Elektrisch Entrostung

  • Hi, das wird hier schon von vielen recht lange gemacht. Wenn du mal die Suchfunkton bemühst wirst du da einiges an Lesestoff und Bildern finden. In dem von dir verlinktem Artikel steht nichts neues. Die BeNutzung da von Natronlauge macht das Ganze aber nicht ungefährlich. Die meisten hier bevorzugen nicht ätzende Elektrolyte. So ist die Arbeit mit der ELektrolyse eine recht saubere und bis auf den Strom ungefährliche Sache.

    CU Bernd

  • Obwohl ich das Verfahren sehr schätze sind meine Erfahrungen bezüglich der Homogenität der Entrostung nicht berauschend. Ich schiebe das vor allem der Komplexität der Laternen zu die zu "Abschattungen" des Elektrischen Feldes führt. Es ist halt kein Hufeisen.... Vermutlich könnte man mit anderen Aufbauten als meinen aber noch bessere Ergebnisse erzielen.

    Welche alternativen Elektrolyte verwendet werden, und warum, würde mich jedoch mal interessieren. Im Prinzip geht ja fast alles was disoziiert, muß keine Lauge sein.

  • Ich hab dafür lumpiges Backpulver genommen. Einfach weils ungefährlicher ist und nicht ätzt. Weiterhin sollte man hier nochmal erwähnen, das ne "Vermischung" von Gleichstrom und Wasser immer mit Knallgas endet. Man sollte solche Aktionen also grundsätzlich im Freien machen.

    Zitat

    ...meine Erfahrungen bezüglich der Homogenität der Entrostung nicht berauschend. Ich schiebe das vor allem der Komplexität der Laternen zu die zu "Abschattungen" des Elektrischen Feldes führt.

    Da fällt mir wieder ein...

    Widerstand-ist-zwecklos_web.jpg


    Der Strom nimmt immer den kürzesten Weg. Dem entsprechend sieht das Elektrolyseergebniss aus.


    Ein weiterer großer Nachteil ist, das die Wirkung IN Tanks usw. gleisch 0 ist. Stichwort: Faradayscher Käfig.

  • Das alle Probleme lösende Wundermittel ist es natürlich nicht. Am besten arbeitet man mehrgleisig. Also auch noch Zitronensäurebad, wo nötig mechanisch und ganz hartnäckig wenn es denn sein muss auch chemischer Abbeizer. Aber bis auf Stellen wie im Tankinneren geht schon sehr viel und mit gutem Ergebnis. Ich nutze ausser Backpulver auch Waschsoda was meiner Erfahrung nach noch besser funktioniert als Backpulver. Mir ist wichtig das man mit all den Sachen doch recht ungefährlich unterwegs ist und keine Entsorgungsprobleme hat. Natronlauge und stärkere Säuren sind halt im Umgang und der Entsorgung/Neutralisierung nicht ohne.

    CU Bernd

  • Moin,


    einmal kurz nachdenken:


    Das Verfahren wirkt über ein elektrisches Feld - in diesem Fall in einem flüssigen Medium.

    Ein solches kann nur homogen wirken, wenn es selbst homogen ist. Was angesichts (der Form) des Werkstücks als auch der Anode per se unmöglich ist. Also heißt es, möglichst gleichmäßig Anoden um das Werkstück zu verteilen. Lodjur hat da ja sehr schöne Beispiele geliefert...

    Was die Tankinnenseite angeht:

    Tank mit einer Öffnung nach oben ausrichten und eine stabförmige Anode so einführen, dass sie keinen direkten Kontakt zum Werkstück hat. Geeignete Laborstative finden sich gelegentlich auf Flohmärkten oder in der Bucht des Grauens ...


    Was mir im Moment eher Probleme bereitet, ist der Mangel an einem geeigneten Netzteil - meine sind zu schwach und die einschlägigen Batterielader heute allesamt elektronisch geregelt. Und ich will keine Batterieladekurve, vondern eine einfache Regelung ...


    CU

    Christian

  • Ich habe da auch beste Erfahrungen mit Backpulver gemacht.

    Habe dazu ein 5l Becken mit einer Ringanode aus Edelstahl ausgestattet.


    Benutzt wird ein gutes Labornetzteil von Gossen mit 32V und 4A. Beides ist natürlich regelbar.


    Dazu warmes Wasser und eine halbe Tüte Backpulver. Das ganze dann für etwa 4 Tage bei 2-3A und etwa 12-15V garen lassen.


    Jeden Morgen entferne ich dann mit einer Bürste den öligen Belag und evtl. Alte Farbe.


