Feuerhand 175 Superbaby

  • Schönen guten Abend allerseits,


    ich bin zufällig auf Eure Seite gestoßen, weil ich einfach ein paar Infos zu einer meiner Lampen haben wollte.
    (Siehe Bilder)
    Einiges an Wissen habe ich schon erlesen können - vielen Dank dafür.
    Hätte nicht gedacht, daß es eine SO "intensive" Communitiy selbst für derartig "banale" Dinge wie Petroleumlampen gibt.
    Das war zumindest mein erster Eindruck - schnell habe ich feststellen dürfen, daß es gar nicht so "banal" ist wie angenommen - und da ich sehr empfänglich für solche Dinge bin - na toll. Ihr seid schuld.
    Doch zurück zur Sache:
    Welchen Docht ich brauche weiß ich ja inzwischen und mit Freude habe ich feststellen können, ein "Originales" Glas zu haben.
    Ausserdem glaube ich zu wissen, daß meine Lampe aus der Zeit VOR ´45 sein muss - da der Tankdeckel (welcher leider fehlt) die kleinere Variante ist.
    Ausserdem steht auf ihr nur "Germany No 175 - auch dieses Wissen habe ich Euch zu verdanken.


    Wie gesagt, bin ich schon direkt angefixt - wo finde ich weitere "Einsteiger Tipps", also Dinge, die man wissen sollte?
    Woher kann ich einen "kleinen" Tankdeckel bekommen?
    Hat jemand Lust, mir dabei zu helfen, welcher Jahrgang mein Schätzchen in etwa sein könnte?


    Vielen Dank für Eure Hilfe schon jetzt - und ein schönes Wochenende wünscht
    Markus

  • Moin Markus,


    herzlich Willkommen hier bei den Petroleumverseuchten :rofl: 
    Achtung, Lampi bleibt nicht gern allein und das wird sie auch nicht :thumbsup: 
    Eine schöne Vorkriegs 175 hast du da. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist, dass der Glasheber rechts sitzt. Daran erkennt man auch, dass sie bis 45 gebaut wurde.


    Sie hat ja eine schöne Patina dich ich persönlich erhalten würde. Einmal richtig putzen, vorher alle Rohre, Tsnk und sonstige Winkel mit Druckluft durchpusten und anschließend mit Owatrol Öl konservieren. So würde ich persönlich verfahren. Neuen Docht sowieso. Erstmal würde ich einen Korken als Tankdecel verwenden wie schon vorgeschlagen. Solange bis dir ein Lampe in die Hände kommt die du schlachten kannst.


    Gruß und viel Spaß hier bei uns


    Julian

  • Oha, noch ein Markus, "Marküsse" haben wir hier wirklich
    genug, :D ebenfalls :welcome: im Forum.
    Es ist eindeutig das Vorkriegsmodell. Das macht die Sache mit dem Tankdeckel
    aber nicht leichter. Die zahlreichen Chinanachbauten haben meistens einen
    gerinfügig größeren Durchmesser. Ich habe gerade mal mehrere durchprobiert,
    keiner passt. Auf Flohmärkten werden aber öfters Schrottexemplare als Deko
    angeboten (Shabby-Chic ist ja in Mode), da würde ich mir so ein Gerät als
    Teilespender besorgen. Bis dahin, wie der Werner schon geschrieben hat, tut
    es auch ein zurechtgeschnittener Korken.
    Viel Spaß beim "Leuchtenlassen". :)


    Grüße


    Marcus

  • Vielen Dank für die freundliche Begrüßung.
    Das eilt ja nicht - auf den Tipp mit dem Korken muss ich also nicht zwangsläufig zurückgreifen - hoffe ich zumindest - es sei denn, es entwickelt sich wirklich zu einer größeren Aktion.
    Mal sehen. Mit einem gewissen Faible für "altes" ist das für einen Jäger & Sammler ja genau das Richtige ;)


