Düse bei Einheitskarbidlampe

  • Hallo zusammen,
    ich habe gestern auf einem Trödelmarkt eine Einheitskarbidlampe (glaube ich) mit Messinggehäuse erstanden. Ich habe bis dato keine Erfahrung mit Karbidlampen. Die Flamme erreicht eine Höhe von ca. 7-8mm und die Farbe ist weiß. Die Lampe an sich ist eigentlich nicht hell.
    Wenn ich den Wasserzufluss erhöhe, glukert es im Tank (Überdruck wird abgeleitet) und die Flamme wird zur Lötflamme.
    Jetzt habe ich mir die Brennerdüse genauer angesehen (Foto). Kann oder muss man diese reinigen? Ist hier ein Loch in der Mitte oder 2 Löcher unter den Verkrustungen? Kann man diese Düsen irgendwo kaufen (falls defekt) oder vielleicht selbst herstellen? Für Tipps bin ich dankbar.

  • Hallo joker
    eingangs willkommen im Forum und Gratulation zur Lampe.
    So nun zu Deinen Fragen:
    Produziert wird die Düse, nach meinen bescheidenen Erkenntnissen, schon lange nicht mehr. Ersatz kannst Du bestenfalls in Foren wie Ebay & Co. bekommen; mir ist derzeit kein Händler bekannt, der da noch was im Lager hat.
    Doch Vorsicht: Wenn überhaupt zu erhalten, dann sind die Dinger "Schweineteuer". Die Letzten hat ich für 33 Steine in der Bucht schwimmen gesehen.
    Verkrustungen kommen im Karbidbetrieb immer wieder mal vor.
    Einfach mal die Oberfläche mit einem feuchten Lamppen reinigen, das wirkt gelegentlich Wunder.
    Sind die Düsenöffnungen verstopft, dann können diese mit einer Räumnadel gereinigt werden. Ist diese nicht vorhanden, dann einfach in örtlichen Nähstübchen eine Einfädelhilfe besorgen. Der Draht ist dünn genug.
    Beim Reinigen etwas Vorsicht walten lassen. Die meisten Düseneinsätze sind aus Speckstein gefertigt. Die arbeiten sich sehr schnell aus. Keramik kam da erst etwas später in Mode.
    Grüsse
    Erich

  • Hallo Peter,
    herzlichen Dank für den Hinweis.
    Die Seite ist mir bekannt.
    Allerdings hat die Einheitslampe der BW einen rundum gepressten Anschlagfalz, die Düse wird gesteckt und nicht nicht geschraubt. Da passt dann die von Dir empfohlene Düse wohl nicht.
    Grüsse
    Erich

  • Ich habe die Düse mit einem feuchten Tuch gereinigt. Dann mit einer Einfädelhilfe versucht in die Löcher zu stechen. Das funktionierte allerdings nicht so richtig. Ich habe m.E. die Löcher nicht getroffen. Trotzdem ist für mich das Ergebnis überaus zufriedenstellend. Die Flamme ist jetzt bestimmt doppelt so hoch. In Anbetracht dessen, dass die Düsen nicht mehr so ohne weiteres zu beschaffen sind, will ich es so belassen. Ich bin hochzufrieden. Jetzt muss nur noch poliert werden...


    Danke :respekt:

