Mal eine Tilley X246A

  • Also ich weiß nicht ...

    Betankt die Tilley mit einem Gemisch im Verhältnis von mind. 50:50 Benzin-Petroleum

    oder gleich ganz und gar nur mit (Wasch-) Benzin und gut ist.


    Das hilft auf jeden Fall gegen vorzeitges Ableben der Vergaser in ALLEN englischen Frolleins,

    die bei reinem Petroleumbetrieb zum Aufplatzen innerhalb des Brenners neigen (schwanger werden).

    Machen gefühlt die meisten Tilley-Besitzer, die ich so kenne.


    BTW:

    Der Dirk Friborg hat wohl deswegen seine Kleinserie eingestellt, weil das ihm zur Verfügung stehende

    Messingmaterial von schlechter Qualität war und zu Problemen bei den Anwendern führte.

    Die asiatischen Vergaser-Nachbauten werden nicht besser sein und kosten auch ordentlich.


    Von Tilley als Verbrauchsartikel hergestellt und für teuer Geld verkauft,

    schmerzt es zwar, dem Zwiebelleder jedes Mal die vielen Taler zu entlocken,

    aber von irgendwas müssen die Briten ja auch leben dürfen - oder?

    Gruss aus dem "Bayerischen Nizza"
    Rüdiger II.
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    So ist das halt mit dem Licht: Mal brennt es und mal brennt es nicht ...
    ALLE haben immer gesagt: DAS GEHT NICHT.
    Dann kam EINER, der wußte nix davon und HAT'S einfach GEMACHT.

    | In der Theorie gibt es keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis, in der Praxis schon. |

  • Der Wechsel des Aggregatzustandes ist vielen klar, aber nicht das dieser Wechsel an Ort und Stelle thermische Energie frisst. Stichwort:Verdampfungswärme, Prinzip Heatpipe


    Um eine Tonne Eis am Nordpol von -10 auf -9°C zu erwärmen brauchst Du wesentlich weniger Energie, als es von 0°C auf 1°C (flüssig) zu bringen. Die Verkokungen werden leider nimmer flüssig und zirkulieren auch nicht.

  • Im Ansatz soweit richtig, wenn ich die Physik dahinter verstanden habe.

    Allerings wirkt wohl die Verbrennungswärme der im Brenner erzeugten Flamme dem entgegen.

    Sonst würde die Flamme doch im Verlauf irgendwann ausgehen,

    weil durch die "Abkühlung" kein Gas mehr ankommt und das Medium flüssig bleibt.

    was man gut beobachten kann, wenn die Flamme im Glühstrumpf nicht optimal brennt,

    weil z.B. Sauerstoff fehlt, aufgrund Überschuss an Gas oder Mangel von O² im Mischungsverhältnis.

    Oder?

    Die Verkokungen im Vergaser haben aber einen anderen Grund.

    Wurde an anderer Stelle plausibel erklärt, hat mit dem Crack-Prozess des Öls zu tun,

    sovieel ich mir davon gemerkt habe. Bei Benzin fällt das weg, wurde erklärt.

    Gruss aus dem "Bayerischen Nizza"
    Rüdiger II.
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    So ist das halt mit dem Licht: Mal brennt es und mal brennt es nicht ...
    ALLE haben immer gesagt: DAS GEHT NICHT.
    Dann kam EINER, der wußte nix davon und HAT'S einfach GEMACHT.

    | In der Theorie gibt es keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis, in der Praxis schon. |

  • Petroleum ist Öl - mit Spiritus nicht mischbar.

    Wenn schon, dann Petroleum mit Benzin oder Benzin mit Spiritus ...

    Da fällt mir das Sprichwort ein:

    Alle sagten, das geht nicht, bis einer kam, der das nicht wusste und es gemacht hat!


    Schon mal ausprobiert?

    Der "Trick" dabei ist, daß der Spiritus möglichst rein sein muss, mit 94 % geht es aber schon.


    Ich habe das Zeugs auch schon länger stehen lassen, OHNE daß sich diese Mischung wieder trennt.

    Eine Trennung findet aber sehr schnell statt, wenn man den Spiritus mit Wasser verdünnt.


    Alkohol hat zwei Enden! Eine lipophile und eine Hydrophile. Aus diesem Grund lässt sich das Zeugs sehr gut miteinander mischen.


    Zuerst ist die Mischung trüb, dann wird sie aber klar, entmischt sich nicht.


