Sturmlaterne mit Zitronensäure behandeln

  • Poe
    hmm,das mit dem Mehraufwand halte ich für ein Gerücht. Ein Gefäss, Autobatterielader, 2 Kabel , Backpulver und Wasser. Es gibt keine Säure, keine tagelangen Badevorgänge, keine Neutralisation die ich auch für nötig halte weil aussen spülen und putzen innen eben nicht dafür sorgt das alle Winkel wirklich gut abgespült sind. Bis jetzt habe ich noch jede Laterne nach einer Nacht im Bad einfach nur unter fliessendem Wasser ab gebürstet und der Rost war komplett weg sowie meist 95%-98% der Lackierung. Eingebrannte Farbe und in den kleinen Ecken und Winkeln braucht dann noch etwas Nachbearbeitung in Form von puhlen, Abbeitzer oder mit dem Mikro Strahlgerät. Das ist aber Kür und für eine Neulackierung nicht wirklich nötig. Wenn ich die Laterne so lassen will und mit Owatrol konservieren möchte ja, sonst eben nicht. Wenn man sowas öfter macht lohnt es den Aufbau etwas weniger provisorisch zu gestalten dann ist in der Folge das Behandeln der Laternen ein Klacks. Aber das ist ja jedem selbst überlassen. Es gibt hier im Forum ja auch User die haben damit keine guten Erfahrungen gemacht und es irgendwie nicht hinbekommen. Ich schwöre drauf. Die bislang grösste Laterne die da drin lag war eine Dietz Nr. 80 Blizzard.
    CU Bernd

  • Moin zusammen,


    also das folgende Sachen die Reaktionsgeschwindigkeit erhöhen ist klar und verständlich:
    - zwischendurch rausnehmen und abbürsten --> Oberfläche wird von der Schicht befreit somit wieder besser zugänglich
    - warmes oder gar kochendes Wasser --> desto wärme, desto schneller bewegen sich die Teilche, ergo schnelle Reaktion
    - umrühren der ganzen Säure --> Teilchen bewegen sich schneller, also Reaktionsbeschleunigung
    Bei mir steht die Kiste leider im Keller und dort ist es jetzt nicht so warm, daher nicht ganz optimal. Möchte das aber auch nicht in meinem Zimmer stehen haben. Wenn ich das in den Heizungskeller oder das Büro stelle finden dies andere Hausbewohner bestimmt nicht toll :explode: :frau:


    Zum Abspülen auch mit Spüli und gleichzeitigem abürsten, hiermit entferne ich erstmal die Schmutzschicht die nach dem Bad in Zitronensäure entsteht.
    Anschließend bade ich das ganze nochmal ausgiebig im warmen Spüliwasser damit sich da nochmal der Dreck oder Anhaftungen lösen und ebend auch Säurereste hinfortgespühlt werden.


    Klar das elektrochemische entrosten ist das non plus ultra. Werde ich jetzt wirklich auch mal angehen!


    @ Bernd: Schaut gut aus dein Entrostungsbad! Was hast du dort für Opferanoden montiert? Sogar zwei. Die zu Verfügung gestellte Oberfläche finde ich Klasse, besser als eine Edelstahlschraube. Hast du da noch was von oder kannst mir eine Bezugsquelle nennen? Das wäre wirklich sehr nett!


    Zur Badgröße. Die Kiste die ich habe ist von Aldi. Eine Feuerhand Nr. 305 passt gerade noch so rein. Eine BAT 2850 jedoch nicht, daher muss ich mir da nochmal etwas größeres zulegen.


    Gruß


    Julian

  • Hallo,


    dein Aufbau hat mich etwas inspiriert. Habe letztens einen alten Bioreaktor-Steuerschrank zerlegt. Ein Gehäuseteil bestand aus einem U förmigen 1mm Edelstahlblech mit den Maxen 50x30cm und 30cm hoch. Das kann ich komplett in die Wanne legen und habe eine komplette 3seitige Opferelektrode die nach oben ein paar cm raussteht. Also perfekter gehts kaum für umsonst. Ein möglichst gleichmäßiger Elektrodenabstand ist ja eine optimale Vorausetzung.


