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Benz-ihn

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Sonntag, 5. April 2009, 15:33

Inbetriebnahme+Wartung Karbidlampen

Um mal einen allgemeinen Leitfaden zu geben habe ich mal eine Anleitung gebastelt, wie man Karbidlampen prüft, wartet und in Betrieb nimmt.

Ich hoffe, der eine oder andere kann damit was anfangen.
Bitte beachtet, es gibt verschiedene Karbidlampen-Modelle, nicht alle funktionieren auf die gleiche Weise oder beinhalten die gleichen Bauteile.

Wegen der weiten Verbreitung habe ich die Anleitung an Hand einer Tonnenlampe verfasst.

Beginnen wir mit den Bauteilen:

Eine Tonnenlampe besteht garantiert aus einem Reaktorbehälter, einem Wassertank, einer Düse und einer Regulierspindel.

Optional kommt noch ein Wasserverteiler, ein Komprimierer und ein Reflektor hinzu, sowie die Verschlussmechanik der Lampe. (Spannbügel, Spannschraube, Spannhaken....)
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Sonntag, 5. April 2009, 15:41

Zuerst wenden wir uns dem Unterteil, dem Reaktor zu.

Auf Risse im Material prüfen, gerade bei alten Lampen haben die Reaktoren häufig Alterungsrisse. Einige Risse werden erst im Betrieb unter Druck sichtbar - auf Acethylengas-Geruch im Betrieb achten.
Im Normalfall brennt eine Karbidlampe geruchlos oder riecht nach heißem Metall, niemals nach Gas!

Den Behälter, wenn vorhanden mit dem Wasserverteiler bestücken, dann die Spannschraube einschieben. (Bodendichtung auf Zustand überprüfen, ggf. ersetzen)

Den Behälter mit Karbid bestücken:
ACHTUNG! Niemals mehr als 2/3 mit Karbid füllen, bei der Reaktion dehnt sich das Zerfallsprodukt aus und kann bei überfüllung die Lampe in der Funtion beeinträchtigen, bzw. sogar den Reaktor sprengen!

Zuletzt, falls vorhanden, den Komprimierer einsetzen. Dieser drückt das Karbid während der Reaktion zusammen und sorgt für eine gleichmäßigere Reaktion
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3

Sonntag, 5. April 2009, 15:52

Jetzt kommen wir zum Oberteil, dem Wassertank.

Das wichtigste ist die Bauchdichtung, diese dichtet den Reaktor gegen den Wassertank ab. Unbedingt auf Zustand überprüfen, bei geringen Mängeln ersetzen, sonst mit Pech flammendes Rußinferno!

Auch die Düse auf Durchgang prüfen, gegebenenfalls mit einem Karbidbesen oder einer dünnen Drahtlitze reinigen.

Bei einigen Lampen befindet sich unter der Düse oder in der Leitung ein Stück Filz zum Schutz vor Düsenverstopfung.
Dieses kann sich mit Karbidschlamm zugesetzt haben, auf Sauberkeit überprüfen, ggf, reinigen oder ersetzen.

Sind Dichtung und Düse in ordnung, überprüfen wir die Wasserspindel.
In den meisten Fällen befindet sich oberhalb der konisch dichtenden Verjüngung eine Fräsung. Diese läuft durch das Gewinde und soll die durchgängigkeit des Wassers gewährleisten. Fräsung auf Sauberkeit überprüfen, ggf. von Kalkablagerungen und Dreck reinigen.

Wichtig ist auch der Wasserkanal, in welchem die Spindel sitzt - ebenfalls prüfen und Ablagerungen entfernen, damit es keine unregelmäßigkeiten in der Wasserversorgung gibt.
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Sonntag, 5. April 2009, 16:04

Nun kommen wir zur Inbetriebnahme:

Den Wassertank füllen, danach die Tropfenregulierung über dem Waschbecken auf 2 Tropfen pro Sekunde einstellen.
(Bei einer Düsendurchlassmenge von 7 1/2 - 10 Liter, den gebräuchlichsten Größen)

Hochwertige Lampen haben eine Skalierung, diese muss nicht genau sein, gibt aber einen guten Anhaltspunkt zum merken für den nächsten Betrieb.)

Diese Einstellung beibehalten und den tropfenden Wassertank auf den Reaktor setzen. Danach mit der jeweiligen Verschlussvorrichtung fest verschließen.

Den Reflektor, falls vorhanden aufstecken.

Einen Augenblick warten, bis die Lampe Geruch (Acethylengas) entwickelt.
Das kann ein paar Minuten dauern, also nicht ungeduldig werden und nicht die Spindel weiter drehen. Wenn die Lampe anfängt zu stinken, an der Düse entzünden.
Zu Anfang brennt die Lampe mit einer bläulich-rosanen kleinen Flamme, bis der rest-Sauerstoff aus dem Reaktor gedrückt wurde.
Danach wird die Flamme weiß und erreicht ihre vollständige Größe.
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Sonntag, 5. April 2009, 16:17

Nun sollte die Lampe brennen - jetzt auf Dichtigkeit und Geruchsbeldung überprüfen.

Auch nach im Betrieb auftauchenden Spannungsrissen im Reaktor suchen, diese sind im ungenutzten Zustand meistens unsichtbar.

Um die Bauchdichtung mit Nase, ggf. Feuerzeug (Achtung!) nach Undichtigkeiten prüfen. Bei Entzündung außerhalb der Düse ausblasen und Lampe löschen.

Wenn möglich Dichtung nachziehen, bzw. Behälter nachspannen. Bleibt die Lampe undicht, Lampe löschen und an einem gut belüfteten Platz ausreagieren lassen (etwa 12-15 Stunden)

Danach alle Dichtungen überprüfen und ggf. ersetzen.

Brennt die Lampe unregelmäßig, kann es an einer ungleichmäßigen Wasserversorgung liegen, ggf. Spindel und Wasserkanal prüfen.

Sauberkeitsfanatiker füllen das Karbid in einen Damenstrumpf oder legen ein Küchentuch unter das Karbid - das kann allerdings auch zu verzögerten Reaktionszeiten führen.

Auch Erschütterungen können zu Variationen der Flammhöhe führen - immer Ruhe bewaren, niemals vorschnell an der Spindel regulieren.

Entgegen weit verbreiteter Überzeugungen arbeiten Karbidlampen bei nur sehr geringem Druck, das Pusten von Luft durch einen Strohhalm in ein Wasserglas überschreitet den Arbeitsdruck einer Karbidlampe bereits.

Trotzdem: Niemals Düse abschrauben und Lampe ohne Düse entzünden, EXPLOSIONSGEFAHR!

Karbidlampen fordern geduld, da sie nicht unmittelbar auf Einstellungsveränderungen reagieren, sondern verzögert. Also gebt den Lampen ein paar Minuten, bevor ihr in möglichst kleinen Schritten die Wassermenge erhöht.

Wenn alles klappt, sollte eure Lampe nun so aussehen, Glück auf und immer gut Licht :done:

Bedingt dadurch, das es so viele verschiedene Karbidlampe gibt, soll diese Anleitung nur ein grober Leitfaden sein - alle Angaben ohne Gewähr, Nötige Variationen bedingt durch die Funktionsweise der jeweiligen Lampe.
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