Kerzenleuchter als Windlicht mit Federnachführung

  • Sie gefiel mir sofort auf Anhieb.

    Da wurde nicht lange gefackelt, und der Verkäufer der in meiner Ecke zu tun hatte, brachte sie persönlich vorbei.


    Leider ist der Leuchter nicht gemarkt.

    Auf dem Schraubdeckel der Kerzenhülse befindet sich nur die eingeschlagene Zahl 358.

    Zwar gab es im Net ein vergleichbares Exemplar mit gleichgroßem Glas, aber auch ohne Herstellerangabe.


    Mit einer Höhe von 45 Zentimeter schon ein größeres Teil.

    Im Boden ist ein gegossener und nachgedrehter Bleiring eingelötet, der die Lampe stabil stehen läßt.

    Das in eine, als Aufnahme dienende starke Messinghülse eingekittete Windglas wurde hochwertig graviert und ist ohne Makel.

    Die Kerze wird von unten gewechselt.


    Das Messing war stark oxidiert, sodaß eine Politur nötig wurde.

    Wie seit vielen Jahren kommt bei mir zuerst die feine Stahlwolle 000 zum Einsatz, mit der zuerst alles abgezogen wird, wodurch auch kleinere Kratzer verschwinden.

    Gleichzeitig bekommt das Messing damit eine Grundpolitur, die danach mit der Autosol - Politur auf Hochglanz gebracht wird.

    Ab da werden die Teile nur noch mit Handschuhen angefaßt, damit sich ohne Fingerabdrücke eine neue Patina bilden kann.






    Gruß Rolf


    Den Kopf nicht nur zum Haareschneiden nutzen...

  • Durch die Löcher unterhalb des Glases bekommt die Kerze frischen Luftsauerstoff.



    Gruß Rolf


    Den Kopf nicht nur zum Haareschneiden nutzen...

  • Sehr interessant, was es nicht alles gibt ;-)


    Wird die Kerze quasi wie eine Patrone von unten ins "Magazin" / Kerzenhülse geladen

    und wenn das Wachs weich wird und weggedampft ist, drückt die Feder die Kerze weiter nach oben?



    MfG

    Magnus

  • Ja, so funktioniert das.

    Dadurch bleibt die Flamme immer auf der gleichen Höhe, was vorteilhaft ist wenn dahinter ein Reflektor angebracht ist.

    Ich habe ein paar Lampen und Laternen die mit dieser Federnachführung ausgerüstet sind.

    Gruß Rolf


    Den Kopf nicht nur zum Haareschneiden nutzen...

  • Ich mache hier nochmal auf, weil es Zuwachs gibt.


    Dieser Kerzenleuchter mit Federnachführung ist nicht so alt wie der Obige.

    Beide Leuchter produzieren ein Flackerlicht.

    Beim ersten Leuchter entsteht es durch die breite, ausladende Form des Glases.

    Beim Zweiten mit nach oben schmalerem Glas hat man auf Luftlöcher an der Galerie verzichtet, um es so zum Flackern kommen zu lassen.

    Bei späteren elektrischen Lampen gab es für dieses Flackern übrigens spezielle Kerzenbirnen.


    Um zu einer ruhigen Flamme zu kommen habe ich beim ersten Leuchter zusätzlich zum Glas einen passenden Wiener Zylinder eingesetzt.

    Beim neuen Leuchter würde ein Kranz Löcher unterhalb der Galerie ebenfalls eine ruhige Flamme bringen.




    Gruß Rolf


    Den Kopf nicht nur zum Haareschneiden nutzen...

  • "Beim neuen Leuchter würde ein Kranz Löcher unterhalb der Galerie ebenfalls eine ruhige Flamme bringen."

    Kannst ja mal das Glas versuchsweise und ohne Bohrerei ein paar mm höhersetzen um Luft reinzulassen dann sollte man einen Effekt erkennen.

    Grüße


    Andy


    Fiat Lux !

  • Das war natürlich meine erste Aktion, und ist in der Vergrößerung des ersten Bildes auch zu sehen.

    Deshalb bin ich sicher das ein Lochkranz dem Flackern ein Ende bereitet.



    Gruß Rolf


    Den Kopf nicht nur zum Haareschneiden nutzen...

  • War das Flackern der Flamme gewollt und wenn ja für was für einen Zweck?

    Ich verstehe wenn heutzutage flackernde Leuchtmittel wegen der romantik usw. hergestellt werden aber früher wollte man ja maximale Leuchtkraft rausholen.


    Grüße Ulrich

    Und wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.

  • Nein Ulrich, die Leuchtkraft war bei diesen Kerzenleuchtern nebensächlich.

    Es ging bei deren Nutzung um eine gemütliche Atmosphäre, und das durch die dafür gezielte Konstruktion herbeigeführte Flackern der Kerzen war zum Zeitpunkt ihres damaligen Gebrauchs bewußt gewollt.

    Solche Leuchter mit weitausladenden Windgläsern gabe es in vielen Ländern, oft auch für den Außenbereich in der Gastronomie.

    Heute selten geworden, weil meißt diese Gläser irgendwann zerbrachen.

    Gruß Rolf


    Den Kopf nicht nur zum Haareschneiden nutzen...

  • Also doch romantisches Flackerlicht.

    In welcher Zeit wurden die hergestellt?


    Grüße Ulrich

    Und wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.

  • Ich kann ohne Markung nur meine Leuchten in etwa einordnen.

    Die Erste um 1900 oder davor, und die Zweite müßte in den 50er/60er Jahren entstanden sein.

    Gruß Rolf


    Den Kopf nicht nur zum Haareschneiden nutzen...

  • Ich habe noch eine alte Kutschenlaterne herumliegen. Sieht nicht mal so schlecht aus. Leider fehlt die Feder. Hat vielleicht jemand etwas passenden Federdraht für mich?

    Gut goahn ut Westfoalen.
    Erwin, de' ColeMan :rauch:

  • Schau mal in der großen Bucht unter 394010797614.

    Da sollte sich was passendes finden.

    Gruß Rolf


    Den Kopf nicht nur zum Haareschneiden nutzen...

  • Haha, der Link ist gut. :)

    Wenn ich jetzt noch wuesste, welche Staerke, Haerte, Laenge etc. ich braeuchte.... :rauch:

    Danke trotzdem.

    Werde mich nach dem Urlaub mal damit beschaeftigen.

    Gut goahn ut Westfoalen.
    Erwin, de' ColeMan :rauch:

  • Ja, dieses Angebot bietet Federn für alle gängigen Hülsendurchmesser.

    Die Drahtstärke liegt in der Regel bei den originalen Stahlfedern bei einem Millimeter.

    Je nach Hülsenlänge lassen sich die Federn einfach kürzen.

    Gruß Rolf


    Den Kopf nicht nur zum Haareschneiden nutzen...