    Deine Klemmhalter kenn ich, die haben wir hier auch :-). Die Kolleginnen wären aber sauer wenn ich die von der Schüttelplatte schraube :-)

  • Genau.
    Einfach einpinseln.
    Aber schön sachte, das Zeug ist ergiebig und läuft fast überall hinein.
    Einen oder zwei Tage trocknen lassen - dann wiederholen.


    Owatrol hält keine Ewigkeit, deswegen irgendwann neu einpinseln.

    Gruss aus dem "Bayerischen Nizza"
    Rüdiger II.
    ___________________________________________________________________________________________
    So ist das halt mit dem Licht: Mal brennt es und mal brennt es nicht ...
    ALLE haben immer gesagt: DAS GEHT NICHT.
    Dann kam EINER, der wußte nix davon und HAT'S einfach GEMACHT.

    | In der Theorie gibt es keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis, in der Praxis schon. |

  • Hallo Lampengemeinde,


    Ich bin bei der Zitronensäure Kur auch noch unerfahren und würde gerne wissen wie sich das mit Lack verhält.

    In den Fäden die ich im Forum bisher gesehen habe wo Zitronensäure verwendet wurde sahen alle Lampen sehr blank aus.

    Was passiert wenn ich eine gelbe Laterne die vielleicht an manchen Stellen leichten Rost aufweist versenken.... Bleibt das gelbe dran?

    Ich habe was im Zulauf da sieht vor allem das Kamin Unterteil und der Brenner so aus als könnte man etwas behandeln... Brenner geht ja auch einzeln... Der Kamin scheint da nicht lackiert gewesen zu Sein.

    Kann ich also eine lackierte Laterne versenken um nur etwas Rost zu entfernen oder muss ich danach groß nacharbeiten?


    Grüße,

    Thomas.

  • Kann ich also eine lackierte Laterne versenken um nur etwas Rost zu entfernen oder muss ich danach groß nacharbeiten?

    Hallo Thomas,

    Zitronensäure wirkt als Rostumwandler, nicht als Entlacker. Sollte es sich nicht gerade um

    irgendwelche Malfarben handeln (habe ich wirklich schon gesehen), greift die Zitronensäure

    den Lack nicht oder nur unwesentlich an. Wichtig ist, die Lampe danach nicht nur gründlich

    mit Wasser spülen, sondern die Säure mit einer schwachen Lauge neutralisieren. Säurereste

    lassen es hinterher an den entrosteten Stellen stärker gammeln als vorher. Wenn es nur

    kleine Roststellen sind, könntest Du alternativ auch einen handelsüblichen Rostumwandler

    verwenden. Es sollte allerdings ein sehr dünnflüssiges Produkt benutzt werden, damit es

    auch in Ecken und Falznähten wirkt. Stell doch mal ein Foto davon ein, das hilft ungemein.:foto:


    Grüße


    Marcus

  • Eie gesagt..ist im Zulauf. Eine gebrauchte Sturmkappe von der Bundeswehr. Auf den Bildern steht die gut da bis auf Brenner und unterer Kaminteil. Daher wollte ich mich im Vorhinein schonmal informieren.

    Ich dachte wenn ich sie ganz versenken sind auf jeden fall stellen mitbehandelt die ich so nicht sehe.

    Seifenlauge steht ja hier schon oft beschrieben, mache ich auf jeden Fall.


    Danke für die Hilfe... Dann werde ich das wohl mit der Zitronensäure angehen.


    Grüße,

    Thomae

  • Moin Thomas!


    > Eine gebrauchte Sturmkappe von der Bundeswehr.


    ...in gelber Lackierung? Diese Sturmkappen kenne ich nur als zivile Verkehrsausführung in Warngelb. :?::?::?:

    Tja, ein Foto würde auch hier helfen.


    Also, ich habe lackierte Laternen schon in Z-Säure eingelegt, daß sich danach auch der Lack löste. Dem Feuerhand-Lack traue ich nicht, was die Haftfähigkeit angeht. Also Vorsicht: Einwirkzeit begrenzen oder Säurekonzentration herabsetzen. Wenn nur wenige Teile einer lackierten Laterne behandelt werden müssen, würde ich doch eher auf die gelartige Variante mit Z-Säure zurückgreifen, bspw. "Rostio". Das Zeug kann man punktuell einsetzen und es verläuft nicht. Der Brenner kann ja ganz normal im Säurebad behandelt werden.