    Angeschlossen sind 3 Leitungen. Ich nutze dazu 0,8qmm starren Draht, den wickle ich dann Formschlüssig an die Lampe.


    Eine Leitung geht an die Kappe bei der Öse zum Tragebügel, eine direkt an den Schutzkorb und die letzte meist an den Henkel selbst.


    Tankdeckel, Glas und Brenner nehme ich vorher raus.


    Tankdeckel und Brenner werden dann zum Schluss separat gebraten. Da geht das sehr schnell.


    Die Ergebnisse sind bisher super, einzig der Deckel oder der innere Kamin sind manchmal noch etwas rostig. Aber das kann man dann easy abschrubben.


    Die Lampen mit Vorher, Nachherbildern zeige ich mal die Tage.


    LG Basti

  • Moin zusammen!


    Ich benutze die Elektrolyse eigentlich nur zum Entlacken. Dazu habe ich mir diese viereckigen Malerfarbeimer (10 l netto, 12 l brutto) besorgt, bei denen man mit der Rolle reinkommt. Hier liegen die Laternen in Standardgröße auf dem Boden. Die Stromquelle ist bei mir ein günstiges Labornetzteil 0-20 V 0-5 A für 35 EUR inkl. Versand aus der Bucht. Pluspol angeschlossen an eine Edelstahlplatte. Um die ungleichmäßige "Bearbeitung" zu vermeiden, drehe ich die Laterne 1x am Tag um. Eine Behandlung dauert so 2-4 Tage.

    Als Elektrolyt benutze ich Natron (Backpulver) aus dem 5-Kilo-Gebinde. Waschsoda habe ich auch hier (werde ich mal versuchen). Eine Laterne hatte ich testweise mal in Z-Säure (10%ig) galvanisch behandelt. Funktioniert zwar auch, aber so doll wie bei Natron war der Reinigungseffekt dann doch nicht. Je nach dem, wie eine ehemals lackierte Laterne aus der Galvanik kommt, lege ich sie noch weiter in Z-Säure ein. Aber meist reicht schon das nachträgliche Abschrubben in der Spüle.


    Was mich immer ärgert: Kaum ist die Laterne raus aus Galvanik oder dem Säurebad, lagert sich in Windeseile Flugrost auf der Oberfläche an. Da kannste bald bei zugucken, wie der sich bildet. Wer da eine Gegenmaßnahme kennt, die dagegen wirkt: immer her mit dem Tip!

    Ich mag allerdings keine eingeölten Laternen, ebensowenig dieses glänzende und klebrige Ovatrol. Als Roststopper habe ich Nevr-Dull-Polierwatte entdeckt. Ein oder zwei Laternen hatte ich auch schon mal in Aldi-Cola gebadet, auch das gibt den unlackierten Laternen ein interessantes Finish (wegen der Phosphorsäure der Cola).


    Gruß, Micha.

  • Nachtrag...

    Keine Ahnung wieso jemand der Meinung ist das Natronlauge bei der Entsorgung ein Problem wäre. Ich mein Abflußreiniger ist für den Abfluß, und man muss mal realistisch bleiben und die Mengenverhältnisse betrachten. Worüber reden wir ? 1/2l Abflußreiniger pro Monat?

    Backpulver ist.... ebenfalls eine Natronverbindung, in dem Fall meist Natriumhydrogencarbonat, also echt jetzt...

    Zum Labornetzteil ist schon alles gesagt. Ich nehm die ausrangierten Labornetzteile von der Arbeit mit....

    Ich verfechte ebenfalls zweigleisiges Vorgehen. Elektrolyse in Zitronensäure ist bemerkenswert effektiv und vereint das Beste aus zwei Welten. Ein paar Nachteile auch, aber irgendwas ist ja immer. Effektivität ist da wohl eine Frage der Leistung :-)

    Ich teile auch Winnies Problem des extrem schellen Flugrostansatzes. Bereits beim abspülen. Phosphorzusätze und Inhibitoren sollen da helfen, dem hören nach. Da wäre ich auch dankbar für einen gut anwendbaren Tip.

    Owatrol klebt nicht wenn es dünn aufgebracht ist und durchtrocknen konnte.


    Eins bleibt aber auf jeden Fall - zum entlacken geht die Elektrolyse astrein, und eine partielle Entrostung dabei ist ja auch nicht verkehrt.


    so long, alle Hände mit Gummihandschuhe Daumen nach oben ! :-)

  • Also das letzte mal hab ich die Elektrolyse an meiner Humphrey angewendet.

    Das erste mal hatte ich als Anode einen alten Edelstahltopf genommen, bis ich dann feststellen musste, das ein durch die Elektrolyse gelochter Topf nicht zielführend ist. :wallbash: Aber gut, man ist ja Lernbereit. :bounce:


    Später hgabs dann nen großen Plasteeimer, wo die Topfreste als Anode recycelt wurden. Zwei Päckchen Backpulver auf 10L reichen. Dazu das große Labornetzteil mit 2x35V / 5A in Reihe geschaltet... Da brauchte ich damals selbst bei Minusgraden im Freien kein warm Wasser nutzen. Ich tippe mal, es hatte so um die 35-40°C. Allerdings musste ich das Netzteil mit nem Lüfter aktiv kühlen! Die Aktion ging dann allerdings auch recht fix.


    Zum Thema Netzteil...Ein altes lumpiges PC-Netzteil sollte dafür auch ausreichen!

  • Was mich immer ärgert: Kaum ist die Laterne raus aus Galvanik oder dem Säurebad, lagert sich in Windeseile Flugrost auf der Oberfläche an. Da kannste bald bei zugucken, wie der sich bildet.

    Wenn die Optik nicht silber-glänzend sein soll, hilft Fertan aus der Sprühflasche.

    Nach dem Neutralisieren der Säure/Lauge gründlich trocknen und sofort dünn damit

    einsprühen. Das Metall färbt sich dunkel, bildet aber definitiv keinen Rost.


    Grüße


    Marcus

  • Das Thema ist ja viell. auch für andere interessant und ggf. auch Themenübergreifend. Hat sich mal jmd. über die weitere dauerhafte Nachbehandlung der entrosteten Teile gemacht? Meine Gedanken schweben da Richtung Brünieren/Schwärzen... Hat damit mal jmd. Erfahrungen gesammelt?

  • Tach auch,


    ...mir gefällt das Finish mit hitzefestem Klarlack recht gut; meine Baustellen- FH mit großem Tank und Stk. sieht so recht nett aus und musste schon einige Regengüsse auf diversen Treffen (leuchtend) aushalten. Die Lampe ist bisher nicht wieder korrodiert. Leider ist dieser Klarlack keine Geschenksendung und beim Einbrennen im Backofenmuss man mit der Temperatur vorsichtig sein. Wer mag, kann sich die Lampe in Staadskanaal ansehen.


    Grüße aus dem Westmünsterland


    Klaus

  • Anode aus Rostfrei-Stahl?

    Ich habe für die Anode bewusst einen Steifen Rostfrei-Stahl verwendet. Der löst sich nicht auf und verursacht keinen zusätzlichen Schmutz im Waschsoda-Bad.

    In folgendem Artikel wird genau davor dringend gewarnt: https://www.garagejournal.com/forum/showthread.php?t=154196

    Das im Rostfrei-Stahl enthaltene Chrom würde sich zu sechswertigem Chrom umwandeln und das sei sehr giftig.

    Dass sechswertiges Chrom sehr giftig ist, weiß ich seit dem Film "Erin Brokovich".

    Industriell wird es lt. http://www.seilnacht.com/Chemie/ch_cro3.html folgendermaßen hergestellt:

    Bei der Reaktion von Natriumdichromat in wässriger Lösung mit konzentrierter Schwefelsäure entstehen rote Kristalle des Chrom(VI)-oxids. Die industrielle Herstellung erfolgt bei etwa 200°C in einer Schmelze.

    Frage an die Chemiker in der Runde ;-): Kann Chrom(VI) aus Chrom elektrolytisch/elektrochemisch entstehen?


    LG, Manfred

  • Was meinst du mit "löst sich nicht auf" ? Bei Elektrolyse löst ich jede Anode auf, und ich hab auch schon ein paar V2A Anoden zerbröselt...

    Keine Ahnung wie fundiert das Garagenjournal ist, allerding sehe ich das Edelstahl als Anodenmaterial kommerziell angeboten wird.....

    Ich gebe in meine Elektrolyse allerdings weder Natriumdichromat noch konzentrierte Schwefelsäure.....

  • Moin Manfred!


    > Dass sechswertiges Chrom sehr giftig ist, weiß ich seit dem Film "Erin Brokovich".


    Du sollst die Elektrolytlösung ja auch nicht saufen! :besserwisser:

    "Normalerweise" läßt man so eine Lösung eindampfen und gibt dann den getrockneten Bodenschlamm zum Sondermüll.


    Gruß, Micha.