  • Hallo Rolf,
    ich kenne es noch so, dass man mit einem Bohrer das Grundloch bohrt und dann mit einem passenden Fräser, natürlich unterkalibriert, das Loch aufarbeitet. Dann wird mit einem speziellen konischen Gewindebohrer das Gewinde eingeschnitten.
    Da haben wir dann allerdings die Gretchenfrage (muss ich noch prüfen) ob im Handel ein solcher Gewindebohrer zu erhalten ist? Wenn nein, dann wäre die Frage, wieviel kostet eine Einzelanfetigung?
    Vorab allerdings kann man auch auf einen alten Trick zurückgreifen, welcher gerne bei der Reperatur von Brennergewinden bei Karbidbomben und Grubenlampen eingesetzt wurde.
    Man vermisst das Düsengewinde am weitesten Teil und stellt die Steigung des Gewindes fest. Dann sucht man sich einen passenden Gewindebohrer und schneidet das Gewinde ein, max. 3 Umdrehungen reichen da eigentlich, eben soviel, dass die Düse Halt findet, das geschieht im Regelfall auf einer bis zwei Umdrehungen.
    Man kann jetzt etwas Hanf eindrehen, dann wäre die Sache dicht. Davon bin ich zwischenzeitlich abgekommen. Ich verwende für solche Arbeiten elastische Dichtmasse aus dem Motorenbau. Die ist temperaturbeständig bis runde 200 Grad C, härtet nicht aus und dichtet ab. Die Lampe selbst arbeitet mit sehr geringem Gasdruck, so dass wir da keinen überproportionalen Halt benötigen.
    Ich hatte schon Grubenlampen, bei welchen das Gewinde soweit verhunzt war, dass ich die Düse einfach reinstecken und rausziehen konnte, da war kein merklicher Widerstand mehr vorhanden.
    Die Düse wurde hier mit Motorendichtmasse bestichen und eingesetzt. Ich hab die Dichtmasse dann einfach ein paar Tage aushärten lassen. Seit 2 Jahren arbeitet die Lampe ohne Beschwerden und ist gasdicht.
    Grüsse
    Erich

  • ...
    Da haben wir dann allerdings die Gretchenfrage (muss ich noch prüfen) ob im Handel ein solcher Gewindebohrer zu erhalten ist? Wenn nein, dann wäre die Frage, wieviel kostet eine Einzelanfetigung?
    ...

    Ich habe gerade mal ein Foto von der oben benannten Schraubdüse mit dem Gewindering gemacht.


    Ich selber würde bei der Anfertigung eines solchen Ringes einen anderen Weg gehen, nämlich den Ring auf 3mm Stärke bringen, mit dem Innendurchmesser der dem Außendurchmesser der Düsenhülse entspricht. Diesen Ring dann 1 mm auf die Düsenhülse schieben. Die restlichen 2 mm stehen dann mit Luft über dem Gewinde. Diesen Raum dann mit Weichlot auffüllen, wodurch der Ring quasi weich angelötet wird. Zum Schluß das überstehende Lötzinn glattdrehen, damit zur Dichtung hin eine glatte Fläche entsteht.
    Da sich die Düsenhülse während des Betriebs auf max. 32°C erhitzt, wie ich gerade gemessen habe, reicht die Weichlötung aus, und der sicher teure, konische Gewindebohrer entfällt.



  • Hallo Rolf,
    auch diesen Lösungsversuch hatte ich bereits angedacht.
    Nur würde ich dann im unteren und oberen Anschlag des Ringes eine kleine Gummidichung einbauen, damit die Sache auch 100% gasdicht ist, wobei die obere Dichtung mehr als Anschlag für die Lötnaht fungiert.
    Grüsse
    Erich

  • Hallo Erich,


    Zusätzliche Gummidichtungen sind eigentlich nicht nötig wenn die Lötung sauber ausgeführt ist.
    Vorraussetzung ist eine gute Paßgenauigkeit im Innendurchmesser des Ringes, der dann weniger aufgeschoben, als vielmehr unter Druck aufgepreßt wird.
    Für diese Ringgeschichte würde ich übrigens die Lorch "mißbrauchen", für die ich für andere Zwecke ein Vierbackenfutter habe.

  • Hallo Rolf,
    die Einheitslampe der BW hatte im Düsenbereich eine Dichtung, da die Düse nur gesteckt war und duch eine Verschraubung gehalten wurde.
    Die Dichtung hatte einen Aussendurchmesser von 12 mm und einen lichten Innendurchmesser von 8,5 mm. Das Dichtungsmaterial war 1,5 mm stark.
    Grüsse
    Erich