    Gruß, Micha.

  • > Eine gebrauchte Sturmkappe von der Bundeswehr.


    ...in gelber Lackierung? Diese Sturmkappen kenne ich nur als zivile Verkehrsausführung in Warngelb.

    Naja, einer der üblichen Auswüchse der Ebayaner. Einer schreibt beim anderen ab.

    Wirkliche Ahnung haben eh die wenigsten. Manche stellen Thesen auf, die dann beim Hinterfragen darin enden,

    daß im Auftrag gehandelt wurde oder so und man so gar keine Ahnung habe.

    (Siehe z.B. den Verkäufer aus Pirna mit seinen Schnapszahltarifen und seinen Marschkontrolllampen für 222,-- Thaler ...)

    Also deswegen würde ich da wenig drauf geben bzgl. gelb und Bw.


    Mittlerweile bin ich aber auch so drauf, daß ich keine Pferde mehr scheu mache im Vorgriff.

    Erst wenn der Zulauf ausgelaufen ist und vor mir steht, fange ich an, mir nen Kopf zu machen.

    Gruss aus dem "Bayerischen Nizza"
    Rüdiger II.
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    ALLE haben immer gesagt: DAS GEHT NICHT.
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  • Gelb galt dem Beispiel.

    Es handelt sich um eine Notbeleuchtung der BW mit Koffer etc.


    Es liegt mir fern jemanden scheubzu machen. Aber ich möchte dir leuchte sehr schnell Einsätzen daher Frage ich im Vorfeld wie die Möglichkeiten sind.


    Die Lösung mache ich normalerweise 5 prozentig.

    Ist das schon zu viel? Ich würde vermutlich nach Berlin Stunde Mal gucken wie es aussieht.

  • Es liegt mir fern jemanden scheubzu machen.

    Damit habe ich Dich selbst gemeint.


    5% paßt.

    Aber ich möchte dir leuchte sehr schnell Einsätzen

    Die würde das auch ohne Behandlung gut machen.

    Warte doch einfach mal ab, bis der Post- oder Götterbote bei Dir läutet.

    Auspacken, angucken, drüber wischen, leicht einölen (stoppt den Rost erstmal);

    dann Glas putzen, Docht rein, Grilli rein und Feuer frei.

    Das hast innert einer viertel Stunde erledigt.

    Und ab gehts zum Einsatz.

    Gruss aus dem "Bayerischen Nizza"
    Rüdiger II.
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  • Moin Thomas!


    > Es handelt sich um eine Notbeleuchtung der BW mit Koffer etc.

    Ja, warum schreibst du das nicht gleich?!

    Ein bißchen Rost an einer BW-Laterne macht doch nichts. Wenn dich nach dem Saubermachen doch noch was stört, schick uns mal ein Foto mit den Problemstellen, dann kann man dir besser helfen als mit Pauschaltips. Zur Not rubbelst du die Roststellen mit feiner Stahlwolle blank.


    Micha.

  • Bitte kein Schleifpapier!

    Das zieht sichtbare Riefen, nicht nur in den noch intakten Lack.

    Dann notfalls Akopads oder Stahlwolle der "Körnung" 0000 oder 00000 ...

    Gruss aus dem "Bayerischen Nizza"
    Rüdiger II.
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    So ist das halt mit dem Licht: Mal brennt es und mal brennt es nicht ...
    ALLE haben immer gesagt: DAS GEHT NICHT.
    Dann kam EINER, der wußte nix davon und HAT'S einfach GEMACHT.

    | In der Theorie gibt es keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis, in der Praxis schon. |

  • Also Schleifpapier halte ich auch für etwas übertrieben. Mit Stahlwolle kann man den

    losen Rost soweit herunterbekommen, daß Rostumwandler den verbliebenen Rost

    sicher umwandelt. Was ich auch gerne mache, mit einer Minibohrmaschine mit einer

    Ringbürste (Stahl- oder Messingdraht) die Roststelle behandeln. Danach ist das Blech

    sprichwörtlich "metallisch blank", so daß man sogar problemlos löten kann.


    Grüße


    Marcus