    Habe die Lampen im 2er Set gekauft, die Andere muss deutlich jüngeren Baujahrs sein, immerhin ist sie schon mit W-Germany beschriftet.
    Als Neuling war natürlich mein Plan, aus 2 mach eine besonders schöne - aber das wäre ja auch zu einfach gewesen.
    Wird also wohl auf ZWEI schöne hinauslaufen :-D


    Zum Thema Patina:
    Ja, die soll definitiv so gut es geht erhalten werden - einer der Hauptgründe, weshalb ich mich für DIESE Lampe entschied. Sie sah mit Abstand am Ältesten aus.
    Wie reinige ich die Lampe am Besten? Waffenöl? WD40? Der Lack usw. soll wie gesagt möglichst nicht angegriffen werden.


    Insbesondere der Tank innen? Auf dem Foto ja recht gut zu erkennen, wie rostig er ist.
    Einfach so lassen? Oder ausspülen und vielleicht mit Fertan fluten?


    Und eine Frage habe ich noch - nur zur Sicherheit:
    9mm Docht ist richtig oder? - Gibt es da Qualitätsunterschiede? Was kostet sowas? Meterware? Vorkonfektioniert?


    Ich höre ja schon auf zu nerven.. ;)


    PS: Das mit dem "Markus" - Beschwerden nehmen meine Eltern schriftlich entgegen :-D

  • PS: Das mit dem "Markus" - Beschwerden nehmen meine Eltern schriftlich entgegen :-D

    Ich nehme meinen Eltern höchstens das "C" im Namen krumm, in der Firma,
    wo ich arbeite, bekommen das einige selbst nach 20 Jahren noch nicht hin. :rofl: 
    Wenn der Lack draufbleiben soll, ist Breff für Fett und Angebranntes zur Reinigung
    erste Wahl. Aber nur das Original, nix K-Classic, gut und günstig etc..
    Danach ist Fertan oder Nigrin, ebenfalls auf Eisen-Tannin-Basis, eine gute Wahl.
    Soll danach lackiert werden, müssen die behandelten Stellen aber 100% durchgetrocknet
    sein, sonst wirft der neue Lack Blasen.
    Den Docht kannst Du hier im Haus bestellen, dann hast Du mit Sicherheit eine
    gute Qualität, denn die Qualitätsunterschiede sind teilweise schon krass.
    Übrigens wird das Dochtmaß in der alten Einheit "Linie" angegeben. 1 Linie
    entspricht 1/12 Zoll = 2,25mm. Wenn Du ohnehin schon mehrere Lampen in der
    Größe hast, würde ich Meterware nehmen. Etwas Reserve ist immer gut.


    Grüße


    Marcus

  • Herzlich willkommen, Markus!


    Bezüglich "banal" ... also so banal wurde seinerzeit das Thema mit den Sturmlampen bei Nier und seinen Nachahmern und Mitbewerbern beileibe nicht abgetan ... was meinst, was die damals am Tüfteln waren.


    Hier im Pelam-Forum findest eh noch nicht alles, was es über die Petroleum- bzw. speziell die Sturmlampen zu wissen gibt - in den beiden Nachbar-Foren (Dochtlampenforum, hytta-forum) gibt es noch mehr zu lesen und wenn Du die große Kristall-Kugel mit den entsprechende Suchbegriffen fütterst, wirst Du einige interessante Home-Seiten zum Thema finden.


    Aber auch von den hier anwesenden Experten kannst Du viel erfahren bzw. spezielles erfragen.


    Bist ja noch am Anfang und wirst sicher noch einige Stunden mit Deinen Lämpchen verbringen, samt den weiteren Erwerben, die garantiert noch kommen werden - und natürlich beim Surfen danach.


    Ja und dann die vielen Lampentreffen, landauf, landab ...


    Von wegen "banal" - grins


    Also denn, viel Spaß noch mit Deinem neuen Hobby!

    Gruss aus dem "Bayerischen Nizza"
    Rüdiger II.
    ___________________________________________________________________________________________
    So ist das halt mit dem Licht: Mal brennt es und mal brennt es nicht ...
    ALLE haben immer gesagt: DAS GEHT NICHT.
    Dann kam EINER, der wußte nix davon und HAT'S einfach GEMACHT.