    In normale Dochtlampen würde ich Spiritus aber genausowenig füllen wie Benzin.


    Man kann aus eben diesem Grund Lampentanks sehr gut mit Spiritus reinigen.


    Spiritus mischt sich mit Benzin, mit Petroleum und löst auch Fett. Daher steckt er ja auch in Reinigern!



    Alles Gute!


    Ramses226.

  • ABurger : Die Wandung vom Vergaser wird halt heißer weil die Verkokungen die Wärme schlechter nach innen abtransportieren. Die Ursache für Verkokung sehe ich darin auch nicht, nur dass sich der Prozess ab einem bestimmten Punkt hochschaukelt.

    Und natürlich sind Brenner und Vergaser so konstruiert, dass auch noch in arschkalten Regionen, bei Zugluft, schlechtem Sprit, ohne Insektenschutz (Hitzestau), geringem Tankdruck etc. genügend Hitze an den Vergaser kommt....was hierzulande bei 35°C im Sommer vielleicht zum schnellerem Ableben desselben führt.


    Das Mischungsverhältnis gleicht sich mit passender Düse weitgehend aus. Mit dem Betriebsdruck ändert sich nicht nur Menge sondern auch die Austrittsgeschwindigkeit vom Gas und entsprechend mehr Luft wird ins Mischrohr mitgerissen.

  • Und natürlich sind Brenner und Vergaser so konstruiert, dass auch noch in arschkalten Regionen, bei Zugluft, schlechtem Sprit, ohne Insektenschutz (Hitzestau), geringem Tankdruck etc. genügend Hitze an den Vergaser kommt....was hierzulande bei 35°C im Sommer vielleicht zum schnellerem Ableben desselben führt.

    Der eigentliche Trick/Witz an der Sache ist, daß man sich durch den zentralen Vergaser die Wendel wie bei der Petromax spart.

    Dadurch funktioniert das Verdampfen an sich auch besser. Wäre die Coleman 214 so aufgebaut, gäbe es wohl auch ihre Wärmeprobleme (KÄLTEprobleme) nicht.


    Anscheinend bauen die Engländer ihre Lampen aber als einizge so.

    Entweder Patent oder aus gutem Grund.


    Ich finde die Konstuktion des zentralen Vergasers sehr reizvoll, mich würde von daher auch eine Vapalux durchaus reizen.


    Allerdings sind mir diese Vorteile doch sehr teuer erkauft.

    Wenn ein defekter Vergaser gleich den Brenner ins Nirvana befördert, dann erinnert mich das schon fast an Apple, die bei einem defekten Akku gleich ein neues Gerät an den Mann bringen möchten.


    Ich bin mir mit meiner Meinung über die Tilleys (Vapaluxen?) noch nicht wirklich im Klaren.

    Petromax und Anchor scheinen, was das Verleuchten von Petroleum angeht, die pragmatischere Wahl zu sein.



    Alles Gute!


    Ramses226.

  • Moin,

    ich glaube das die Engländer die Konstruktion gut verantworten konnten.

    - Prinzipbedingt gute Funktion und einfache Bedienung.

    - Die Verbrennungsaktiven Bauteile sind als Verschleiß/Verbrauchsteile in gewissen Intervallen einfach grundsätzlich zu ersetzen.


    Das ist sicherlich mit einkalkuliert und konstruktiv als normaler Verschleiß eingeplant.



    Bei der Ersatzteil Versorgungslage beim Militär oder allgemein in England selber ist die Verfügbarkeit kein großes Problem und bei ehemals vertretbaten Preisen auch eine ganz normale Sache.


    In den USA sind ja sogar Fahrzeugscheinwerfer (Sealed Beam) als komplettes Wegwerfbauteil üblich gewesen.


    Der bauliche Herstellungsaufwand einer Petromax steht im Vergleich doch deutlich aufwendiger da.


    Und unterm Strich kommen meiner Schätzung nach, nur relativ wenige der hergestellten Lampen in ihrem Leben auf eine so hohe Betriebsstundenzahl kommen, das die Teile soweit verschleißen.


    Fehlbedienung und mangelnde Reinigung sind wohl mit die schädlichsten Einflüsse.


    Ich finde, das die Engländerinnen ein wesentlich angenehmeres Betriebsverhalten an den Tag legen und somit auch die attraktiveren Lampen für einen gemütlichen Abend sind.


    Die Petromax ist diesbezüglich eher eine gut laufende Maschine mit höchster Effizienz und technischer Nüchternheit.