre das Bild nicht möglich gewesen, da war eine Kerze heller.


    Ich habe einen Plan, der jedoch eine Weile dauern wird. Dann werde ich eine größere Düse testen können.


    Ganz nebenbei: Das Gewinde der Düse ist natürlich ein Zollgewinde.

    Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich aber um ein 08/15 Gewinde, nein, ein 8-32!


    In Ländern mit Zoll, Fuß und Meile sicher in jeden Baumarkt zu haben...

  • Was ich erwartet habe, die Leistung der verbauten Düse reicht natürlich nicht.

    Leidenfrost hat sich allerdings ohne mein Zutun verabschiedet.

    Na da ...

    Immerhin!

    :respekt::done:

    Gruss aus dem "Bayerischen Nizza"
    Rüdiger II.
    ___________________________________________________________________________________________
    So ist das halt mit dem Licht: Mal brennt es und mal brennt es nicht ...
    ALLE haben immer gesagt: DAS GEHT NICHT.
    Dann kam EINER, der wußte nix davon und HAT'S einfach GEMACHT.

    | In der Theorie gibt es keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis, in der Praxis schon. |

  • Ich habe erst einmal einen Zollgewindeschneider (8-32) aus China bestellt.

    Dann kann ich mir Düsen aus Messingrundlingen (oder zum Einmaltesten auch aus Aluminium) selber schnitzen und verschiedene Bohrungen testen.


    Ich bin eigentlich zuversichtlich, daß ich eine Spiritus-295 bekomme, die auch halbwegs das Licht einer originalen abgibt, aber innenraumtauglich ist.

    Die Benzinabgase, auch die von Katalytbenzin mag ich nicht besonders.

    Alkohol riecht annehmbar, fast wie verbranntes Erdgas.

  • Das Schneideisen ist angekommen, und ich habe gleich die Düsen fertiggemacht.

    Eine mit 04, und eine mit 0,3 mm.

    Getestet habe ich bis jetzt nur die mit 0,4 mm



    Das Foto entstand allerdings vor dem Einbau. Die Gewinde, besonders das der 0,3 mm Düse sind noch zu lang.

    Ach ja!

    Coleman verwendet tatsächlich bei der 295 ganz reguläre UNC Gewinde!

    Das hier zum Einsatz gekommene heißt, glaube ich, offfiziell: "Nr. 8, 32 Gänge".


    Von der Dimension entspricht es unserem M4.



    Die ersten Tests waren sehr ernüchternd. Die Lampe leuchtete immer im Ansatz und ging dann quasi "Plopp" beinahe aus.


    Der Generator war zu verschmutzt, um die Düse ohne Reinigungsvorrichtung zu betreiben.

    Das war mit dann aber zu aufwendig, und ich habe den Generator geräumt.

    Die Hülse schaut zwar aus wie Papier, ist aber feuerfest.

    Als Stopfung habe ich ersteinmal testweise nicht zu feine Stahlwolle verwendet.

    Damit leuchtet die Lampe ruhig.


    Hat jemand (Langzeit-)Erfahrung mit Stahlwolle?


    Allerdings ergab sich nun die nächste Komplikation. Die Drossel muss ich noch weiter aufweiten. Das Lichtmaximum ergibt sich bei voller Öffnung.


    Zum Vergleich:

    Links originale Düse und rechts mit 0,4 mm, beides natürlich Spiritusbetrieb mit Drossel.


    Beide Bilder entstanden bei gleicher(!) Belichtung!


    Vielleicht lässt sich mit etwas mehr Luft noch etwas Licht aus der Lampe rauskitzeln...

  • Hallole Ramses,

    meine Mutmaßungen (nicht Erfahrungen) zur Stahlwolle Stopfung:

    -wenn es keine rostfreie Stahlwolle ist, wird die anfangen zu rosten, bis sich die Düse an den Rostpartikeln erfreut.

    Das im Spiritus enthaltene Wasser und die Temperatur macht das in diesem Fall noch reaktionsfreudiger.

    -je nachdem, aus welchem Material das Vergaserröhrchen ist, könnte es dazu noch galvanische Effekte bis hin zur Korrosion geben.

    Grüße


    Andy


    Fiat Lux !

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