     :thumbup:

  • Hallo,


    ich empfehle vorab mal einen Dichtigkeitstest des Tanks. Hab da schon manche Überraschung erlebt.
    Grilli rein und auf was saugfähiges stellen. Nach ein paar Stunden weißt Du ob er noch dicht ist.
    Ansonsten kannst Du zur Innenreinigung des rostigen Tanks auch Heitmann's Zitronensäure nehmen (Kristallin, z.B. im DM Markt zu bekommen).
    Eine Lösung 1 EL mit 1/4 l Wasser rein und ein, zwei , drei Std. drin lassen.Löst Rost gut weg.
    Danach mit Spülmittelösung gut neutralisieren und wie oben beschrieben verfahren.


    Ja schimpft nur, aber ich habe undichte Dochtlampentanks von alten FH's auch schon mit vorhandenem Kunstharzlack (kein wasserbasierter Acryllack) wieder langfristig dicht bekommen, dauert aber eine gefühlte Ewigkeit(10...16 Tage) bis der im Tank gut ausgehärtet ist, kann mit einem kleinen CPU Lüfter auf der Dochtöffnung etwas beschleunigt werden.


    Grüße
    Andy

  • Hallo Markus,
    Deine Lampe ist in etwa BJ42+-.
    Den Dichtheitstest würde ich mit Spiritus durchführen. Das erspart Dir eine Sauerei und eine Reinigung, sollte tatsächlich etwas undicht sein. Alternativ kannst Du auch mit einer guten Taschenlampe durch den Tankverschluss leuchten. So sind eventuell vorhandene Löcher gut zu lokalisieren.
    Sollte tatsächlich etwas undicht sein, ist Löten angesagt.
    Einen eventuell noch vorhandenen Docht kannst Du mit Aceton (Nagellackentferner) reinigen.
    Entrosten wie oben erwähnt mit CS.
    Ansonsten Brennstoff rein und leuchten.
    Gruß vom Niederrhein
    Sandra

  • Moin zusammen!


    Ich kann's bestätigen: die Lüchte oben ist Baujahr 1939 bis 1942. Merkmale sind das neuere FH-Logo, Glasheber rechts, Dochtstellschlüssel senkrecht stehend. Die letzten drei Merkmale zeigen nur die Modelle der (Vor-)Kriegszeit. Dazu noch die 18 kleinen Luftköcher im Innenkamin, die's allerdings auch bei Nachkriegs-175er von 1952-54 gibt. Im direkten Vergleich sind die Kriegsmodelle außerdem ein wenig kleiner als die der Nachkriegszeit.


    markus : Letzte Woche habe ich mir eine 175 aus der Kriegszeit im desolaten Zustand als Teileträger zugelegt. Ein kleiner Tankdeckel wäre übrig - der kam heute frisch gereinigt aus der Z-Säure... Bei Interesse bitte anmailen: winnie<ät>ki.tng.de


    Gruß, Micha.

  • Moin zusammen
    Was das Baujahr bzw. den Zeitraum angeht habt Ihr natürlich Recht!!
    Nach Konsum nicht weiter zu benennender Menge alkoholischer Genussmittel kann sich ein Bauzeitraum relativ schnell mal verschieben und sich ein derartiger Fauxpas einschleichen...
    Gruß vom Niederrhein

  • Dank zahlreicher Tipps, Ideen & Vorschlägen dieser tollen Gemeinschaft ist meine Lampe auf dem Weg zum großen "Finale".
    Gereinigt ist sie, der Docht sitzt, Petroleum steht bereit.
    Wenn im Laufe der kommenden Woche noch mein Tankdeckel eingetroffen ist, werde ich Euch natürlich an meiner Freude in Form einiger Bilder teilhaben lassen ;)


    Hätte nicht gedacht, daß die Lampe wieder so schön wird.
    Sah ja vorher eher rostig-braun aus - erstaunlich, wie viel grün da noch drunter war ;)
    Ick freu mir :-D
     :weizen: