ratloser Anfänger HK500

  • Hallo!


    Mein Name ist Stephan und ich habe mich gerade hier im Forum angemeldet.


    Ich habe eine HK500 (Bundeswehrausführung 1960), die ich gerade wieder in Betrieb nehmen möchte. Ich habe dazu mit Hilfe von YouTube Videos eine ganze Reihe Verschleißteile gewechselt und die Lampe komplett zerlegt. Beim Zusammenbau habe ich auch Dichtigkeit geprüft. Die Lampe scheint dicht zu sein.


    Leider startet die Lampe aber nicht und ich weiß nicht recht, wo ich mit der Fehlersuche anfangen soll. Ich versuche die Lampe mit der Spritusmethode zu starten, doch auch nach Mehrfachem abbrennen der Vorwärmschale kommt es nur zu Flammenbildung. Zudem beginnt bald das Mischrohr rot zu glühen.


    Kann mir jemand einen Tip geben, wo ich anfangen kann? Toll wäre vielleicht auch ein Fachmann aus dem Raum München, dem ich die Lampe einmal vorführen könnte.


    Danke für jeden Tip!


    Viele Grüße

    Stephan

  • Hallo!


    Danke für Deine Antwort!


    Es ist ein gerader "Universalvergaser" verbaut. Ich habe einen nagelneuen Tonbrenner eingesetzt und auch auf feste Verschraubung geprüft. Den Mischrohrabstand habe ich mit der Lehre am Petromaxwerkzeug eingestellt. Als Brennstoff verwende ich das Petroleum von Petromax.


    Ich würde heute noch einmal die Düseneinstellung prüfen.


    Viele Grüße

    Stephan

  • Hallo Stephan,

    der gerade Vergaser, sprich Universalvergaser, ist ein Benzinvergaser. Da hast Du mit dem heutigen Petroleum wenig Glück.

    Daher: Petroleum raus und Benin rein und die Lampe leuchtet, sofern sie ordnungsgemäß instandgesetzt ist.

    Viel Spass wünscht


    Lampendoktor

  • Hallo Lampendoktor!


    Danke für den Hinweis. Das habe ich so gar nicht gewußt!


    Ist für den Betrieb mit Benzin noch etwas zu beachten, beispielsweise bezüglich Dichtungen? Könnte man auch einfach den Benzinvergaser gegen ein neues Vergaseroberteil tauschen, um Petroleum verwenden zu können? Oder sind hier noch weitere Umbauten nötig?


    Danke nochmal für die vielen Antworten und Hilfe!!


    Viele Grüße

    Stephan

  • Hallo Stephan,


    wenn Du praktische Unterstützung suchst, könnte ich Dir helfen. Ansonsten ist mein spezieller Tipp, die Brennstoffzufuhr zu überprüfen - kommt genügend Sprit aus der Düse und ist der Strahl gerade. Ist die Nadelstange korrekt eingestellt? Die Nadel sollte, bei geschlossenem Ventil geradeso

    rausspitzen.

    Wohne in München-Ramersdorf.


    Gruß, Hans

  • Beachten musst Du benzinbeständige Dichtungen. Die Dinger kann man sich jedoch für die Luftpumpe und die Vergaserventildichtung leicht aus einem Gummidichtring, welcher benzinbeständig ist, schneiden.

  • Hallo Stephan.


    Die Lampe würde ich nur mit Benzin betreiben, wenn Du bei der Instandsetzung statt Gummi-Dichtungen solche aus Viton (benzinresistent) eingebaut hast. Die Dichtungen sind ggf. in entsprechenden Ersatzteil-Shops erhältlich.


    Alternativ kannst Du auch statt des alten geraden Vergaser den "Vergaser mit der Wendel" einbauen. Damit kannst Du auch Petroleum verleuchten.


    Die Bundeswehr hat damals ihre Petromaxen auch entsprechend umgerüstet.


    Ich selbst habe beide Varianten und sie funktionieren nach entsprechender Instandsetzung problemlos.


    Ich gehe davon aus, daß Du die "Anleitung zur Grundüberholung einer Petromax 500" von Bommel entsprechend an Deinem Modell umgesetzt hast.


    Viel Erfolg und nicht Aufgeben.


    Thorsten

  • der gerade Vergaser, sprich Universalvergaser, ist ein Benzinvergaser. Da hast Du mit dem heutigen Petroleum wenig Glück.

    Ähem, ich widerspreche ja ungern … aber jetzt tue ich es halt doch … und duck mich dann ganz schnell ;.)

    Also ich befeuere meine Maxe mit Universalvergaser mit "Lampenöl hochrein" bzw. Grillanzünder.

    Die läuft ohne Probleme.

    Ich habe eine Gazestopfung nicht "a la BW" oben im Nadelbereich sondern in der unteren Vergaserrohrhälfte eingebaut.

    Grüße - Steven

    P.S. Ich starte allerdings immer mit dem Rapid. Dabei muß ich 80 Sekunden vorheizen, sonst ist der Vergaser zu kalt.

  • Steven,

    der gerade Vergaser kann durchaus mit Petroleum funktionieren. Abhängig ist dies von der Messingmasse, welche als Wärmespeicher fungiert und vor allen Dingen von den Aussentemperaturen bei welchen Du die Lampe in Betrieb nimmst. Desweiteren ist auch der Zug der Lampe ausschlaggebend.

    Die eingebrachte Gazestopfung im Düsennadelbereich sollte im Benzinbetrieb lediglich ein Durchschlagen der Flamme über die Düse in den Vergaser vermeiden. Diese Vorgabe/Angst hat sich im Benzinbetrieb wohl noch aus der Wehrmachtsära gehalten. Neuzeitliche Erkenntnisse stellen klar, daß die Düsenöffnung mit 0,232 mm für ein Durchschlagen der Flamme nicht ausreicht. Diese Gazefüllung neigt viel mehr um Verkoken und fördert Betriebsstörungen. Daher kannst Du diese Füllung bedenkenlos entfernen. Thermisch und als Wärmespeicher brachte diese Stopfung quasi auch nichts!

    Gratuliere im Übrigen, daß der Petroleumbetrieb bei Deiner Lampe funktioniert, meine haben es nicht gepackt. Da war immer flammendes Inferno.

    Viel Spass wünscht

    Lampendoktor

  • Also ich befeuere meine Maxe mit Universalvergaser mit "Lampenöl hochrein" bzw. Grillanzünder.

    Die läuft ohne Probleme.

    auch bei niedrigen Temperaturen im Außenbereich und völlig ohne Störungen?


    Gratuliere im Übrigen, daß der Petroleumbetrieb bei Deiner Lampe funktioniert, meine haben es nicht gepackt. Da war immer flammendes Inferno.

    dito

    Gruss aus dem "Bayerischen Nizza"
    Rüdiger II.
    ___________________________________________________________________________________________
    So ist das halt mit dem Licht: Mal brennt es und mal brennt es nicht ...
    ALLE haben immer gesagt: DAS GEHT NICHT.
    Dann kam EINER, der wußte nix davon und HAT'S einfach GEMACHT.

    | In der Theorie gibt es keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis, in der Praxis schon. |

  • Die eingebrachte Gazestopfung im Düsennadelbereich sollte im Benzinbetrieb lediglich ein Durchschlagen der Flamme über die Düse in den Vergaser vermeiden. Diese Vorgabe/Angst hat sich im Benzinbetrieb wohl noch aus der Wehrmachtsära gehalten. Neuzeitliche Erkenntnisse stellen klar, daß die Düsenöffnung mit 0,232 mm für ein Durchschlagen der Flamme nicht ausreicht. Diese Gazefüllung neigt viel mehr um Verkoken und fördert Betriebsstörungen. Daher kannst Du diese Füllung bedenkenlos entfernen. Thermisch und als Wärmespeicher brachte diese Stopfung quasi auch nichts!

    Hallo Lampendoktor,

    Danke für die Klarstellung.

    Ja, das mit dem Verkoken bei Stopfung im Nadelbereich habe ich auch schon festgestellt, deswegen habe ich im Nadelbereich die Stopfung weggelassen. Ich dachte mir nun aber, daß die Stopfung in der unteren Vergaserhälfte thermisch eine bessere Wärmeübertragung bringt?

    Wenn sich Lust und Gelegenheit ergibt, werde ich den Vergaser mal ohne Stopfung probieren und schauen was passiert.

    Ich melde das dann mal zurück.

    Grüße - Steven

  • auch bei niedrigen Temperaturen im Außenbereich und völlig ohne Störungen?


    dito

    Wie tief die Temperatur sein darf kann ich nicht sagen, ich habe die Lampe aber bis Null Grad in Betrieb gehabt.

    Das irgendwann entsprechend der Außentemperatur Ende ist, ist mir klar; deswegen habe ich die Lampe testweise auch schon mit Benzin betrieben (natürlich mit den entsprechenden benzinfesten Dichtungen).

    Das hat auch funktioniert. Nur die Verkokung war stark, da ich nichtwissend "sicherheitshalber" noch eine Stopfung im Nadelbereich angebracht hatte.

    Grüße - Steven

  • Wenn sich Lust und Gelegenheit ergibt, werde ich den Vergaser mal ohne Stopfung probieren und schauen was passiert.

    Manche Dinge sollte man nicht zu sehr auf die lange Bank schieben, deswegen wie versprochen:

    Ich habe heute mal den Benzinvergaser ohne Stopfung probiert. Lampe Petromax 829 B. Leuchtstoff Grillanzünder.

    Die Lampe hat dabei ein wenig pulsiert; auch das Rauschen war pulsierend.

    Ich habe nicht auf die Uhr geschaut, aber pulsierend vielleicht im Sekundenabstand.

    Beim Anzünden nach 80 sec. Rapidvorheizung kurze Flammenbildung oben raus. Anzeichen wie Vergaser noch zu wenig vorgewärmt..

    Dann habe ich wieder zurückgebaut auf Stopfung in der unteren Hälfte des Vergaserrohres.

    Meine Stopfung ist ungefähr 2 cm breit.

    Anzünden nach 80 sec. Vorheizung ohne Flammenauswurf oben.

    Licht und das Rauschen gleichmäßig. Kein pulsieren.

    Somit schein man mit der Stopfung (in der unteren Hälfte des Vergaserrohrs) ein wenig Einfluß auf die Funktionalität des Universalvergasers (Benzinvergasers) mit Petroleum/Grillanzünder nehmen zu können.

    Ich habe bei beiden Versuchen darauf geachtet, daß der Mischrohrabstand stimmt, da zu geringer Abstand nach meiner Erfahrung mit dieser Laterne und diesem Vergaser auch etwas Pulsieren (aber längere Abstände, vllt. 2 sec.) auslöst.

    By the Way: Auf der Kiste meiner BW-Maxe steht auch "Laterne, Benzin-, Petroleum-".

    Auch die Anleitung in der Innenseite spricht von Benzin und Petroleum - wobei in der Zeichnung der Universalvergaser gezeigt wird.

    Irgendwas müssen die sich ja dabei gedacht haben? … so hoffe ich doch!


    Grüße - Steven

  • ...so hoffe ich doch!

    Früher hatte das was unter dem Sammelbegriff "Petroleum" verkauft wurde, einen viel höheren Anteil an leichtsiedenden Bestandteilen - verdampfte schon bei deutlich geringeren Temperaturen, als das was wir heute in die Lampen kippen!


    Da liegt dein Denkfehler, was die Anleitung angeht! ;)

  • Hallo Steven,

    bei Petroleum hast Du im Outdoorbereich bereits schon bei -10° abwärts thermische Schwierigkeiten. Wenn Du dann mal deutlich unter -20°C gehst, dann wirds ziemlich "flammend". Und wenn Du dann die -30°C knackst und darunter, dann geht so gut wie nichts mehr.

    Diese Temperaturen mögen Dir im Moment ziemlich utopisch erscheinen, spätestens in den Alpen sind sie jedoch nicht mehr so abwegig. Das war mitunter auch der Grund, weshalb sich die Schweizer Streitkräfte immer für Benzinlampen entschieden haben.

    Und historisch ist es bewiesen, daß die Wehrmacht in der Winterphase häufig mit reinen Petroleumstarklichtlampen Probleme hatte. Findige Köpfe haben damals sogar Wärmeprallbleche in die Kamine eingebaut um die Auskühlung u vermeiden.

    Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, daß eine PX 500 sich im Petroleumbetrieb ab -30°C abwärts nicht mehr starten und zünden ließ.

    Im Gegensatz um Benzinbetrieb. Die funktionierten auch noch bei -60°C und selbst noch bei -80°C.

    Zum besseren Verständnis: Wenn Du in der Arktis bei minus 100°C bei einem gelandeten Jet die Triebwerke abstellst, dann musst Du diese für mehrere Stunden (je nach Flugzeugmodell) vorheizen bevor sie wieder gestartet und betriebswarm laufen können. Erst nach der Warmlaufphase kannst Du dann wieder aufsteigen. Daher bleiben z.B. in der Arktis die Triebwerke auch bei kurzzeitigen Landungen immer an.

    Nur zur Info: Flugkerosin ist noch bis -200°C zündfähig.

    Die Gazestopfung im unteren Bereich des Vergaseroberteils war von Dir richtig ausgeführt.

    In der Kältephase kannst Du den Univergaser noch etwas kälteresistent modifizieren, indem Du ihn mit Graphitband umwickelst.

    Der Flammpunkt des heutigen Petroleum (Shellsol D 60) liegt bei über 60°C, der des Petroleums zu Zeiten der Wehrmacht bei 40°C. Dieses Petroleum beinhaltete mehr Alkane welche der Benzine zugeordnet werden können.

    Grüße

    Lampendoktor

  • Hast du dir mal durchgelesen, was du da so schreibst? Es gibt spezielle Kerosinsorten, die einen Gefrierpunkt von so -60°C haben, da ist dann aber Ende. Üblich ist aber so um die -40°C. Bei minus 200°C kannst du dir vermutlich Nägel aus Kerosin Schnitzen und eine Hütte zusammennageln.......